Am 28. Oktober 2026 blockierten rund 70 Studierende das Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin mit Bauzäunen und Mülltonnen. Die Proteste richten sich gegen Hochschulkürzungen, steigende Lebenshaltungskosten und höhere Rüstungsausgaben der Bundesregierung und spiegeln ähnliche Jugendproteste in Frankreich wider.
Barrikaden am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin
Am Mittwochmorgen gegen die Mittagszeit ging am Otto-Suhr-Institut (OSI) der Freien Universität Berlin kaum noch etwas. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich in der Spitze rund 68 Demonstranten an der unangekündigten Versammlung im Berliner Ortsteil Dahlem.
Die Universitätsleitung reagierte schnell auf die Situation vor Ort. Eine Sprecherin der Freien Universität Berlin erklärte, dass die Hochschule das Recht auf friedlichen Protest respektiere, solange dieser gewaltfrei bleibe. Um den Universitätsbetrieb aufrechtzuerhalten, rief die Leitung alle betroffenen Lehrenden dazu auf, ihre Veranstaltungen kurzfristig digital ins Netz zu verlegen. Die Dekanin stehe den Protestierenden zudem offen und solidarisch gegenüber, da die Kürzungen ebenfalls die Freie Universität betreffen. Der Allgemeine Studierendenausschuss der FU Berlin sowie das beteiligte Aktionskomitee teilten mit, dass der Protest auch gegen die Militarisierung und die Wehrpflichtspläne der Regierung gerichtet sei.
Protestmotive gegen Sparmaßnahmen und Aufrüstung
Die Teilnehmer knüpfen damit an die anhaltenden Studierendenproteste gegen Sparmaßnahmen in Frankreich an und fordern einen grundsätzlichen Kurswechsel in der Bildungs- und Sozialpolitik.
Wir sind hier, weil wir gegen Militarisierung und Aufrüstung sind, weil wir gegen die Wehrpflicht sind, weil wir wollen, dass Sozialkürzungen gestoppt werden und zurückgenommen werden, und weil wir uns mit den Streikenden in Frankreich und darüber hinaus solidarisieren
Eine Teilnehmerin, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur
Nach eigenen Berechnungen der Aktivisten fehlen der Freien Universität rund 41 Millionen Euro. Neben der FU Berlin kam es am selben Tag auch in Hamburg zu einer Gebäude-Blockade an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) durch rund 50 Teilnehmer.
Parolen, Palästina-Flaggen und Distanzierung des Schülerverbandes
Aus Lautsprechern lief das Lied „Stop the Genocide“ des Rappers Dahabflex, zu dem Demonstranten tanzten. Die Bundesschülerkonferenz (BSK) distanzierte sich indessen in einer Mitteilung von der Initiative „Gen Z regelt“ und den geplanten Protesten und äußerte Sorgen vor möglichen Gewaltausbrügen. Die Blockade in Berlin löste sich am Ende auf, nachdem die Studierenden die zuvor aufgestellten Gegenstände selbst aufgeräumt hatten. Für die kommenden Wochen kündigte die Gruppe um Sprecherin Katja Schwab und weitere Aktivisten an, gemeinsam mit anderen Studierenden größere Proteste an den Universitäten aufzubauen sowie einen bundesweiten Protesttag zu begehen.””
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