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Technik und Wissenschaft

Versicherer warnen laut Insidern vor Klimarisiken

Ein anonymes Memo europäischer Versicherungsinsider warnt vor einer drohenden Finanzkrise durch wachsende Klimarisiken, während Medienberichte auf eklatante Widersprüche in der Branche hinweisen. Die im Oktober 2026 veröffentlichten Berichte und Briefe beleuchten die Kontroverse um steigende Prämien, unversicherbare Regionen und den Umgang von Unternehmen mit künftigen Extremwetterereignissen.

Der Warnruf der Insider und die drohende Finanzkrise

Der Brief wird über das Portal «Inside Track» verbreitet. Über diese Plattform können Mitarbeiter großer Konzerne oder bestimmter Wirtschaftszweige mittels anonymisierter Schreiben an die Öffentlichkeit treten und auf Missstände sowie bedenkliche Methoden aufmerksam machen. Unter dem Titel Ein Warnruf äußern sich die Fachleute zutiefst besorgt über die Geschwindigkeit, mit der physische Klima- und Umweltrisiken zunehmen.

Zahlreiche Immobilienbesitzer könnten in naher Zukunft vor dem Problem stehen, ihr Hab und Gut nicht mehr absichern zu können – im Worst-Case-Szenario drohen dadurch eine Insolvenzwelle und nachfolgend eine Finanzkrise. Sollten massenhaft Darlehensnehmer ihre Schulden nicht mehr begleichen können – vergleichbar mit den Ereignissen der Finanzkrise von 2008/09 –, könnte dies im schlimmsten Fall in einer Finanzkrise münden. Sollte dieses Extremesszenario jedoch ausbleiben, sind dennoch beträchtliche wirtschaftliche Verwerfungen denkbar: Neben dem Zusammenbruch von Versicherungsgesellschaften sind auch in diesen Sektoren engagierte Pensionsfonds mit finanziellen Gefahren konfrontiert.

Widersprüche und Marktinteressen in der Versicherungswirtschaft

Trotz der öffentlich geäußerten Warnungen vor unversicherbaren Regionen zeigen die eigenen Zahlen der Unternehmen laut einer Analyse von Axel Bojanowski für Die Welt ein anderes Bild. Demnach unterliegen Anpassungen an Risikomodellen häufig wirtschaftlichen Erwägungen. Nach Ansicht der Insider wird nach Ansicht der Insider zu wenig getan, um darauf aufmerksam zu machen, und Angestellte in Versicherungsunternehmen seien oft angehalten, Risikoprognosen kleinzurechnen.

Als erfahrene Fachleute in unserem Feld sind wir zutiefst besorgt über die bedrohliche Geschwindigkeit, mit der die physischen Klima- und Umweltrisiken zunehmen.

Führende Köpfe der europäischen und britischen Versicherungsindustrie, anonymer Warnruf via Inside Track

Besonders hart betroffen von dieser Entwicklung sind Branchen wie Tourismus oder Schifffahrt. Für diese Gruppen sind steigende Versicherungsprämien aktuell unausweichlich, was die Inflation und höhere Lebenshaltungskosten anheizen dürfte.

Debatte um Elementarschäden und Prävention in Deutschland

In Deutschland wird diese Diskussion vor allem seit der Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 intensiv geführt. Ausgelöst wurde sie durch jene Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021, welche laut Branchenangaben der Versicherer gesamtheitliche Schadenssummen von 8,75 Milliarden Euro verursachte. Damit sind aber nur jene Werte erfasst, die durch eine Elementarversicherung versichert waren; viele Eigentümer gingen leer aus, weil sie keine solche Versicherung hatten. Der Staat zahlte zusätzlich 3,7 Milliarden Euro an Hilfen für die Flutopfer aus.

Seitdem fordern insbesondere die Bundesländer, dass Elementarschäden als Pflichtversicherung für Gebäudeeigentümer eingeführt werden. Es brauche auch klimaangepasstes Bauen und Objektschutz. Zudem sollte in bestimmten Risikogebieten überhaupt nicht mehr gebaut werden.

Auslöser dafür sind ansteigende Gefahren durch Stürme, Überschwemmungen oder Waldbrände, infolge derer zahlreiche Immobilien in absehbarer Zeit nicht mehr abgesichert werden könnten. Angesichts sich häufender Naturgefahren und Klimarisiken wie dem Bergsturz in Blatten droht vielen Gebäuden in naher Zukunft der Verlust des Versicherungsschutzes. Die Versicherungsbranche richtet einen Appell an europäische Regierungen: Bald werden Versicherer viele Immobilien nicht mehr versichern können.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.