Ein umstrittener Fan-Eingriff hat am Mittwochabend im sechsten Inning von Spiel 3 der American League Division Series im Yankee Stadium den vermeintlichen Ausgleich der New York Yankees verhindert. Nach Videobeweis korrigierten die Schiedsrichter den Homerun von Anthony Volpe in ein RBI-Double, woraufhin die Tampa Bay Rays die Yankees mit 4:3 besiegten und mit einem Sweep aus den Playoffs warfen.
Die spielentscheidende Szene im sechsten Inning
Das Spiel schien im sechsten Inning eine dramatische Wendung zu nehmen. In Richtung des linken Outfields rannte Rays-Aussenverteidiger Victor Mesa Jr., um den Ball an der Umzäunung zu erreichen. Der Ball prallte von den Händen des Zuschauers ab und fiel in die Zuschauerränge. Ursprünglich gaben die Unparteiischen den Schlag als Homerun, der den Spielstand auf 4:4 ausgeglichen hätte.
Die Schiedsrichter versammelten sich jedoch zu einer eingehenden Videoprüfung. Das Team im Replay Center wertete die verschiedenen Kameraeinstellungen aus und stellte fest, dass der Fan unerlaubt in das Spielfeld eingegriffen hatte. Der Ball hätte nach Einschätzung der Offiziellen weder die Mauer regulär überquert noch wäre er von Mesa gefangen worden. Das Resultat war eine Korrektur der Spielentscheidung, die das sportliche Schicksal der Partie besiegelte. Der betreffende Zuschauer wurde daraufhin von Stadion-Sicherheit und Polizei aus dem Yankee Stadium eskortiert.

Der Offizielle für den Videobeweis der Major League Baseball erklärte: „Nach Ansicht aller relevanten Perspektiven hat der Offizielle für den Videobeweis eindeutig festgestellt, dass der Zuschauer den Ball über dem Spielfeld behindert hat. Der Ball hätte das Spielfeld weder verlassen noch wäre er gefangen worden. Die Entscheidung wurde revidiert, es lag eine Zuschauerbehinderung und kein Homerun vor. Zusätzlich wertete der Offizielle für den Videobeweis einen Run und platzierte den Schlagmann auf dem zweiten Base.
Reaktionen und Parallelen zur Geschichte
Die Entscheidung enttäuschte die Gastgeber, doch sowohl Trainer als auch Spieler räumten nach Abpfiff ein, dass das Schiedsrichterteam richtig lag. Aaron Boone erklärte, er habe schon beim Schlag Zweifel gehabt und nach Ansicht der Wiederholung gewusst, dass die Korrektur korrekt war. Auch Rays-Coach Kevin Cash äußerte sich zur veränderten Ausgangslage und erklärte, sein Replay-Official Nick Rogers habe darauf hingewiesen, dass der Läufer das zweite Basissack bereits passiert hatte, als der Ball die Hand des Fans traf, was die Vergabe des Runs rechtfertige. Währenddessen betonte Aaron Judge, der die Szene in der Wiederholung sah, dass er den Chancen nach dem Schlag vertraut hatte. Nach den Aussagen des Startpitchers Max Fried ging die Mannschaft von einem Gleichstand in den Rückstand über, nachdem im oberen sechsten Inning zuvor der Homerun von Mesa zugelassen worden war.
Der Vorfall weckte sofort Erinnerungen an historische Momente im Stadion der Yankees. Fast auf den Tag genau dreißig Jahre nach dem berühmten Eingreifen des damals zwölfjährigen Jeffrey Maier zugunsten von Derek Jeter in der ALCS von 1996 gegen die Baltimore Orioles sorgte erneut ein Fan im linken Outfield für Aufsehen. Damals argumentierten Manager Davey Johnson und Tony Tarasco heftig, während der damalige Right-Field-Umpire Rich Garcia keine Interference gab. Anders als vor drei Jahrzehnten stand den Unparteiischen diesmal jedoch der Videobeweis zur Verfügung, sodass der Fehler umgehend korrigiert werden konnte.
Das Ausscheiden der Yankees und der Einzug von Tampa Bay
Durch die Aberkennung des Homeruns erhielten die Yankees lediglich ein Double, während der zuvor gestartete George Lombard Jr. punkten durfte. Der Rückstand schmolz auf 4:3, doch die Offensive der Hausherren konnte im weiteren Verlauf des Spiels keinen weiteren Treffer mehr erzielen. Nach dem Platzverweis für den Fan kam es im linken Outfield zu wütenden Reaktionen, als weitere Anhänger Trümmer, Bierdosen und Becher Richtung Feld warfen. Manager Kevin Cash lobte die Leistung seines Pitcherstabs und die disziplinierte Ausführung über die gesamte Serie hinweg.

Für New York bedeutet das Ergebnis hingegen das vorzeitige Saisonende, eine verlängerte World-Series-Durststrecke von mittlerweile 17 Jahren und die Enttäuschung, wie schon in den Vorjahren gegen Division-Rivalen aus dem Osten auszuscheiden.
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