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Welt

Köppel auf dem Campus: Antifa-Störer unterbrechen Diskussion

Roger Köppel, Verleger der Weltwoche, führte am vergangenen Mittwoch vor der Universität Zürich eine öffentliche Debatte mit rund 300 Teilnehmern durch. Das Format, das auf die Ermordung des US-Aktivisten Charlie Kirk reagiert, wurde durch eine kleine Gruppe maskierter Demonstranten mit Trillerpfeifen und Antifa-Parolen massiv gestört.

Das Erbe von Charlie Kirk und die neue Debattenkultur

Das Format „Köppel auf dem Campus“ ist eine bewusste Nachahmung der Diskussionsformate des verstorbenen US-Aktivisten Charlie Kirk. Kirk wurde im vergangenen Herbst bei einem Attentat an der Utah Valley University getötet, was Roger Köppel dazu veranlasste, die Suche nach dem direkten Dialog an Universitäten zu forcieren. Köppel sieht die Universität als den Ort, an dem Meinungsvielfalt am größten sein sollte, und möchte die Streitkultur gezielt pflegen.

Das Erbe von Charlie Kirk und die neue Debattenkultur
cluster (priority): Neue Zürcher Zeitung

Organisiert wurde der Anlass vom Studierendenverband der Universität Zürich (VSUZH). Laut Ladina Bischof, der Co-Präsidentin des Verbandes, geht es nicht primär darum, einem rechten Politiker eine Bühne zu bieten. Das Ziel des Formats „Debate a Politician“ ist es, politische Persönlichkeiten zweimal jährlich der Studierendenschaft zur Rede zu stellen – wobei im kommenden Herbst eine Person aus dem linken politischen Spektrum folgen soll.

Zwischen Dialog und Disruption: Der Verlauf des Nachmittags

Die Veranstaltung begann gegen 11:20 Uhr vor dem Haupteingang der Universität Zürich unter relativ friedlichen Bedingungen. Doch die Ruhe hielt nicht lange an. Etwa zehn Minuten nach Beginn tauchte eine Gruppe von rund elf bis zwölf maskierten Personen auf, die mutmaßlich der Antifa zuzuordnen sind. Die Aktivisten unterbrachen die Diskussion wiederholt durch Trillerpfeifen, Buhrufe und gezielte Parolen.

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Unter anderem wurde das Banner UZH nazifrei hochgehalten, während Teilnehmer Rufe wie Köppel raus anstimmten. In einem Moment der Eskalation rief ein Unbekannter aus der Menge: Du bist ein Nazi. Trotz dieser massiven Versuche, die Veranstaltung zu stören, blieb die Mehrheit der rund 300 Anwesenden ruhig und verfolgte den Austausch.

Die Gruppe hat immer wieder über Respekt gesprochen – und stellt sich hier wie Bodyguards vor die Mikrofone.Roger Köppel, via Weltwoche

Politische Brennpunkte und studentische Fragen

Trotz der Antifa-Parolen bot das Format Raum für eine breite inhaltliche Auseinandersetzung. Die Studenten nutzten das Mikrofon, um kritische Fragen zu verschiedenen gesellschaftspolitischen Themen zu stellen.

Politische Brennpunkte und studentische Fragen
cluster (priority): news.google.com

Die Debatte deckte ein breites Spektrum

  • Meinungsfreiheit und die Rolle der Universität
  • Migration und der Umgang mit Experten
  • Klimaschutz und Nachhaltigkeit
  • Russland und internationale Geopolitik
  • Cannabis-Legalisierung und Diskriminierung
  • Gewalt gegen Frauen

Besonders bemerkenswert war die Reaktion Köppels auf eine provokante Frage einer Studentin, die ihn fragte, ob die Strategie der Weltwoche darin bestehe, den Diskurs durch gezielte Desinformation zu fluten – angelehnt an die Phrase Flood the zone with shit. Köppel reagierte darauf selbstironisch mit den Worten, dass er dies nicht hoffe. Ein weiterer zentraler Punkt war die Frage nach der Plattform für alle Stimmen. Auf die Frage einer Studentin, ob es Menschen gebe, denen man keine Plattform bieten sollte, betonte Köppel die Notwendigkeit des Dialogs als Weg, um in einer Demokratie voranzukommen.

Die Veranstaltung zeigt deutlich die wachsende Polarisierung im akademischen Raum. Während das Format den Versuch unternimmt, den Austausch zwischen kontroversen Akteuren und der Studierendenschaft zu institutionalisieren, wird dieser Versuch durch aktivistische Gruppen, die eine Deplatforming-Strategie verfolgen, konsequent angegriffen. Die Frage, ob die Universität als neutraler Ort der Meinungsvielfalt fungieren kann oder zum Schauplatz ideologischer Grabenkämpfe wird, bleibt vorerst ungeklärt.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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