Zum Inhalt springen
Nachrichten

Zink kann Erkältungsdauer verkürzen, hilft aber kaum zur Vorbeugung

Zink kann die Krankheitsdauer bei bestehenden Erkältungssymptomen um rund zwei Tage verkürzen, bietet zur Vorbeugung jedoch kaum messbaren Nutzen. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie aktuelle Auswertungen weisen darauf hin, dass hoch dosierte Präparate über den Empfehlungen liegen und Risiken bergen.

Datenlage zu Zink bei akuten Erkältungssymptomen

Wenn die Temperaturen sinken, wächst in Apotheken der Bedarf an schnellen Mitteln gegen Husten und Schnupfen. Eine aus dem Jahr 2024 vorliegende Auswertung zeigt, dass Zink bei bereits ausgebrochenen Beschwerden die Krankheitsdauer um circa zwei Tage verringern kann. Für die reine Vorbeugung lässt sich ein solcher Effekt laut der Daten jedoch nicht nachweisen.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) stuft die vorsorgliche Einnahme hoch dosierter Zink- oder Vitamin-Präparate als nicht tragfähig ein. Eine Stichprobe von 19 untersuchten Produkten machte deutlich, dass der Großteil der angebotenen Mittel über den vom Bundesinstitut für Risikobewertung ausgegebenen Höchstmengenvorschlägen lag. Für Zink liegt dieser Richtwert bei 6,5 Milligramm pro Tag.

Risiken durch Überdosierung und der richtige Zeitpunkt

Wer zu hoch dosierten Präparaten greift, unterschätzt oft die Nebenwirkungen. Fachleute weisen darauf hin, dass eine dauerhafte Überversorgung mit Zink einen Mangel an Eisen begünstigen kann. Der zeitliche Einsatz entscheidet deshalb über den messbaren Erfolg. Wer erst bei laufender Infektion mit der Einnahme beginnt, erzielt eher Effekte als Personen, die ausschließlich präventiv handeln.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei anderen Stoffen. Laut einer Cochrane-Auswertung beugt Vitamin C einer Erkältung zwar ebenfalls nicht vor, kann aber ebenfalls die Beschwerdedauer verkürzen. Auch hier warnt das LAVES vor unnötigen Dosierungen, da ein echter Vitamin-C-Mangel bei normaler Ernährung in Deutschland kaum vorkommt. Ergänzend verbindet ein Umbrella Review der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) über 73 Studien zwar einen niedrigen Vitamin-D-Status mit einem höheren Risiko für akute Atemwegsinfektionen, leitet daraus jedoch keinen sicheren Schutz durch isolierte Gaben ab.

Virenübertragung, Kälte und Basishygiene im Alltag

Die Annahme, dass Kälte allein eine Erkältung auslöst, hält einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand. Infektionen entstehen durch Krankheitserreger, deren Übertragung durch kühle Bedingungen und trockene Heizungsluft lediglich begünstigt wird. Bereits in den 1950er Jahren zeigten Experimente der Common Cold Unit am Harvard Hospital in Salisbury, dass Umwelteinflüsse die Virusaktivität steuern.

Gegen die tatsächlichen Erreger helfen vor allem einfache Schutzmaßnahmen. Eine Untersuchung der Universität Greifswald aus dem Jahr 2010 mit 129 Verwaltungsmitarbeitern ergab, dass regelmäßige Händedesinfektion am Arbeitsplatz direkt mit selteneren Erkältungsbeschwerden verbunden war. Für den Schutz vor Influenza empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die jährliche Grippeschutzimpfung besonders für Schwangere, chronisch Kranke und Menschen ab 60 Jahren. Da der Impfschutz 10 bis 14 Tage benötigt, gelten die Monate Oktober und November als optimaler Zeitraum.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.