Es ist ein Spiel mit dem Feuer in Islamabad. US-Vizepräsident JD Vance ist in der pakistanischen Hauptstadt gelandet, um eine Mission zu erfüllen, die viele Beobachter bereits als nahezu unlösbar eingestuft haben. Es geht um nichts Geringeres als ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges. Während die iranische Delegation unter Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf bereits vor Ort ist, steht Vance vor einem klassischen Dilemma: Ein Erfolg würde seinen Aufstieg zum potenziellen Trump-Nachfolger zementieren. Ein Scheitern hingegen könnte seine politische Karriere in den Grundfesten erschüttern, da er in den Augen seines Chefs Donald Trump in Ungnade fallen würde.
<!– wp:headingDie Mechanik der Vermittlung in Islamabad
Der Ablauf der Gespräche folgt einem strengen Protokoll. Zunächst treffen sich die Delegationen getrennt von einander mit den pakistanischen Vermittlern. Premier Shehbaz Sharif und Feldmarschall Asim Munir fungieren hierbei als Puffer und Moderatoren. Erst nach diesen Sondierungen sollen die US-Vertreter und das Team aus Teheran in direkte Gespräche treten. Vance selbst versuchte vor seinem Abflug, eine Balance zwischen Optimismus und Härte zu finden. Er sprach von „positiven Verhandlungen“, warnte die Iraner jedoch gleichzeitig davor, „Spielchen zu spielen“.
Vance zwischen Anti-Interventionismus und Trump-Loyalität
Diese Reise ist für Vance ein politischer Drahtseilakt. Er hat sich öffentlich als Gegner von US-Interventionen im Ausland positioniert, geprägt durch seine Zeit bei den Marines im Irak. Doch seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran vor etwa sechs Wochen blieb er auffallend ruhig. Er hielt sich während der Ankündigung der Feuerpause in Ungarn auf, um Viktor Orban zu unterstützen. Berichte der New York Times legen nahe, dass Vance Trump intern vor einem Militäreinsatz gewarnt hatte, da dieser die MAGA-Bewegung spalten und regionales Chaos auslösen könnte. Jetzt muss der Mann, der die Eskalation fürchtete, die Kohlen aus dem Feuer holen.
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<!– wp:headingDas Risiko des diplomatischen Dilettantismus
Kritiker hinterfragen Vances Fähigkeit, diese komplexen Verhandlungen zu führen. Diplomatische Finesse gehört nicht zu seinem bisherigen Repertoire. Erinnerungen an seine scharfen Abrechnungen mit Europa auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2025 oder seine Tiraden gegen Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus sind noch frisch. Aaron Wolf, ein Experte für US-Vizepräsidenten an der University of Maryland, beschreibt die Situation als „hohes Risiko“. Vance tritt in eine Arena ein, in der er kaum gewinnen kann, es sei denn, er liefert ein Ergebnis, das Trumps spezifische Anforderungen an „Gnade“ und Erfolg erfüllt.
Sollte Vance jedoch ein Abkommen erzielen, würde er sich in eine Reihe mit anderen Hoffnungsträgern wie Außenminister Marco Rubio stellen. In einem Umfeld, in dem Loyalität und sichtbare Siege alles sind, könnte ein diplomatischer Durchbruch in Pakistan sein Ticket für die Spitze der amerikanischen Macht sein. Bisher wirkt er jedoch eher wie ein politischer Außenseiter, der nun gezwungen ist, die Rolle des Staatsmannes zu spielen.
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<!– wp:headingWas ist das Ziel der Gespräche in Pakistan?
Die USA und der Iran suchen nach einem Weg, den aktuellen Krieg zu beenden. Es geht darum, ein Abkommen auszuhandeln, das die Spannungen reduziert und eine dauerhafte Beendigung der Kampfhandlungen ermöglicht, wobei die Bedingungen genau auf die politischen Ziele von Präsident Trump zugeschnitten sein müssen.
<!– wp:headingWer führt die iranische Delegation an?
Die iranische Seite wird von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf angeführt, der bereits vor der Landung von JD Vance in Islamabad eingetroffen war.
<!– wp:headingWelche Konsequenzen hat das Ergebnis für JD Vance persönlich?
Ein Erfolg könnte Vance als fähigen Staatsmann positionieren und seine Chancen als Trump-Nachfolger erhöhen. Ein Scheitern hingegen könnte ihn bei Donald Trump diskreditieren und seine politische Zukunft innerhalb der Administration gefährden, da er wenig Erfahrung in internationalen Verhandlungen mitbringt.