Die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit führt zu einem Anstieg von Verkehrsunfällen in der Dämmerung und Dunkelheit. Der Verkehrsclub Österreich warnt besonders vor Gefahren auf Schutzwegen in den Herbst- und Wintermonaten, in denen laut Statistik Austria zahlreiche Fußgänger verletzt oder getötet werden.
Zeitreise in die Dunkelheit erhöht Unfallrisiko auf Österreichs Straßen
Mit dem Ende der Sommerzeit am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, wurden in der Nacht die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Was für Mensch und Tier biologische Umstellungen bedeutet, bringt im Straßenverkehr schlagartig veränderte Lichtverhältnisse mit sich. Es wird eine Stunde früher dunkel, womit der abendliche Berufsverkehr in die Dunkelheit fällt, wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) warnt. Neben einem veränderten Wildwechsel verschiebt sich vor allem das Risiko für Fußgängerinnen und Fußgänger auf ein gefährliches Niveau.
Die dunkelsten Monate des Jahres bilden traditionell die Hauptsaison für Unfälle auf Schutzwegen. Im vergangenen November und Dezember wurden in Kärnten laut den Mobilitätsdaten 173 Menschen bei Dämmerung oder Dunkelheit verletzt, wobei alle vier tödlichen Unfälle in diesem Zeitraum bei schlechten Lichtverhältnissen stattfanden. Bundesweit fordert der VCÖ daher erhöhte Aufmerksamkeit.

Statistik Austria zeigt drastische Unfallzahlen für Wien und die Steiermark
Die von der Statistik Austria erhobenen Unfallzahlen der Vormonate verdeutlichen das Ausmaß des saisonalen Risikos. Im November des Vorjahres verzeichnete die Statistik österreichweit 136 Schutzwegunfälle, gefolgt von 119 im Dezember und 101 im Jänner, während im helleren Monat Mai lediglich 69 gezählt wurden. In Wien verletzten sich in diesen drei dunklen Monaten insgesamt 128 Personen auf Zebrastreifen, wobei allein der November 49 Unfälle forderte. In der Steiermark war der November mit 22 Verletzten ebenfalls der traurige Spitzenreiter.
In den Monaten November und Dezember des Vorjahres ereigneten sich in Kärnten insgesamt vier tödliche Unfälle, die sämtlich unter schlechten Lichtverhältnissen stattfanden. Laut Angaben der Statistik Austria bildeten dabei Vorrangverletzungen, eine zu hohe Geschwindigkeit sowie Ablenkung und Unachtsamkeit die häufigsten Ursachen für diese Kollisionen.
Bei Tageslicht haben Fußgänger die Möglichkeit, direkten Blickkontakt mit Autonlenkern aufzunehmen, um sich der Wahrnehmung zu vergewissern. Bei Dunkelheit blendet hingegen das Scheinwerferlicht, während das Innere des Fahrzeugs dunkel bleibt. Die Unfallanalyse zeigt zudem, dass 61 Prozent dieser Karambolagen auf abbiegende Fahrzeuge zurückzuführen sind.

Ältere Menschen tragen das schwerste Risiko auf Zebrastreifen
Besonders dramatisch stellt sich die Situation für Seniorinnen und Senioren dar. Bundesweit waren laut VCÖ 42 Prozent der schwer verletzten und 75 Prozent der getöteten Fußgänger auf Schutzwegen mindestens 65 Jahre alt. In der Steiermark machten ältere Menschen sogar 70 Prozent aller Schwerverletzten aus, obwohl sie nur an 25 Prozent der Unfälle beteiligt waren. In fast allen Fällen treffe die betroffenen Senioren keine Schuld; in Wien waren es 95 Prozent, in ganz Österreich laut den Auswertungen der Salzburger Nachrichten sogar 98 Prozent der betroffenen Senioren, die nicht als Hauptunfallverursacher galten.
Aufgrund ihres allgemeinen Gesundheitszustands haben ältere Menschen ein höheres Risiko bei einem Unfall schwer verletzt zu werden.
Klara Maria Schenk, VCÖ-Expertin, via Meinbezirk
Forderungen nach Tempo 30 und erweiterten Parkverboten
Um die Sicherheit drastisch zu erhöhen, fordert der VCÖ konkrete Maßnahmen von den Behörden. Dazu gehört eine generelle Reduktion des Tempolimits im Ortsgebiet auf maximal 30 km/h, da der Anhalteweg bei Tempo 50 doppelt so lang ist. Zudem verlangt die Organisation eine bessere Beleuchtung von Schutzwegen sowie die Ausweitung des bestehenden Park- und Halteverbots vor Zebrastreifen von fünf auf zehn Meter. Höhere Fahrzeuge wie SUVs und Kleintransporter verdecken andernfalls die Sicht auf querende Personen.
Die Straßenverkehrsordnung erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass sich Autolenker einem Schutzweg nur mit so geringer Geschwindigkeit nähern dürfen, dass ein rechtzeitiges Anhalten vor dem Zebrastreifen jederzeit garantiert ist.
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