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US-Soldat in Okinawa wegen Mordes an Japanerin festgenommen

Ein 20-jähriger US-Soldat ist in der Präfektur Okinawa unter dem Verdacht festgenommen worden, eine 39-jährige Japanerin in einem Hotel in Naha beraubt und getötet zu haben.

Festnahme in Naha und Vorwürfe gegen den US-Marine

Der Beschuldigte, Lance Corporal Devin Jacob Ballard, ist dem III Marine Expeditionary Force zugeteilt und auf dem Luftwaffenstützpunkt Futenma stationiert. Japanischen Polizeiberichten zufolge ereignete sich die Tat in den frühen Morgenstunden an einem Samstag in einem Hotel in Naha. Die Ermittler identifizierten das Opfer als die 39-jährige Anna Yagi, deren Leiche im Hotelzimmer entdeckt wurde. Laut Polizeiangaben starb sie infolge von Ersticken durch Würgen. Neben dem Gewaltverbrechen lasten dem US-Marine der Raub von Gegenständen wie einer Geldbörse und einem Rucksack zur Last, die in der Nähe des Tatortes sichergestellt wurden.

Überwachungskameras zeichneten nach Angaben der Behörden auf, wie ein Mann, dessen Aussehen und körperliche Merkmale mit denen des Soldaten übereinstimmen, gemeinsam mit der Frau das Hotelzimmer betrat und es später allein mit den Habseligkeiten des Opfers wieder verließ. Ein Streifenpolizist griff den Verdacht später auf und hielt den Soldaten an, als dieser in einem Unterhaltungsviertel in Okinawa City zu Fuß unterwegs war. Der Festgenommene hat die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen bestritten, während die japanischen Behörden den Fall an die Staatsanwaltschaft übergeben haben.

US-Soldat in Okinawa wegen Mordes an Japanerin festgenommen
Foto: dw.com

Japanische Behörden lieferten den in Untersuchungshaft sitzenden Lance Corporal am 5. Oktober an die Staatsanwaltschaft in Naha über. Die japanischen Minister für Auswärtiges und Verteidigung ließen hochrangige US-Militärvertreter vorladen, darunter den Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Naha, Andrew Ou. Bei diesem Treffen in der Präfekturverwaltung von Okinawa forderte die japanische Seite effektive präventive Maßnahmen. Der US-Vertreter Watson erklärte daraufhin im Namen der US-Seite, dass man sich verpflichte, gute Nachbarn zu sein und das Vertrauen der Okinawaner zu gewinnen.

Auch in Tokio kam es zu hochrangigen Treffen, bei denen Außenminister Toshimitsu Motegi den US-Botschafter George Glass ins Ministerium bestellte. Während des Treffens forderte Motegi von den Vereinigten Staaten maximale Kooperation bei den Ermittlungen. Stephen Jost, Kommandeur der US-Streitkräfte in Japan, war ebenfalls bei dem Treffen in Tokio. Der US-Marinekorps erklärte in einer offiziellen Stellungnahme, dass man die Anschuldigungen sehr ernst nehme und von jedem Marine das Einhalten höchster Verhaltensstandards erwarte.

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Politische Reaktionen in Tokio und Einbestellung des US-Botschafters

Die Tat zog umgehend scharfe diplomatische Reaktionen nach sich. Premierministerin Sanae Takaichi verurteilte das Verbrechen öffentlich als extrem brutal und abscheulich und erklärte, die Regierung habe bei der US-Seite einen starken Protest eingereicht. Tokio forderte nachdrücklich die volle Kooperation bei den laufenden Ermittlungen, eine strengere Truppendisziplin sowie wirksame Vorkehrungen, um derartige Taten in Zukunft zu verhindern.

Das Auftreten eines derartig extrem brutalen und abscheulichen Vorfalls ist ein Gegenstand tiefen Bedauerns.

US-Soldat in Okinawa wegen Mordes an Japanerin festgenommen
Foto: CBS News

Das japanische Außenministerium bestellte den US-Botschafter in Japan, George Glass, ein, um den Unmut und die Besorgnis der Regierung zu übermitteln. Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi äußerte ebenfalls sein Entsetzen über den Vorfall und betonte, dass Unfälle und Straftaten durch Angehörige der US-Streitkräfte bei der Bevölkerung tiefe Besorgnis auslösen und unter keinen Umständen vorkommen dürfen. US-Botschafter Glass versicherte über soziale Medien und in Gesprächen die volle Unterstützung der Vereinigten Staaten bei der Aufklärung des Verbrechens und drückte den Angehörigen des Opfers sein Beileid aus.

Der ältere Bruder des Opfers äußerte sich ebenfalls öffentlich und erklärte in einer über die lokale Polizei verbreiteten Erklärung, man sei tief betrübt über den Verlust des Familienmitglieds.

US-Soldat in Okinawa wegen Mordes an Japanerin festgenommen
Foto: Global Times

Proteste der Bevölkerung und Debatte um US-Militärbasen auf Okinawa

Der Vorfall entfachte die langjährigen Spannungen um die massive US-Militärpräsenz auf der Inselgruppe neu. Der frisch gewählte Gouverneur von Okinawa, Genta Koja, zeigte sich tief erschüttert und erklärte gegenüber Medienvertretern, die Tat versetze die Bevölkerung in neue Angst und mache deutlich, dass die bisherigen Bemühungen der US-Militärführung um Erziehung und Disziplinierung der Truppen wirkungslos geblieben seien. Koja überreichte dem Kommandeur der III Marine Expeditionary Force, Generalleutnant Benjamin Watson, einen offiziellen Protestbrief.

In Naha und anderen Teilen der Präfektur versammelten sich demonstrierende Bürger zu Kundgebungen, um gegen die Kriminalität im Umfeld der Stützpunkte zu protestieren. Statistiken der Präfekturpolizei zeigen, dass die Zahl der offiziell registrierten Straftaten im Zusammenhang mit US-Militärpersonal im Vorjahr die Marke von 100 Fällen überschritten hatte. Kritiker und lokale Politiker befürchten zudem, dass der Fall die politische Handhabung umstrittener Basisverlagerungen – wie den geplanten Umzug des Stützpunktes Futenma innerhalb der Präfektur – zusätzlich belasten wird.

Okinawa blickt auf eine lange Geschichte von Vorfällen im Zusammenhang mit dem US-Militär zurück, das nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Kontrolle über die Insel ausübte, bis diese im Jahr 1972 an Japan zurückgegeben wurde. Nach Angaben aus Berichten und Polizeistatistiken wurden von 1972 bis 2023 mehr als 6.200 Kriminalfälle von den Behörden auf Okinawa bearbeitet, die mit US-Soldaten, Basisangestellten oder deren Angehörigen in Verbindung standen. Unter den Vorfällen befanden sich zahlreiche schwere Verbrechen wie Raub und Sexualdelikte, darunter der Fall von 2016, bei dem eine Einheimische getötet und ein ehemaliger Marine verurteilt wurde, sowie ein Fall aus dem Jahr 2024, in dem ein Soldat zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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