US-Handelsminister Howard Lutnick wurde am Dienstag, 6. Mai 2026, vom Repräsentantenhaus-Ausschuss für Aufsicht und Regierungsreform zu seiner Verbindung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein befragt. Republikanische Abgeordnete warfen ihm vor, in früheren Aussagen unvollständig gewesen zu sein.
Handelsminister Lutnick unter Beschuss: Neue Vorwürfe zu Epstein-Verbindung
Howard Lutnick, seit Januar 2025 US-Handelsminister, stand am Dienstag vor dem House Oversight Committee zur Rechenschaft. Im Mittelpunkt der Befragung stand seine Beziehung zu Jeffrey Epstein, dem 2008 wegen Menschenhandels und sexueller Ausbeutung verurteilten Milliardär, der 2019 unter unklaren Umständen im Gefängnis starb. Lutnick hatte zuvor betont, Epstein nur oberflächlich gekannt zu haben, doch neue Dokumente und Zeugenaussagen werfen Fragen auf.
Republikanische Abgeordnete, allen voran Ausschussvorsitzender James Comer, kritisierten Lutnick scharf. Laut PBS News und CNN bezeichnete Comer Lutnicks frühere Aussagen als „nicht zu 100 Prozent wahrheitsgemäß“. Besonders umstritten ist Lutnicks Besuch auf Epsteins Privatinsel in den Karibik – ein Ort, der im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Epstein immer wieder im Fokus stand.
Demokratische Abgeordnete gingen weiter: Sie warfen Lutnick vor, seine Verbindung zu Epstein verschwiegen zu haben, und forderten eine unabhängige Untersuchung. Laut NPR betonte Lutnick zwar, keine „unangemessenen“ Kontakte zu Epstein gehabt zu haben, doch die Ausschussmitglieder zeigten sich skeptisch. Besonders brisant: E-Mails aus dem Jahr 2012, die Lutnicks letzten persönlichen Kontakt zu Epstein belegen – Jahre nach dessen Verurteilung.
Während der Sitzung wurden spezifische Flugmanifeste und Reiseunterlagen vorgelegt, die Lutnicks Anwesenheit auf der Insel im Jahr 2012 belegen. Diese Dokumente wurden dem Ausschuss im Rahmen einer erweiterten Untersuchung über die Verbindungen politischer Entscheidungsträger zu Epstein zur Verfügung gestellt. Lutnick gab während der Befragung zu, dass seine früheren Angaben zur Häufigkeit und Tiefe des Kontakts unpräzise waren, rechtfertigte dies jedoch mit einer mangelnden Erinnerung an Details, die über ein Jahrzehnt zurückliegen. Die Ausschussmitglieder konfrontierten ihn dabei direkt mit den Diskrepanzen zwischen seinen ursprünglichen Aussagen während des Bestätigungsverfahrens im Senat Anfang 2025 und den nun vorliegenden Reiseunterlagen.
„Keine Beweise für Fehlverhalten“ – Republikaner sehen Lutnick entlastet
Trotz der scharfen Kritik kam der Ausschuss zu einem klaren Ergebnis: Laut NPR und ABC News stellte Comer fest, Lutnick habe „kein Fehlverhalten“ begangen. Die Demokraten im Ausschuss zeigten sich jedoch unzufrieden und forderten weitere Aufklärung. Besonders die Frage, warum Lutnick seine früheren Aussagen zu Epstein korrigieren musste, bleibt offen.
Lutnick hatte bereits im März 2026 zugesagt, vor dem Ausschuss auszusagen – ein Schritt, den Comer als „proaktive Bereitschaft zur Transparenz“ lobte. Doch die jüngsten Enthüllungen zeigen: Die Verbindung zwischen Lutnick und Epstein ist komplexer, als zunächst angenommen. Während Lutnick betont, Epstein nur als Nachbarn gekannt zu haben, deuten neue Beweise auf eine engere Beziehung hin.
Die Entscheidung des Ausschusses, kein Fehlverhalten zu attestieren, basierte laut den Berichten von ABC News auf der Feststellung, dass keine Beweise für illegale Aktivitäten oder eine vorsätzliche Täuschung des Kongresses während seiner Nominierung gefunden wurden. Dennoch blieb die politische Debatte hitzig. Die demokratische Fraktion argumentierte, dass die Notwendigkeit, frühere Aussagen über eine hochsensible Person wie Epstein korrigieren zu müssen, allein schon die Integrität der ursprünglichen Überprüfung infrage stelle.
Epstein-Akten: Was die neuen Dokumente zeigen
Die jüngsten Enthüllungen basieren auf neu freigegebenen E-Mails und Zeugenaussagen, die Lutnicks Besuch auf Epsteins Insel im Jahr 2012 bestätigen. Laut ABC News und CBS News hatte Lutnick den Kontakt zu Epstein in der Vergangenheit heruntergespielt. Doch die neuen Beweise werfen Fragen auf: Warum wurde dieser Besuch nie öffentlich thematisiert? Und welche Rolle spielte Lutnick in Epsteins Netzwerk?
Epstein war nicht nur ein umstrittenes Medien- und Geschäftspersonality, sondern auch ein enger Bekannter von Prominenten und Politikern. Die Frage, ob Lutnick in diesem Umfeld Kontakte pflegte, die über reine Nachbarlichkeit hinausgingen, bleibt zentral. Die Demokraten im Ausschuss fordern nun eine vollständige Offenlegung aller relevanten Dokumente.
Zusätzlich zu den E-Mails wurden im Rahmen der Anhörung Zeugenaussagen von Personen erwähnt, die behaupteten, Lutnick in Epsteins sozialem Umfeld gesehen zu haben. Diese Aussagen sind jedoch nach wie vor unbestätigt und wurden während der Sitzung nicht durch physische Beweise untermauert. Die Demokraten forderten zudem eine Untersuchung der Sicherheitsüberprüfung (Security Clearance), die Lutnick vor seinem Amtsantritt im Januar 2025 erhielt, um zu klären, ob die Kontakte von 2012 den zuständigen Prüfbehörden bekannt waren.
Was kommt als Nächstes? Ungewissheit bleibt
Obwohl der Ausschuss Lutnick von persönlichem Fehlverhalten freisprach, bleibt die politische Brisanz des Falls hoch. Die Demokraten kündigten an, weitere Untersuchungen anzustreben, insbesondere zu Lutnicks Rolle in Epsteins Umfeld. Auch die Öffentlichkeit zeigt sich gespannt: Warum wurde Lutnick überhaupt zum Handelsminister ernannt, wenn seine Verbindungen zu einer der umstrittensten Figuren der jüngeren US-Geschichte unklar sind?
Lutnick selbst bleibt gelassen. In einer Stellungnahme betonte er, er habe „nichts zu verbergen“. Doch die jüngsten Entwicklungen zeigen: Der Fall Epstein ist noch lange nicht abgeschlossen. Sollten weitere Dokumente oder Zeugenaussagen auftauchen, könnte Lutnicks Position erneut ins Wanken geraten.
Eines ist klar: Die Affäre um Lutnick und Epstein ist mehr als nur eine Frage persönlicher Kontakte. Sie wirft grundsätzliche Fragen auf – über Transparenz in der Regierung, über die Rolle von Prominenten in politischen Ämtern und darüber, wie weit persönliche Netzwerke in die öffentliche Verantwortung reichen dürfen.
Die Forderung nach der vollständigen Offenlegung aller relevanten Dokumente umfasst nun auch die Korrespondenzen zwischen Lutnick und anderen Mitgliedern von Epsteins Umfeld. Die Opposition deutete an, dass weitere Untersuchungen durch das Justizministerium notwendig sein könnten, sollte sich herausstellen, dass die heute vorgelegten E-Mails lediglich einen Teil der Kommunikation darstellen.