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Unterhaltung

12 US-Bundesstaaten Blockieren Paramount-Warner-Bros-Deal als Kartellverstoß

Eine Koalition aus 12 US-Bundesstaaten hat am Montag eine Antitrust-Klage eingereicht, um die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount zu verhindern. Angeführt von Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta, behaupten die Staaten, dass der Deal im Wert von rund 110 Milliarden Dollar den Wettbewerb bei Kinofilmen und Kabelfernsehen einschränken würde.

Rob Bonta und die drei „illegalen“ Märkte

Rob Bonta und die drei „illegalen“ Märkte

Die Klage, die vor dem US-Bezirksgericht für den nördlichen Distrikt von Kalifornien eingereicht wurde, stützt sich auf den Clayton Act von 1914. Laut Foxbusiness sieht Generalstaatsanwalt Rob Bonta den Deal als „illegalen Zusammenschluss“, da er in drei spezifischen Bereichen gegen Wettbewerbsregeln verstoße: bei der Distribution von Kinofilmen mit breitem Release, bei Blockbustern sowie bei der Lizenzierung von Kabelkanälen.

Bonta warnt davor, dass eine solche Konsolidierung zu höheren Preisen für Kinokarten und Kabelpakete führen würde, während die Qualität und die Vielfalt der Inhalte sinken.

„Wir haben Antitrust-Gesetze und Fusionskontrollen aus einem Grund, weil Wettbewerb das Lebenselixier einer gesunden und lebendigen Wirtschaft ist. Wettbewerb treibt Unternehmen dazu an, ihre beste Arbeit zu leisten, zu innovieren und faire und angemessene Preise anzubieten.“
Rob Bonta, Generalstaatsanwalt von Kalifornien, via CBS News

Die Koalition umfasst neben Kalifornien auch Arizona, Colorado, Connecticut, Massachusetts, Minnesota, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, Oregon und Washington.

Marktmacht und die 110-Milliarden-Dollar-Rechnung

Marktmacht und die 110-Milliarden-Dollar-Rechnung

Die finanziellen und marktstrategischen Dimensionen des Deals sind enorm. Die Übernahme wird auf etwa 111 Milliarden Dollar inklusive Schulden geschätzt, wobei Paramount auch Investitionen von Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten einplant, die auf Stimmrechte verzichten. Laut NPR sieht die Finanzierungsplanung vor, dass das Unternehmen neue Schulden in Höhe von 80 Milliarden Dollar aufnimmt.

Die Staaten argumentieren, dass die resultierende Marktmacht problematisch ist. Ein Vergleich der Marktdaten zeigt die beabsichtigte Dominanz:

MarktbereichKontrollanteil nach Fusion (laut Klage)
Kabel-TV-Lizenzierungfast ein Drittel
Blockbuster-Filmemehr als ein Drittel

Paramount, unter der Führung von CEO David Ellison, weist diese Bedenken zurück. Das Unternehmen argumentiert, dass der Zusammenschluss notwendig sei, um gegen Streaming-Giganten bestehen zu können.

Writers Guild und Hollywoods Widerstand

Writers Guild und Hollywoods Widerstand
Photo: Fox Business

Nicht nur staatliche Stellen, auch die Kreativbranche leistet Widerstand. Die Writers Guild of America (WGA) reichte am Dienstag eine separate Klage ein. Die Gewerkschaft befürchtet, dass die Fusion zu niedrigeren Gehältern und weniger Beschäftigungsmöglichkeiten für Autoren führen würde.

„Wenn es Paramount gelingt, Warner Bros. zu kaufen, wird das fusionierte Unternehmen der größte Einkäufer von Original-Film- und Fernsehprogrammen in den Vereinigten Staaten sein. Dies würde den Wettbewerb in einer bereits konsolidierten Branche eliminieren und die Lebensgrundlage der Unterhaltungsarbeiter sowie die kreative Vielfalt von Fernsehen und Film bedrohen.“
Michele Mulroney, Präsidentin der Writers Guild of America West, via CBS News

Paramount entgegnete, dass die Fusion durch die Bündelung von Ressourcen die Chancen für Autoren eher erweitern als einschränken würde. David Ellison hat zugesagt, jährlich 30 Filme in Kinos zu bringen und zwei separate Filmstudios beizubehalten, um den kreativen Wettbewerb zu fördern.

Zeitdruck und die „Ticking Fee“

Ein kritischer Faktor in diesem Rechtsstreit ist der Zeitplan. Paramount strebt einen Abschluss der Transaktion bis zum dritten Quartal an, möglicherweise bereits zum 22. Juli.

Sollte der Deal nicht bis zum 30. September abgeschlossen sein, wird es teuer. Paramount hat zugestimmt, Aktionären eine sogenannte „Ticking Fee“ von 25 Cent pro Aktie zu zahlen. Dies entspricht einer Summe von etwa 650 Millionen Dollar pro quarter, wie CNN berichtet.

Die Staaten fordern nun eine einstweilige Verfügung (Temporary Restraining Order, TRO), um den Prozess einzufrieren. Die Klage argumentiert, dass es nach dem Vollzug der Fusion „außerordentlich schwierig wäre, das Ei wieder zu entmischen“, da Kündigungen und Programbabsetzungen sofort beginnen würden.

Politische Spannungen

Neben den wirtschaftlichen Fragen spielt eine politische Komponente eine Rolle. David Ellison ist der Sohn von Larry Ellison, einem engen Verbündeten von US-Präsident Donald Trump.

Während das US-Justizministerium (DOJ) den Deal im Juni bereits genehmigt hatte, bleibt die Entscheidung über die einstweilige Verfügung nun an Richter P. Casey Pitts hängen. Sollte er die Klage der Staaten ablehnen, kann Paramount den Weg zur Fusion ebnen; andernfalls droht eine Verzögerung, die bis zum Ende des Jahres oder sogar bis zu einem Prozess im Juli 2027 führen könnte.

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Zeitdruck und die „Ticking Fee“
Photo: CNN
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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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