Zum Inhalt springen
Sport

WM 2026: Gruppe A – Kims Patzer beschert Mexiko den Gruppensieg

Mexiko sicherte sich am 19. Juni 2026 in Guadalajara mit einem 1:0-Sieg gegen Südkorea als erste Mannschaft den Gruppensieg in der Gruppe A der Weltmeisterschaft 2026. Ein Torwartfehler von Seung-gyu Kim ermöglichte Luis Romo in der 50. Minute den entscheidenden Treffer, wodurch der Co-Gastgeber vorzeitig den Einzug in das Sechzehntelfinale geschafft hat.

Der entscheidende Patzer von Seung-gyu Kim

Der entscheidende Patzer von Seung-gyu Kim
Photo: 20 Minuten

Der entscheidende Patzer von Seung-gyu Kim
Das Spiel in Zapopan vor 45.522 Zuschauern war über weite Strecken von taktischer Vorsicht und einem Mangel an Offensivideen geprägt. Die erste Halbzeit endete torlos, wobei beide Teams lange Ballbesitzphasen ohne echte Torchancen absolvierten. In der 50. Minute kam es dann zu der Szene, die laut Watson die Entscheidung herbeiführte: Der südkoreanische Torhüter Seung-gyu Kim kollidierte nach einer Flanke mit seinem Mitspieler Lee Gi-Hyuk.

Der Ball entglitt Kim aus den Händen und landete direkt vor Luis Romo. Der Mittelfeldspieler von Deportivo Guadalajara nutzte die Chance eiskalt und schob den Ball aus etwa 12 Metern in das leere Tor. Es war der einzige Treffer der Partie.

Trotz des Fehlers bewies Kim später im Spiel Stärke und verhinderte mit zwei Paraden, unter anderem gegen Raúl Jiménez in der 75. Minute, ein weiteres Gegentor. Dennoch blieb der eine Aussetzer fatal für die Mannschaft von Trainer Hong Myung-Bo.

Taktische Sterilität und Fan-Unmut in Guadalajara

Taktische Sterilität und Fan-Unmut in Guadalajara
Photo: Blick

Die Leistung der beiden Teams entsprach nicht den Erwartungen der Zuschauer. SRF berichtet, dass die Fans die Mannschaften zur Halbzeit mit Pfiffen in die Kabinen verabschiedeten. Mexiko scheiterte lange am disziplinierten 5-4-1-System der Südkoreaner, während die Angriffe aus Seoul fast ausnahmslos im Abseits endeten.

Auch nach dem Führungstreffer blieb das Spiel zäh. Südkoreas Superstar Heung-min Son wurde bereits vor Ablauf der ersten Stunde ausgewechselt, ohne einen nennenswerten Einfluss auf das Geschehen zu haben. Erst kurz vor Spielende steigerte Südkorea den Druck. In der 87. Minute rettete der mexikanische Torhüter José Rangel mit einer Parade auf der Linie gegen einen Kopfball von Cho Gue-sung den Sieg.

Die statistische Dominanz Mexikos in der ersten Halbzeit ist bemerkenswert: Zum 13. Mal in Folge kassierte das Team in einem WM-Spiel in der ersten Hälfte kein Gegentor. Das letzte Mal geschah dies im Jahr 2010 gegen Argentinien.

Rechnerische Sicherheit und der Weg ins Azteca-Stadion

WM 2026 Gruppe A vorgestellt: Mexikos Heimvorteil gegen Südkoreas Legionäre

Mit zwei Siegen aus zwei Spielen und einer makellosen Bilanz von null Gegentoren ist Mexiko nun der erste Sechzehntelfinalist des Turniers. Die vorzeitige Qualifikation wurde durch das 1:1-Unentschieden zwischen Tschechien und Südafrika begünstigt. Da beide Teams nach der ersten Runde nur einen Punkt auf dem Konto hatten, ist der erste Platz der Gruppe A für Mexiko nicht mehr zu nehmen.

Die Implikationen für den Co-Gastgeber sind erheblich. Laut 20 Minuten bedeutet dieser Erfolg, dass Mexiko das Sechzehntelfinale im legendären Aztekenstadion bestreiten wird. Sollte das Team dieses Spiel gewinnen, würde auch die Achtelfinalpartie in diesem Stadion ausgetragen.

Die aktuelle Tabellensituation der Gruppe A stellt sich wie folgt dar:

Team Punkte Tore Status Mexiko 6 3:0 Qualifiziert (Gruppensieger) Südkorea 3 X:X In contention Tschechien 1 X:X In contention Südafrika 1 X:X In contention

Historische Verbundenheit zwischen Mexiko und Südkorea

Abseits des sportlichen Kampfes zeigte sich ein ungewöhnliches Bild auf den Rängen. Blick beschreibt eine bemerkenswerte Freundschaft zwischen den Anhängern beider Nationen. In sozialen Medien kursierten Videos, in denen mexikanische und südkoreanische Fans gemeinsam feierten und den Gesang Coreano, hermano, ya ere mexicano anstimmten.

Diese Verbundenheit wurzelt in der Weltmeisterschaft 2018. Damals profitierte Mexiko vom überraschenden Sieg Südkoreas gegen Deutschland im letzten Gruppenspiel, wodurch die Mexikaner ins Achtelfinale einzogen. Als Reaktion darauf stürmten mexikanische Fans die südkoreanische Botschaft in Mexiko-Stadt, um den Generalkonsul Han Byoung Jin auf den Schultern durch die Stadt zu tragen.

Dieser emotionale Hintergrund kontrastiert scharf mit der sportlichen Realität des aktuellen Spiels, in dem es um den Verbleib im Turnier ging. Während Mexiko nun entspannt auf das letzte Gruppenspiel blicken kann, müssen die Südkoreaner um ihr Weiterkommen zittern.

Ausblick auf den letzten Gruppentag

Die Weichen für das Sechzehntelfinale sind gestellt, doch die Platzierungen in der Gruppe A werden am letzten Spieltag finalisiert. In der Nacht auf Donnerstag trifft Mexiko auf Tschechien. Für Südkorea hingegen wird die Partie gegen Südafrika zur Pflichtaufgabe.

Südkorea könnte theoretisch noch auf die gleiche Punktzahl wie Mexiko kommen, sollte es gewinnen und Mexiko verlieren. Da jedoch die direkte Begegnung bei Punktgleichheit vor der Tordifferenz zählt, bleibt der Gruppensieg unabhängig vom Ergebnis des letzten Spieltags bei Mexiko. Die Südkoreaner kämpfen nun primär darum, nicht hinter Tschechien oder Südafrika zurückzufallen und sich einen Platz in der K.o.-Phase zu sichern.

Find more reporting in our Sport section.

Historische Verbundenheit zwischen Mexiko und Südkorea
Photo: Watson
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.