Die USA und der Iran planen, am kommenden Freitag in der Schweiz eine Absichtserklärung zur Beendigung ihres Krieges zu unterzeichnen. Ein durchgesickertes Dokument sieht unter anderem die Aufhebung sämtlicher Sanktionen, den Abzug US-Truppen aus der Region sowie einen privaten Wiederaufbaufonds in Höhe von 300 Milliarden Dollar für Teheran vor.
Das sogenannte „Memorandum of Understanding“, dessen Details durch Medien wie Bloomberg und Reuters bekannt wurden, markiert einen drastischen Wendepunkt in einem Konflikt, der die Region über Monate destabilisiert hat. Während die USA offiziell betonen, dass der Wortlaut bewusst vage gehalten wurde, um Raum für technische Verhandlungen zu lassen, zeichnet der Entwurf das Bild eines Irans, der aus einer Position der Stärke verhandelt.
Der 300-Milliarden-Dollar-Fonds: Private Investitionen statt Reparationen
Ein zentraler Pfeiler des Abkommens ist ein Finanzierungspaket für den Wiederaufbau Irans. Laut einem Bericht des Tagesspiegel handelt es sich dabei um einen privaten Investitionsfonds in Höhe von 300 Milliarden Dollar. Es sind keine staatlichen Zuschüsse oder direkten Reparationszahlungen der US-Regierung vorgesehen, obwohl Teheran ursprünglich 400 Milliarden Dollar an Entschädigungen gefordert hatte – ein Begehren, das Washington ablehnte.

Der Fonds soll Investitionen in die Bereiche Energie, Logistik, Industrie und Transport lenken. Insider berichten, dass bereits mehr als die Hälfte der Summe durch Zusagen von Unternehmen aus den USA, den Golfstaaten, Asien, Südamerika und Afrika gesichert sei. Diese Gelder fließen jedoch erst, wenn innerhalb der nächsten 60 Tage ein endgültiges Abkommen unterzeichnet wird.
Sicherung der Straße von Hormus und Truppenabzug
Die militärische Deeskalation folgt einem straffen Zeitplan. Das Abkommen sieht ein
sofortiges und dauerhaftes Ende des Kriegs an allen Fronten, auch im Libanonvor. Die USA verpflichten sich, die Seeblockade gegen iranische Häfen im Persischen Golf unmittelbar nach der Unterzeichnung aufzuheben und den Schiffsverkehr innerhalb von 30 Tagen auf die „volle Kapazität wiederherstellen“ zu lassen. Im Gegenzug muss der Iran ebenfalls innerhalb von 30 Tagen sicherstellen, dass der Handel in der Straße von Hormus normalisiert wird.

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Dabei ist der Iran explizit verpflichtet,
technische Hürden beseitigen und Minen neutralisierenzu müssen. Diese Passage ist auch für europäische Partner von hoher Relevanz. Wie die Tagesschau berichtet, hat Bundeskanzler Friedrich Merz beim G7-Gipfel deutsche Hilfe zur Sicherung der Straße von Hormus zugesagt. Der Bundestag soll voraussichtlich im Juli über ein entsprechendes Mandat für einen Bundeswehreinsatz entscheiden.
Der vollständige Abzug US-Truppen aus den „umliegenden Gebieten“ ist für 30 Tage nach Abschluss der endgültigen Vereinbarung vorgesehen.
Sanktionsende gegen das nukleare Versprechen
Die wirtschaftliche Normalisierung erfolgt in Stufen. Laut DIE ZEIT sollen US-Sanktionen unmittelbar nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens vorläufig ausgesetzt werden. Die endgültige Aufhebung aller Sanktionen – einschließlich jener des UN-Sicherheitsrats und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) – ist Teil der finalen Verhandlungen.
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Im Gegenzug gibt es eine klare politische Zusage aus Teheran:
Die Islamische Republik Iran wiederholt, dass sie niemals Atomwaffen herstellen wird. Die Details zum Umgang mit hoch angereichertem Uran sollen in der endgültigen Vereinbarung „angemessen“ beantwortet werden. Bis dahin gilt ein Status quo: Der Iran hält sein Atomprogramm auf dem aktuellen Stand, während die USA keine neuen Sanktionen verhängen oder ihre Truppenpräsenz verstärken.
Zusätzlich werden eingefrorene oder beschränkte Vermögenswerte des Iran freigegeben, um der iranischen Zentralbank wieder vollen Zugriff zu ermöglichen.
Zwischen Diplomatie und Drohungen: Trumps Strategie
Die Verhandlungen finden in einer Atmosphäre extremer Spannungen statt. Trotz der bevorstehenden Unterschrift nutzte US-Präsident Donald Trump die G7-Bühne für eine massive Drohung gegen Teheran:
Wenn sie sich nicht benehmen, werden wir direkt wieder damit beginnen, Bomben mitten auf ihre Köpfe zu werfen.

Es ist bezeichnend, dass Trump selbst voraussichtlich nicht bei der Unterzeichnung in der Schweiz anwesend sein wird, sondern Vizepräsident JD Vance schickt. Diese Distanz unterstreicht die paradoxe Natur seiner Außenpolitik: Einerseits die Bereitschaft zu weitreichenden wirtschaftlichen Zugeständnissen, andererseits die Beibehaltung einer aggressiven Rhetorik.
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Analysten sehen in diesem Vorgehen den Versuch, einen kostspieligen Konflikt schnell zu beenden, um Ressourcen freizumachen. Wie T-Online ausführt, verfolgten die USA ursprünglich das Ziel, ihren Fokus vom Nahen Osten in den Indopazifik zu verlagern, um der chinesischen Dominanz entgegenzuwirken. Die erneute Verwicklung in einen regionalen Krieg wird daher als strategische Fehlkalkulation gewertet, die den US-Einfluss weltweit geschwächt habe.
Die aktuelle Dynamik zeigt, dass die USA bereit sind, den Preis für einen schnellen Ausstieg hoch anzusetzen. Dass ein Regime, das zuvor unter massiven Sanktionen litt, nun Zugriff auf hunderte Milliarden Dollar und die Aufhebung internationaler Restriktionen erhält, wird in den USA bereits scharf kritisiert. Dennoch scheint der Wunsch nach einer schnellen Lösung über dem Prinzip der maximalen Druckausübung zu stehen.
Ob die 60-tägige Verhandlungsfrist ausreicht, um die „hochtechnischen“ Fragen des Atomprogramms zu klären, bleibt ungewiss. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim bezeichnete die bisher durchgesickerten Texte bereits als unvollständig, was darauf hindeutet, dass hinter den Kulissen noch immer hart um Details gerungen wird.
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