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Wien blitzt mit Antrag auf Sommerferien-Vorverlegung ab

Ein Vorstoß der Stadt Wien zur Vorverlegung der Sommerferien ist bei der Bildungsreferentenkonferenz am 2. Oktober 2026 gescheitert. Obwohl auch das Bundesland Kärnten eine Verkürzung der späten Sommermonate und einen früheren Schulstart forderte, lehnte die Mehrheit der Bundesländer die Pläne ab.

Wiens Antrag auf Ferienreform

Die Wiener Bildungsstadträtin Bettina Emmerling versuchte bei dem Treffen der Bildungsreferentinnen und -referenten in Vorarlberg, eine grundlegende Änderung des österreichischen Schuljahres durchzusetzen. Der Vorstoß sah vor, dass die Schulzeit künftig bereits im Juni endet und der Unterricht im August entsprechend früher wieder beginnt.

Auslöser für die Initiative sind extreme Hitzewellen. In den vergangenen Jahren kletterten die Temperaturen im Juni in vielen Klassenzimmern regelmäßig über die Marke von 30 Grad. Die Stadt argumentierte, dass dieser Monat die längsten Tage und die stärkste Sonneneinstrahlung aufweist, während im August kühlere Nächte ein besseres Durchlüften der Räume erlauben würden. Kein anderes EU-Land startet so spät in die Sommerferien.

Wien blitzt mit Antrag auf Sommerferien-Vorverlegung ab
Foto: derstandard.at

Kärntner Unterstützung und politische Reaktionen

Rückendeckung erhielt Wien vor dem Treffen aus Kärnten. Landeshauptmann Daniel Fellner und Landesrat Peter Reichmann forderten ebenfalls ein schnelles Handeln des Bundes und kritisierten den im europäischen Vergleich späten Ferienstart in Österreich.

Kärnten hatte den Bund schon im Juni zum Handeln aufgerufen, und die Thematik wurde bei der BildungsreferentInnen-Konferenz der Länder in Innsbruck weiter vorangetrieben. Die Landespolitiker betonten, dass man in Anbetracht der Klimaveränderungen nicht tatenlos zusehen könne und eine verantwortungsvolle Politik reagieren müsse.

Schon im Juni schlug Kärnten eine Verschiebung der Sommerferien um zwei Wochen vor. Das Thema steht jetzt auf der
Foto: 5 Minuten

Ablehnung im Gremium und Expertenstimmen

Gegenwind kam hingegen von mehreren anderen Bundesländern. Bei der Konferenz in Vorarlberg stimmte die Mehrheit gegen den Vorstoß. Kritiker argumentierten, dass eine bloße Verschiebung der Ferien das thermische Problem in den Schulgebäuden nur teilweise lösen könne. Zudem verwiesen Fachleute auf Prognosen von GeoSphere Austria, wonach zwei Wochen früher Ferien den Wiener Schulen im Schnitt lediglich einen halben Hitzetag ersparen würden.

Weiteres Vorgehen bei der Schulausstattung

Obwohl die Initiative im Gremium keine Mehrheit fand, hält die Wiener Bildungsstadträtin an dem grundsätzlichen Ziel fest. Der ORF zitierte Emmerling mit den Worten, dass für sie noch nichts vom Tisch sei und man den Verlauf des nächsten Sommers beobachten wolle.

Für mich bedeutet das, dass wir natürlich weiter schauen, dass wir die Schulen hitzeresistent gestalten, mit mehr Ausstattung im Bereich Ventilatoren, Kühl- und Klimageräten.

Bettina Emmerling, Bildungsstadträtin

Als unmittelbare Konsequenz aus der abgelehnten Ferienänderung hat die Stadt Wien für das kommende Jahr bereits die Vorschriften für mobile Klimageräte und Ventilatoren in den Klassenzimmern gelockert.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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