Etwa ein Drittel der Stellen in der Vorarlberger Schulpsychologie ist nach Angaben der Bildungsdirektion unbesetzt.
Im vergangenen Schuljahr hatte der Bund insgesamt acht zusätzliche Vollzeitstellen für Vorarlberg zugesagt, wodurch die Gesamtzahl der Vollzeitstellen in der Vorarlberger Schulpsychologie auf insgesamt 20,5 steigen sollte. Damit bleibt etwa ein Drittel des gesamten Stellenkontingents offen.
Strenge Anforderungen und Gehaltskonkurrenz erschweren Besetzung
Nach Angaben von Elisabeth Mettauer von der Bildungsdirektion gestaltet sich die Suche nach qualifiziertem Personal extrem schwierig, obwohl die Stellen regelmäßig über verschiedene Kanäle ausgeschrieben werden. Als wesentliche Hürde nennt das Ministerium die Vorgabe, dass Bewerber neben einem abgeschlossenen Psychologiestudium eine postgraduelle Ausbildung im Bereich der Klinischen Psychologie vorweisen müssen. Zwar wird diese Anforderung von den zuständigen Stellen im Land als nachvollziehbar eingeschätzt, jedoch führt sie dazu, dass regelmäßig Bewerber ohne diese Zusatzausbildung abgewiesen werden müssen.
Hinzu kommt ein genereller Mangel an Klinischen Psychologen in ganz Österreich. Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) warnte bereits Ende des vergangenen Jahres vor einem fast unüberwindbaren Flaschenhals bei den praktischen Ausbildungsplätzen. In Vorarlberg wird die Situation zudem durch das Fehlen einer Universität und damit fehlender Psychologie-Absolventen vor Ort verschärft.

Die aktuellen Rahmenbedingungen im praktischen Ausbildungsbereich reichen seit Jahren nicht aus, um den Bedarf an Ausbildungsplätzen zu decken.
Auch die Entlohnung wird von der Bildungsdirektion kritisch bewertet. Laut Mettauer wird das Gehalt von Kandidaten immer wieder als Absagegrund genannt, da diese teilweise in anderen Bereichen mehr verdienen können. Obwohl Vorarlberg diesbezüglich bereits seit Längerem beim Bund anbiert, habe sich bislang nichts verändert.
Beratungsangebot für Schüler, Eltern und Lehrkräfte in Vorarlberg
Die Schulpsychologie agiert als psychologische Beratungseinrichtung der Bildungsdirektion und steht Schülern, Lehrkräften, Erziehungsberechtigten sowie Leitungspersonen zur Verfügung. Zu den Themenbereichen gehören Lern- und Motivationsprobleme, Überforderung, Prüfungsangst, Zukunftssorgen sowie Gewalterfahrungen und andere Krisensituationen. Die Inanspruchnahme ist freiwillig, kostenlos und vertraulich.
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