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William D. Nordhaus ist tot: Nobelpreisträger und Klimaforscher stirbt mit 85

Der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete amerikanische Ökonom und Klimaökonom William D. Nordhaus ist am 30. Oktober 2026 im Alter von 85 Jahren gestorben. Wie die Yale University in einer offiziellen Mitteilung bekannt gab, erlag der langjährige Professor den Folgen einer aggressiven Krebserkrankung des Gehirns.

Akademischer Weg und der Nobelpreis

Nordhaus wurde 2018 gemeinsam mit Paul Romer mit dem Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften im Gedenken an Alfred Nobel geehrt. Das Komitee zeichnete ihn damals aus for integrating climate change into long-run macroeconomic analysis, wie die Berichte unterstreichen.

Seine akademische Laufbahn führte ihn an das Massachusetts Institute of Technology, wo er bei dem Nobelpreisträger Robert Solow promovierte. Bereits im Jahr 1967 trat er eine Professur in Yale an, die für mehr als fünf Jahrzehnte seine akademische Heimat bleiben sollte. Neben seiner Forschung prägte er als Mitautor auch das von Paul Samuelson begründete Standardlehrbuch Economics, durch das Generationen von Studierenden die Grundlagen der Volkswirtschaftslehre erlernten.

An der Yale-Universität unterrichtete er über viele Jahre hinweg Vorlesungen zur Makroökonomie auf fortgeschrittenem Niveau und hielt die entsprechenden Lehrveranstaltungen von den siebziger Jahren bis zum Jahr 2023 ab. Für herausragende Lehre im Bereich der Undergraduate-Ausbildung wurde ihm im Jahr 2013 ein entsprechender Lehrpreis der Universität verliehen. Zudem rief er im Jahr 2015 maßgeblich die Fakultätsvertretung an der Hochschule ins Leben.

William d nordhaus
Foto: faz.net

In den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, einer Epoche, in der Veröffentlichungen wie The Population Bomb sowie The Limits to Growth drastische Krisenszenarien verbreiteten und Ölpreisschocks zu weltweiter Stagflation führten, begann Nordhaus sich intensiv mit den Schnittstellen zwischen Umwelt und Wirtschaft zu befassen. Laut seinen Aufzeichnungen in seiner Nobel-Autobiografie wurde dieses frühe Interesse möglicherweise durch die Leidenschaft seines Vaters für den Skisport geweckt, während sein aus Paderborn in Westfalen stammender Großvater bereits im Jahr 1883 in die Vereinigten Staaten ausgewandert war.

Modelle für das Klima und globale Steuern

In den 1970er Jahren begann Nordhaus als einer der ersten Ökonomen damit, die physikalischen Realitäten des Klimawandels in traditionelle Wachstumstheorien zu integrieren. Er erkannte früh, dass die Erderwärmung ein globales Problem darstellt, das entsprechende mathematische Modellierungen erfordert. Daraus gingen in den folgenden Jahrzehnten die Dynamic Integrated Climate-Economy-Modelle sowie die Regional Integrated Climate-Economy-Modelle hervor, welche die weltweite Wirtschaft und das globale Klimasystem miteinander verknüpften.

Dabei unterschied er sich von anderen Forschern dadurch, dass er stets auch die wirtschaftlichen Folgen im Blick behielt und betonte, dass die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius nicht ohne Rücksicht auf die entstehenden Kosten beschlossen werden dürfe.

Um dem Problem des Trittbrettfahrertum bei internationalen Verhandlungen zu begegnen, schlug er die Bildung eines Klimaklubs der großen Staaten vor, in dem die Mitglieder adäquate Steuern auf den Ausstoß von Kohlendioxid festlegen und den Import von Gütern aus Staaten außerhalb dieses Klubs mit Einfuhrzöllen belegen. Diese Konzeption diente später unter anderem dem früheren Bundeskanzler Olaf Scholz als Grundlage für entsprechende Vorschläge, während die Europäische Union mit ihrem CO2-Grenzausgleichsmechanismus eine konkrete Umsetzung eines solchen Klubs darstellt.

Dienst für Universität und Politik

Von 1977 bis 1979 gehörte er dem Council of Economic Advisers unter Präsident Jimmy Carter an. An der Yale-Universität wirkte er zwischen 1986 und 1988 als Provost sowie von 1992 bis 1993 als Vizepräsident für Finanzen und Verwaltung.

William D. Nordhaus ist tot: Nobelpreisträger und Klimaforscher stirbt mit 85
Foto: wwconemedia.com

Richard Levin, ein langjähriger Kollege und ehemaliger Präsident der Universität, erinnerte sich in einem Interview an Nordhaus: He had a great imagination and a sense of what was important, and an incredible intellectual rigor with which he pursued these problems, sagte Levin über den Verstorbenen und fügte hinzu: Just an admirable economist in every way.

John Geanakoplos, ein Kollege aus der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, fasste die Haltung des Forschers mit den Worten zusammen: The two things I know best about him are his love of Yale and his love of economics, erklärte Geanakoplos. With both, he had an insatiable curiosity and energy for getting to the bottom of things.

Unser früherer Bericht: William D. Nordhaus ist tot Klimaökonom gestorben

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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