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Dubai verliert Superreiche: Schweiz als neuer Safe Haven

Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs im Frühjahr 2026 ziehen immer mehr Superreiche aus Dubai ab und suchen neue sichere Standorte für ihr Vermögen und ihren Lebensmittelpunkt. Die Schweiz profitiert besonders – vor allem der Kanton Zug, der sich zum bevorzugten Zufluchtsort für Vermögende aus der Golfregion entwickelt hat.

Dubai verliert seinen Glanz: Warum die Superreichen fliehen

Dubai galt jahrzehntelang als sicherer Hafen für die globale Elite: Steuerfreiheit, Luxusinfrastruktur und politische Stabilität zogen Vermögende aus aller Welt an. Doch seit dem Eskalieren des Konflikts zwischen Iran und Israel im Frühjahr 2026 hat sich die Lage grundlegend verändert. Angriffe mit Drohnen und Raketen auf zivile Infrastruktur haben das Image der Emirate als sichere Oase erschüttert. „Der Tag, als das Versprechen implodierte, war der, als die ersten Drohnen über Dubai kreisten“, sagt ein Finanzexperte der Neuen Zürcher Zeitung.

Die Unsicherheit hat direkte Auswirkungen auf die Vermögensstrategien der Superreichen. Laut einer Studie der Beratungsfirma Henley & Partners wollen im Jahr 2026 rund 165.000 Hochvermögende ihren Wohnsitz wechseln – ein Rekord. Viele von ihnen haben Dubai bisher als Basis genutzt, doch die Attraktivität des Standorts schwindet. „Plötzlich werden Länder wie Indien, Thailand oder Kasachstan interessant“, berichtet das WirtschaftsWoche-Magazin. Doch die meisten Vermögenden bevorzugen weiterhin etablierte Finanzzentren mit stabiler Rechtssicherheit.

Die Schweiz als neuer Safe Haven

Die Schweiz hat aus der Krise Dubais einen strategischen Vorteil gezogen. „In einer zunehmend unsicheren Welt gewinnt die Schweiz ihren Ruf als sicherer Hort zurück“, schreiben Stefanie Pauli und Patrizia Messmer in der Neuen Zürcher Zeitung. Besonders der Kanton Zug ist zum Magneten für Vermögende geworden, die Dubai den Rücken kehren. Mit nur 135.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und einer langen Tradition im Rohstoffhandel sowie als Standort für Kryptowährungsunternehmen bietet Zug nicht nur politische Neutralität, sondern auch diskrete Vermögensverwaltung.

„Auf der Suche nach einem Rückzugsort vor den Konflikten am Golf strömen Auswanderinnen und Auswanderer aus Dubai nach Zug“, berichtet swissinfo.ch. Die Nachfrage nach Immobilien in der Region ist gestiegen, und Schweizer Banken bereiten sich auf einen Zustrom neuer, vermögender Kunden vor. „Die Signale verdichten sich: Vermögende aus der Golfregion interessieren sich zunehmend für die Schweiz – sowohl als Finanzplatz als auch als Wohnort“, heißt es in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die Attraktivität der Schweiz liegt nicht nur in ihrer politischen Stabilität, sondern auch in der langjährigen Erfahrung mit Vermögensverwaltung und Bankgeheimnis. „Die Schweiz ist der klassische Safe Haven für globale Elite“, sagt ein Sprecher der Schweizerischen Bankiervereinigung gegenüber 20 Minuten. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Auch Länder wie Singapur oder die Cayman-Inseln werben um die Gunst der Superreichen.

Steuerpolitik als entscheidender Faktor

Dubai hatte lange mit dem Versprechen geworben, steuerfrei zu sein – ein entscheidender Faktor für die Ansiedlung von Vermögen. Doch diese Ära neigt sich dem Ende zu. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben im Zuge der globalen Steuerreformen der OECD (Pillar Two) begonnen, eigene Körperschaftssteuern einzuführen. Seit 2026 gilt eine 9%ige Steuer auf Unternehmensgewinne, was die Attraktivität des Standorts für internationale Investoren deutlich reduziert.

„Die globalen Steuerregeln haben das traditionelle Modell der Steueroase Dubai obsolet gemacht“, erklärt die Schweizer Handelskammer in den Niederlanden. Viele Unternehmen und Vermögende suchen nun nach Alternativen, die weiterhin steuerliche Vorteile bieten, aber gleichzeitig Sicherheit und Rechtssicherheit garantieren. Die Schweiz hat hier einen klaren Vorteil: „Der Schweizer Finanzplatz bleibt auch in der neuen Steuerlandschaft ein zentraler Anziehungspunkt“, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Was kommt als Nächstes?

Die Abwanderung aus Dubai ist noch nicht abgeschlossen, doch die Trends sind klar: Die Schweiz, insbesondere Zug, profitiert von der Flucht der Superreichen. Doch die Dynamik bleibt unberechenbar. „Die Superreichen und Influencer fliehen mit ihrem Geld in die Schweiz“, berichtet 20 Minuten, doch gleichzeitig zeigen sich erste Anzeichen einer Diversifizierung der Ziele. Länder wie Indien oder Thailand könnten langfristig an Bedeutung gewinnen, besonders wenn die Unsicherheit in der Golfregion anhält.

Für die Schweiz bedeutet der Zustrom neuer Vermögender eine Chance, aber auch eine Herausforderung: Die Immobilienpreise steigen, und die Infrastruktur muss mitwachsen. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie lange die Attraktivität der Schweiz als Safe Haven anhält – besonders im Vergleich zu aufstrebenden Finanzzentren in Asien.

Eines ist jedoch sicher: Die Ära Dubais als unangefochtene Steueroase und sicherer Hafen für die globale Elite ist vorbei. Die Superreichen haben neue Prioritäten – und die Suche nach dem nächsten sicheren Zufluchtsort hat gerade erst begonnen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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