Bitcoin pendelt derzeit bei rund 84.000 US-Dollar, während der Markt nach einem Ausflug auf 87.000 US-Dollar stark von abgebauten Hebelpositionen geprägt ist.
Bitcoin bewegt sich um die Marke von 84.000 US-Dollar und testet damit erneut einen Bereich, den Marktbeobachter intensiv verfolgen. Nach Angaben von Glassnode konzentriert sich in der Zone zwischen 84.000 und 85.000 US-Dollar das inzwischen größte Angebot langfristiger Halter überhaupt. Der Kurs verzeichnet damit eine Konsolidierung nach einem früheren Ausflug auf 87.000 US-Dollar in der vergangenen Woche.
Abgebauter Hebel und verändertes offenes Interesse
Ein wesentlicher Treiber dieser Bewegung ist der Rückzug von Fremdkapital aus dem Markt. Bitfinex-Analysten verweisen darauf, dass ein Großteil der Hebelpositionen, die während des Aufstiegs auf 87.000 US-Dollar aufgebaut wurden, mittlerweile abgebaut ist. Die Positionierung im Perpetual-Market gilt demnach als fast neutral.
Diese Entwicklung spiegelt sich direkt im Derivate-Handel wider. Das offene Interesse in Bitcoin-Einheiten ist auf den niedrigsten Stand seit März gefallen und liegt knapp 20 Prozent unter dem Niveau vom August. JPMorgan bringt zudem eine fundamentale Untergrenze ins Spiel: Die Bank schätzt die Produktionskosten der Miner auf etwa 85.000 US-Dollar. Bleibt der Kurs stabil über dieser Schwelle, könnte das den Verkaufsdruck aus dem Mining-Sektor spürbar verringern.
Steigende Renditen und Rohstoffkosten als Bremsklötze
Die eigentlichen Hürden für den Kurs kommen derzeit aus den breiteren Kapitalmärkten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte von 5,01 Prozent Mitte September auf 5,17 Prozent am 25. September. Gleichzeitig zog die inflationsbereinigte Rendite im gleichen Zeitraum auf 2,83 Prozent an. Solche steigenden realen Renditen entziehen zinslosen Anlagen wie Bitcoin an Attraktivität, was Bitfinex als die aktuell größere Einschränkung bewertet als die allgemeine Marktstimmung.
Zusätzlich dämpft der Energiemarkt die Dynamik. Laut Capital.com belasten steigende Rohstoffkosten nicht nur die Konjunktur, sondern belasten auch Anlagen ohne laufende Erträge. Solange dieses Aufwärtsrisiko bei den Energiepreisen besteht, hat es Bitcoin schwer, neuen Schwung zu entfalten, auch wenn das technische Bild konstruktiv erscheint.
Institutioneller Fokus und Blick auf Inflationsdaten
Auf institutioneller Ebene verändert sich unterdessen die Ausrichtung. Teilnehmer der BitcoinTreasuries-Konferenz in New York diskutierten nach Angaben von TD Cowen weniger die Frage des reinen Haltens von Bitcoin, sondern konzentrierten sich stark auf dessen konkreten Einsatz. Die nächste Marktphase könnte demnach weniger durch reine Spot-Nachfrage getragen werden als vielmehr durch die wachsende Kapitalmarktinfrastruktur um die Kryptowährung.
Mit Blick auf den Quartalsabschluss erwartet Bitfinex für die Spanne zwischen 84.000 und 87.722 US-Dollar — dem Jahreseröffnungskurs — eine anhaltende Konsolidierung. Marktteilnehmer richten ihren Fokus nun auf den am 30. September anstehenden Kerninflationsindikator PCE. Trotz historisch schwacher Muster im September und im dritten Quartal zeigt sich Bitcoin bislang robust, was Analysten als eine über anderen Anlageklassen stehende asymmetrische Nachfrage werten.