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Sonst müssen wir sie in die Luft jagen»: Warum Trump plötzlich seinen Nahost-Verbündeten attackiert | blue News

US-Präsident Donald Trump drohte dem Oman während einer Kabinettssitzung am 27. Mai 2026 mit militärischen Angriffen. Auslöser waren Berichte über mögliche Verhandlungen zwischen dem Sultanat und dem Iran zur gemeinsamen Erhebung von Durchfahrtsgebühren in der strategisch wichtigen Straße von Hormuz, die Trump als inakzeptabel zurückwies.

Die Rhetorik war so drastisch wie selten zuvor gegenüber einem Verbündeten. In einer Sitzung im Weißen Haus machte Trump deutlich, dass er keine Kompromisse bei der Kontrolle der wichtigsten Ölroute der Welt eingehen werde. Laut einem Bericht von WELT forderte der Präsident, der Oman müsse sich benehmen, andernfalls müssten die USA ihn in die Luft jagen.

Diese Drohung ist ein massiver Bruch mit der bisherigen diplomatischen Rolle des Oman, der im laufenden Iran-Krieg oft als Vermittler zwischen Washington und Teheran fungierte. Die Eskalation zeigt, wie fragil die Allianzen im Nahen Osten unter der aktuellen US-Administration sind, sobald strategische Interessen wie die Freiheit der Schifffahrt auf dem Spiel stehen.

Der Streit um die Kontrolle der Straße von Hormuz

Im Zentrum des Konflikts steht die Frage, wer die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz kontrolliert. Durch diese Meerenge fließt normalerweise etwa ein Fünftel des weltweit verbrauchten Erdöls, was sie zu einem der kritischsten Chokepoints der globalen Energieversorgung macht. Trump stellte klar, dass die Gewässer international bleiben müssen.

Oman wird sich genauso verhalten wie alle anderen auch. Sonst müssen wir sie in die Luft jagen. Das verstehen sie. Sie werden schon klarkommen. Die Meerenge wird für alle offen sein. Niemand wird sie kontrollieren. Wir werden über sie wachen. Wir werden darüber wachen. Aber niemand wird sie kontrollieren. Das ist Teil der Verhandlungen, die wir führen.

Der Streit um die Kontrolle der Straße von Hormuz
Donald Trump Middle East

Die Wut des Präsidenten speist sich aus Medienberichten, wonach Teheran und Maskat darüber verhandelt hätten, gemeinsam Mautgebühren für die Durchfahrt zu erheben. Wie blue News zusammenfasst, hatte die Nachrichtenagentur AP bereits Anfang April über solche Pläne berichtet. Dass Trump diese Information nun in einer offenen Drohung gegen den Oman nutzt, unterstreicht seine Strategie der maximalen Druckausübung.

Die Reaktion aus dem Oman erfolgte prompt: Der dortige Transportminister wies das Vorhaben zurück und verwies auf internationale maritime Abkommen, die eine solche Mauterhebung unmöglich machen würden.

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Die iranische Maut-Behörde und die US-Reaktion

Während der Oman die Pläne dementierte, hat der Iran bereits Fakten geschaffen. Am 5. Mai gründete Teheran die sogenannte Behörde für die Straße des Persischen Golfs. Diese Institution soll explizit das Mautwesen regeln, das der Iran für den Wasserweg vorsieht.

Diese institutionelle Vorbereitung des Irans wird in Washington als Provokation gewertet. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete ein solches Prozedere als inakzeptabel, wie die New York Times berichtete. Die USA sehen in der Schaffung einer solchen Behörde einen Versuch, die globale Handelsfreiheit zu untergraben und eine geopolitische Erpressungsstrategie zu etablieren.

Trump verknüpft diese Sicherheitsinteressen zudem mit politischen Forderungen an die Golfstaaten. Er verlangt weiterhin den Beitritt zu den Abraham-Akkorden. Für Saudi-Arabien bleibt dies jedoch aufgrund der Spannungen mit Benjamin Netanjahu derzeit keine Option.

Diplomatische Verwirrung und strategische Fehler

Trotz der Schärfe seiner Worte war die Kabinettssitzung am 27. Mai von bemerkenswerten Verwechslungen geprägt. Laut WELT verwechselte der Präsident den Iran offenbar mit Venezuela. Er behauptete, Venezuela habe keine Marine mehr, keine Luftwaffe mehr – eine Formulierung, die er zuvor wiederholt im Zusammenhang mit dem Iran verwendet hatte.

President Trump pressing Middle Eastern allies to normalize relations with Israel

Diese rhetorischen Aussetzer werfen Fragen über die Präzision der Kommunikation im Weißen Haus auf. Besonders brisant ist die Tatsache, dass das Weiße Haus zunächst nicht auf Anfragen der Nachrichtenagentur AFP reagierte, ob Trump sich bei der Drohung gegen den Oman versprochen und eigentlich den Iran gemeint habe. Später veröffentlichte das Außenministerium ein Transkript der Äußerungen, ohne die Drohung gegen den Oman zu korrigieren oder zu relativieren.

Für den Oman ist die Situation prekär. Das Sultanat versucht seit Beginn des Krieges gegen den Iran, der Ende Februar mit US-amerikanischen und israelischen Angriffen begann, eine vermittelnde Rolle einzunehmen. Eine offene Drohung durch den wichtigsten Sicherheitspartner der Region könnte diesen diplomatischen Spielraum massiv einschränken.

Die Uran-Frage: Die rote Linie gegenüber Russland und China

Neben dem Streit um die Straße von Hormuz konkretisierte Trump in der Sitzung seine Position zu den iranischen Atomvorräten. Er lehnt die Möglichkeit strikt ab, dass hochangereichertes Uran an Russland oder China übergeben wird.

Die Uran-Frage: Die rote Linie gegenüber Russland und China
cluster (priority): WELT

Beobachter hatten zuvor spekuliert, dass Teheran im Rahmen eines Abkommens mit den USA zustimmen könnte, das Uran an einen dieser beiden Staaten zu übergeben, da beide eng mit dem Iran kooperieren. Trump signalisierte jedoch, dass er sich mit einer solchen Lösung nicht wohlfühlen würde.

Das Uran [soll] entweder an die USA übergeben oder vor Ort oder an einem anderen akzeptablen Ort vernichtet werden, wobei die Atomenergiebehörde oder eine ihr gleichgestellte Stelle als Zeuge dieses Prozesses und Ereignisses fungieren soll.

Damit fordert Trump die vollständige US-Kontrolle über die Uranvorräte oder deren totale Vernichtung unter internationaler Aufsicht. Dies unterstreicht seinen Anspruch, die nukleare Bedrohung durch den Iran nicht durch eine Verschiebung der Abhängigkeiten nach Peking oder Moskau zu lösen, sondern durch eine direkte US-Dominanz im Prozess.

Die Kombination aus militärischen Drohungen gegen Verbündete, rhetorischen Verwechslungen und einer unnachgiebigen Linie in der Atomfrage zeichnet das Bild einer US-Strategie, die auf maximale Unvorhersehbarkeit setzt. Ob dies den Iran an den Verhandlungstisch zwingt oder die regionalen Partner in die Arme der Gegner treibt, bleibt die zentrale Frage der kommenden Wochen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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