Ferrari-Pilot Charles Leclerc hat das zweite freie Training zum Großen Preis von Bahrain auf dem Sepang International Circuit in Malaysia für sich entschieden. Der Monegasse verwies Isack Hadjar und Lando Norris in einer von Regenwolken und sengender Hitze geprägten Session auf die Plätze.
Charles Leclerc setzt Bestzeit im Freitagstraining von Sepang
Die Formel 1 ist an eine alte Bekannte zurückkehrt, und die Bedingungen bei der ersten Auflage in Malaysia seit 2017 verlangten Fahrern und Teams direkt alles ab. Mit einer Rundenzeit von 1:37,528 Minuten sicherte sich Charles Leclerc im Ferrari die Bestzeit im zweiten freien Training. Dichter Verfolger auf dem anspruchsvollen Kurs war Red-Bull-Ersatzmann Isack Hadjar, der mit knapp unter einer Zehntelsekunde Rückstand den zweiten Platz belegte.
Über dem Sepang International Circuit hingen zu Beginn der Session dichte graue Wolken, und die Meteorologen der FIA hatten eine Regenwahrscheinlichkeit von 90 Prozent prognostiziert. Um möglichst viele Runden im Trockenen zu absolvieren, bildete sich um 16:00 Uhr Ortszeit unmittelbar nach Freigabe der Boxengasse eine Schlange an Fahrzeugen. Die Asphalttemperatur kletterte zeitweise auf nahezu 60 Grad Celsius, was zu starkem Reifenverschleiß und vereinzelten Verbremsern führte.

Fred Vasseur sagte, dass es eine Herausforderung für sie sei – aber er denke für jeden.
Im ersten Freien Training hatte noch Max Verstappen das Tempo vorgegeben und mit einer Zeit von 1:37,520 Minuten die Bestmarke gesetzt. Der amtierende Weltmeister ließ im zweiten Durchgang allerdings den von vielen Konkurrenten gefahrenen Test mit weichen Reifen aus. Stattdessen konzentrierte sich der Niederländer im Red Bull auf Longruns und die Rennvorbereitung, weil er wegen des drohenden Regens kein Risiko eingehen wollte.
Technische Sorgen bei Mercedes und das dichte Mittelfeld
Während Ferrari und Red Bull die Zeitenliste anführten, lief es für Mercedes zum Auftakt des Rennwochenendes weniger rund. Die Silberpfeile brachten in Malaysia ihr erstes großes Upgrade-Paket seit dem Grand Prix in Kanada im Juni an den Start, das Teamboss Toto Wolff und seine Ingenieure vor einige Rätsel stellte. George Russell landete nach den reinen Rundenzeiten auf dem siebten Rang, während sein Teamkollege Kimi Antonelli sich mit dem achten Platz begnügen musste.
Russell berichtete am Funk von massiver Überhitzung der Pneus. Ich spüre den Abtrieb in einigen Kurven, aber bei dieser Menge an Reifenüberhitzung und -degradation schlägt das alles andere
, erklärte der Brite nach den Longrun-Simulationen. Teamkollege Antonelli zeigte sich von der Strecke trotz der bescheidenen Platzierung angetan und nannte sie „fabelhaft – schnell, mit diesen fließenden Kurven, absolut genial“.

Auf den langen Longruns zeigte sich Max Verstappen auf dem Medium-Reifen extrem konstant, während Charles Leclerc im Ferrari auf den weichen Pneus mit einem Durchschnitt von 1:44,582 Minuten pro Runde einen sehr starken Eindruck hinterließ. Dahinter komplettierten Fahrer wie Nico Hulkenberg für Audi als Zehnter im ersten Training sowie die Cadillac-Piloten das Starterfeld. Lewis Hamilton hatte im zweiten Training mit Sichtproblemen durch seinen rechten Außenspiegel zu kämpfen und beendete den Tag hinter seinem Ferrari-Teamkollegen auf dem fünften Rang, während eine spätere Untersuchung der Rennkommissare wegen eines Zwischenfalls mit Gabriel Bortoleto im Raum stand.
| Fahrer | Team | Bestzeit FP2 |
|---|---|---|
| Charles Leclerc | Ferrari | 1:37,528 |
| Isack Hadjar | Red Bull Racing | 1:37,627 |
| Lando Norris | McLaren | 1:37,665 |
| Max Verstappen | Red Bull Racing | 1:37,785 |
| Lewis Hamilton | Ferrari | 1:37,833 |
Im hinteren Teil des Feldes kämpften vor allem Williams und Alpine mit großen Balanceproblemen.
Hintergrund des ungewohnten Rennwochenendes in Sepang
Die ungewohnte Rückkehr der Formel 1 nach Sepang ist den geopolitischen Umständen zu Beginn des Jahres geschuldet. Die ursprünglich geplanten Läufe in Bahrain und Saudi-Arabien mussten aufgrund des Krieges im Nahen Osten abgesagt werden. Um den Platz im Rennkalender zu wahren, verhandelte Kronprinz Salman bin Hamad bin Isa Al Khalifa eine Verlegung des Events nach Malaysia. Das Wochenende trägt offiziell weiterhin den Namen des Großen Preises von Bahrain; auf dem Podium wird traditionell Rosenwasser anstelle von Champagner versprüht.
Für zusätzliche Spannung im weiteren Verlauf des Wochenendes sorgen mehrere Startplatzstrafen. Isack Hadjar wird nach dem Überschreiten des Kontingents an erlaubten Antriebskomponenten in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückversetzt. Noch härter trifft es Franco Colapinto und Red-Bull-Junior Arvid Lindblad, die wegen Motorenstrafen und früherer Zwischenfälle aus den hinteren Reihen starten müssen.
Fragen zur Kräfteverhältnis vor dem Qualifying
Warum fand das Training unter so ungewohnten klimatischen Bedingungen statt?
Das Rennen in Malaysia ersetzt die ausgefallenen Stationen im Nahen Osten. Die tropischen Temperaturen von rund 60 Grad Asphalttemperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit stellen die Teams vor extreme Belastungsproben bei der Kühlung und dem Reifenverschleissement.

Wie bewertet Red Bull seine eigene Ausgangslage nach dem Trainingsauftakt?
Technikdirektor Pierre Wache zeigte sich überrascht über die positive Leistung des neuen Baku-Pakets auf den unterschiedlichen Kurventypen von Sepang.
Welche Rolle spielen die Reifen auf der abrasierten Strecke?
Die High-Speed- und Medium-Passagen zehren extrem an der Lauffläche. Da der Kurs in Sepang seit 2017 von Formel-1-Boliden nicht mehr befahren wurde, baut sich der Grip auf dem Asphalt nur langsam auf, was das Management der Pneus zu einem entscheidenden Faktor für das Rennen macht.
Auch interessant