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Technik und Wissenschaft

Vulkan Kīlauea beginnt 55. Eruptionsepisode auf Hawaii

Der hawaiianische Vulkan Kīlauea brach am 17. Oktober 2026 zum 55. Mal aus und schoss Lavafontänen bis zu 720 Fuß hoch in den Halemaʻumaʻu-Krater. Die Aktivität folgt auf eine ungewöhnlich lange zweimonatige Pause und einen starken Druckaufbau am Gipfel.

Die 55. Eruptionsepisode des Kīlauea auf Hawaii hat am Morgen des 17. Oktober 2026 kurz nach 3 Uhr Ortszeit begonnen. Nach Angaben des United States Geological Survey (USGS) markiert der Ausbruch das Ende einer rund zweimonatigen Pause. Diese gilt als die längste Phase ohne Fontänen seit Beginn des aktuellen Eruptionszyklus im Dezember 2024. Zum Zeitpunkt des Berichtens lag die USGS Volcano Alert Level bei WATCH und der Aviation Color Code bei ORANGE. Die East Rift Zone und die Southwest Rift Zone blieben im jüngsten Bericht unauffällig mit niedriger Seismizität, geringer Bodenverformung und keinen signifikanten Verformungen, während Schwefeldioxid-Emissionen aus der East Rift Zone unterhalb der Nachweisgrenze verblieben.

Lavafontänen erreichen 720 Fuß Höhe und speien Asche bis auf 25.000 Fuß

Wissenschaftler des Hawaiian Volcano Observatory (HVO) registrierten um 3:19 Uhr den Beginn der Hauptphase. Eine kräftige Lavafontäne schoss aus dem Nordkrater empor und erreichte gegen 5 Uhr morgens eine maximale Höhe von rund 720 Fuß. Die Eruptionssäule stieg bis auf etwa 25.000 Fuß über dem Meeresspiegel auf.

Vulkan Kīlauea beginnt 55. Eruptionsepisode auf Hawaii
Foto: NDTV

Nordöstliche Winde trieben die vulkanischen Gase und tephra-haltigen Partikel in Richtung Süd-Südwesten von Halemaʻumaʻu. Radarbilder zeigten, dass erhebliche Mengen an Tephra in der Plume bis zu einer Höhe von rund 8.000 Fuß verteilt wurden. Schwefeldioxid-Emissionen und vulkanische Glasfasern, sogenannte Pele-Haare, können die Luftqualität beeinträchtigen und insbesondere für empfindliche Personen zu Atemwegsreizungen führen, wobei die Schwefeldioxid-Emissionsraten in den Pausen zwischen den Episoden typischerweise zwischen 1.000 und 5.000 Tonnen pro Tag schwanken.

Südventil erzeugt ständige Überläufe und Pāhoehoe-Ströme

Bereits in den Tagen vor dem Hauptausbruch hatte sich die seismische Unruhe am Gipfel verstärkt.

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Kurz vor 6 Uhr morgens ging diese Aktivität in einen anhaltenden Fluss über. Ein kleiner Kuppelbrunnen im inneren Bereich des Schlots speiste mehrere Kanäle, die sich fast eine halbe Meile weit über den Kraterboden ausbreiteten. Begleitet wurde die Oberflächenaktivität von anhaltendem Schweben, glühenden Rändern und gelegentlichen Flammen an den Nord-, Süd- und Westschloten.

Seismische Unruhe und unvorhersehbare Magmenbewegungen seit September

Der unerwartet lange Unterbruch zwischen den Eruptionsphasen ging auf komplexe unterirdische Prozesse zurück. Nach der 54. Episode am 25. Diese Intrusionen veränderten das Druckmuster des flachen Magmenreservoirs unter Halemaʻumaʻu so stark, dass Vorhersagemodelle für den Zeitpunkt des nächsten Ausbruchs vorübergehend unbrauchbar wurden.

Vulkan Kīlauea beginnt 55. Eruptionsepisode auf Hawaii
Foto: AOL.com

Der United States Geological Survey erklärte, dass der Gipfel des Kīlauea weiterhin unter hohem Druck stehe und Änderungen der Eruptionsaktivität oder des Standorts innerhalb der Gipfelregion möglich seien, wie das HVO mitteilte.

Neigungsmesser (Tiltmeter) registrierten geringfügige Veränderungen mit einem leichten langfristigen Inflationstrend. Auch GPS-Messstationen wie CRIM und UWEV zeigten seit Ende September eine geringfügige Vergrößerung des Abstands über der Magmakammer, während die USGS Volcano Alert Level für den Vulkan auf Watch verzeichnet wurde.

Sicherheitsmaßnahmen im Hawaii Volcanoes National Park

Wegen der erhöhten seismischen Aktivität und Gasaustritte gelten im Hawaii Volcanoes National Park weiterhin temporäre Sperrungen. Betroffen sind Abschnitte des Halemaʻumaʻu Trail und des Byron Ledge Trail. Die County Civil Defense Agency und die Parkverwaltung stehen in direktem Kontakt mit dem HVO, um die Entwicklung an den Schloten zu beobachten. Die Alarmstufe für den Vulkan verbleibt auf WATCH und die Luftfahrt-Farbcodierung auf ORANGE.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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