A24s Horrorfilm „Backrooms“ von Regisseur Kane Parsons hat am Wochenende vom 30. Mai bis 1. Juni 2026 mit 81,4 Millionen US-Dollar in den USA und 118 Millionen US-Dollar weltweit die Kinokassen dominiert und dabei einen neuen Rekord für das jüngste Filmdebüt an der Spitze der Box Office-Charts aufgestellt.
Dieser Erfolg markiert einen signifikanten Meilenstein in der Geschichte von A24. Während das Studio mit Horror-Erfolgen wie „Hereditary“ und „Talk to Me“ bereits eine feste Position im Genre eingenommen hatte, übertrifft die Performance von „Backrooms“ die Eröffnungswerte dieser Titel deutlich. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von Content, der direkt aus digitalen Subkulturen entspringt und eine globale Reichweite besitzt.
Ein 20-Jähriger und ein Internetphänomen schreiben Kinogeschichte
„Backrooms“ ist kein gewöhnlicher Horrorfilm. Der von A24 produzierte Streifen basiert auf einem Internet-Meme, der seit Jahren in Online-Communities zirkuliert. Doch was als Nischenphänomen begann, wurde zum kulturellen Event – und zwar vor allem durch die jüngste Zielgruppe: Gen Z. Während Blockbuster wie „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ in ihrer zweiten Woche um 40 Prozent an Umsatz einbrachen, strömten junge Zuschauer in Scharen in die Kinos, um „Backrooms“ zu sehen. Mit 81,4 Millionen US-Dollar am ersten Wochenende allein in Nordamerika hat der Film nicht nur alle Erwartungen übertroffen, sondern auch die Debütmarke des jüngsten Regisseurs an der Box Office-Spitze gebrochen. Kane Parsons, erst 20 Jahre alt, ist damit der jüngste Regisseur, der jemals einen Nummer-eins-Start in den USA erreichte.
Parsons’ Weg zum Regiestuhl war eng mit seinem Erfolg als digitaler Creator verknüpft. Vor dem Wechsel zum abendfüllenden Spielfilm erlangte er durch seine hochqualitativen „Found Footage“-Kurzfilme auf YouTube weltweite Bekanntheit. Diese digitalen Kurzformate dienten als technisches Fundament für das Kinoprojekt, indem sie die visuelle Sprache der „Backrooms“-Creepypasta perfekt einfingen und Millionen von Aufrufen generierten.
Die Zahlen sind beeindruckend: „Backrooms“ spielte in 3.442 nordamerikanischen Kinos und erzielte am Eröffnungswochenende mehr als das Doppelte des Vorjahresdurchschnitts für Horrorfilme in dieser Altersgruppe. Besonders auffällig ist die demografische Verteilung: Laut Branchenanalysten lag der Anteil der Zuschauer zwischen 13 und 25 Jahren bei über 60 Prozent – eine Zielgruppe, die Hollywood seit Jahren als „verloren“ für die klassischen Kinokassen galt.
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Von YouTube zum Kino: Wie ein Meme zum Millionenumsatz wurde
Der Erfolg von „Backrooms“ ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer gezielten Strategie, die auf der Verbindung von Internetkultur und traditionellem Kino aufbaut. Der Film basiert auf einem 2019 entstandenen YouTube-Meme, das in Online-Foren wie Reddit und TikTok weiterentwickelt wurde. A24 erkannte früh das Potenzial und investierte in eine Produktion, die nicht nur die visuelle Ästhetik des Memes aufgriff, sondern auch die Community einband. So wurden beispielsweise Trailer und Teaser gezielt auf Plattformen wie TikTok und YouTube platziert, wo sie viral gingen.
Zentral für das cineastische Erlebnis ist die technische Umsetzung des sogenannten „Analog Horror“-Stils. Der Film nutzt gezielt die psychologische Wirkung von „Liminal Spaces“ – unheimlichen Übergangsorten wie leeren Fluren oder verlassenen Büros, die ein tiefes Gefühl des Unbehagens auslösen. Diese visuelle Strategie wurde durch eine aufwendige Soundgestaltung unterstützt, die auf verzerrten, lo-fi Audio-Elementen basiert, um die im Internet bekannte Atmosphäre originalgetreu zu reproduzieren.
„Das ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man heute Content für Gen Z macht“, sagt ein Brancheninsider, der nicht namentlich genannt werden möchte. „Es geht nicht mehr darum, einen Film zu machen und dann zu hoffen, dass er funktioniert.
Besonders bemerkenswert ist, dass der Film nicht nur in den USA, sondern weltweit überzeugt. Mit einem globalen Start von 118 Millionen US-Dollar hat „Backrooms“ nicht nur A24-Rekorde gebrochen, sondern auch gezeigt, dass das Interesse an Internetkultur und Horror kein rein nordamerisches Phänomen ist. In Europa und Asien verzeichneten Kinos ähnlich hohe Zuschauerzahlen, insbesondere in Ländern mit starker Online-Community. Die internationale Verteilung wurde durch strategische Partnerschaften in Schlüsselmärkten wie dem Vereinigten Königreich, Deutschland und Japan unterstützt, wobei die Performance in diesen Regionen stark mit der dortigen Aktivität in Online-Horror-Foren korrelierte.
Was kommt als Nächstes? Die Zukunft des Kinos im Zeitalter der Internetkultur
Der Erfolg von „Backrooms“ stellt die Filmindustrie vor neue Fragen: Wie kann man junge Zuschauer langfristig an die Kinos binden? Und welche Rolle spielen Internetphänomene dabei? Während große Studios weiterhin auf Franchises wie Marvel oder Star Wars setzen, zeigt der Erfolg von „Backrooms“, dass auch kleinere Produktionen mit starkem Community-Bezug große Erfolge feiern können. Die Branche beobachtet nun genau, ob A24 diesen Weg der Kooperation mit digitalen Schöpfern weiter beschleunigt.

„Dieser Film beweist, dass das Kino noch lange nicht tot ist“, sagt ein Sprecher von A24. „Es geht darum, die richtige Geschichte zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zu erzählen.
Ob „Backrooms“ ein einmaliger Erfolg bleibt oder der Beginn einer neuen Ära für das Kino ist, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Die Macht der Internet-Community und die Attraktivität von Horrorfilmen für junge Zuschauer sind Faktoren, die Hollywood nicht ignorieren kann. Mit einem globalen Umsatz von über 118 Millionen US-Dollar hat „Backrooms“ nicht nur Rekorde gebrochen, sondern auch gezeigt, dass die Zukunft des Kinos vielleicht doch noch im Internet liegt.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Trend anhält – und ob weitere Internet-Memes den Weg ins Kino finden werden.
