Anreize durch steigende Ölpreise und Sorgen über die Finanzierung von Künstlicher Intelligenz haben die US-Börsen am Freitag, den 23. Oktober 2026, belastet. Der Dow Jones Industrial Average sank um 1,2 Prozent auf rund 52.215 Punkte, während die US-Rohölpreise den höchsten Stand seit April erreichten.
Die Wall Street schloss eine turbulente Handelswoche mit Verlusten ab. Belastet wurde das Marktgeschehen vor allem durch einen kräftigen Anstieg der Energiepreise, der Inflationsängste neu entfachte und Zweifel an der künftigen Konsumkraft nährte, wie Eurasia Business News berichtete. Neben dem Ölpreisanstieg drückten anhaltende Bedenken bezüglich der enormen Investitionskosten für Rechenzentren im Bereich der Künstlichen Intelligenz auf die Stimmung der Anleger. Der Leitindex Dow Jones Industrial Average sank um 652,82 Punkte beziehungsweise 1,23 Prozent auf 52.215,16 Zähler. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 39,75 Punkte oder 0,52 Prozent und schloss bei 7.623,68 Punkten, während die technologielastige Nasdaq Composite um 53,52 Punkte beziehungsweise 0,21 Prozent auf 25.955,34 Punkte nachgab. Auf Wochensicht verzeichnete der S&P 500 damit ein Minus von 0,5 Prozent, und die Nasdaq sank um 0,7 Prozent. Im Gegensatz dazu verbuchte der Blue-Chip-Index Dow Jones auf Wochensicht den dritten Gewinnerin Folge mit einem Plus von 0,4 Prozent. Die New York Stock Exchange verzeichnete einen Überhang an Verlierern, wobei rückläufige Titel gegenüber Kursgewinnern in einem Verhältnis von 1,72 zu 1 überwogen.
Ölpreise klettern auf Fünfmonatshoch wegen Nahost-Spannungen
Auslöser für den Preissprung am Energiemarkt waren geopolitische Spannungen im Nahen Osten. Das Wall Street Journal meldete, dass Brent-Rohöl um 3,1 Prozent auf 116,72 US-Dollar je Barrel kletterte und damit den höchsten Stand seit dem 29. April markierte. Berichten zufolge erreichten Brent-Öl-Futures im Handelsverlauf zeitweise sogar 116,24 Dollar je Barrel – den höchsten Stand seit Anfang Mai –, womit sie auf dem Weg zu einem wöchentlichen Anstieg von mehr als 10 Prozent waren, während West Texas Intermediate um 2,9 Prozent auf 102,40 Dollar pro Barrel anstieg. Zusätzlich griffen Ängste um erneute Kämpfe im Nahen Osten um sich, nachdem Berichte aufkamen, wonach die USA Pläne für frische Schläge nach den Midterm-Wahlen ausgearbeitet und nicht-notwendige Angestellte sowie deren Familien angewiesen hatten, Saudi-Arabien zu verlassen. Die nationalen Durchschnittspreise für Benzin kletterten laut Angaben von AAA unterdessen auf 4,29 US-Dollar je Gallone.
Die Energiekonzerne profitierten von der Entwicklung. Zugleich schraubte der Ölfeld-Dienstleister SLB (SLB.N) die Wall-Street-Schätzungen für den Gewinn im dritten Quartal nach oben, wodurch die Aktie um 7 Prozent stieg. Darüber hinaus hob das Unternehmen seine Gewinnprognose an und kündigte zugleich an, 5 Prozent seiner Belegschaft abzubauen.
Technologie-Sektor und KI-Finanzierung im Prüfstand
Auch wenn sich Technologiewerte nach einem deutlichen Einbruch am Vortag am Freitag etwas stabilisieren konnten, bleibt die Skepsis am Markt spürbar. Reuters zitierte Kristina Hooper, Chief Market Strategist bei der Man Group:
Kristina Hooper sagte: „Es gibt definitiv die Möglichkeit, dass weniger in den Ausbau von AI-Rechenzentren im nächsten Jahr investiert wird als geplant. Deshalb denke ich, dass dies eine Pause verursacht.

Der südkoreanische Chipkonzerne zählte zuvor zu den Hauptnutznießern des KI-Booms. Telekommunikationswerte gerieten ebenfalls unter die Räder und belasteten den Sektor der Kommunikationsdienste, nachdem Berichte die Runde machten, dass SpaceX (SPCX.O) Tausende von Mobilfunkstandorten für einen vierten Mobilfunkanbieter anstrebe. Die Aktien von AT&T (T.N) und T-Mobile (TMUS.O) sanken daraufhin jeweils um fast 8 Prozent, während Verizon (VZ.N) um 1,2 Prozent nachgab. Im Gegensatz dazu stiegen die Aktien von SpaceX um 1,9 Prozent. Auch US-Mobilfunkmast-Betreiber verzeichneten Kursgewinne: Crown Castle (CCI.N) kletterte um 9 Prozent und American Tower (AMT.N) legte um 4 Prozent zu. Andere Chipwerte erholten sich leicht; AMD und Micron stiegen um beziehungsweise 1,7 Prozent und 2,5 Prozent.
Wirtschaftsdaten und der Blick auf die bevorstehende US-Wahl
Verbraucher zeigten sich angesichts der steigenden Energiepreise pessimistisch. Daten der University of Michigan zeigten ein leichtes Absinken des US-Verbrauchersentiments im Oktober nahe an ein Rekordtief, da steigende Preise infolge des Nahostkonflikts die Sicht der Haushalte trübten. Der Gesamtmarkt reagierte außerdem auf die Renditen am Anleihenmarkt, wo sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen nach einem historischen Rückgang am Vortag erholte und am Freitag bei 4,987 Prozent beziehungsweise 4,994 Prozent schloss, während die 30-jährige Rendite auf 5,317 Prozent kletterte.

Für die kommende Woche blicken Investoren gespannt auf eine Welle von Quartalsberichten und eine Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve, während die US-Märkte zunehmend auf den 3. November blicken, an dem die Midterm-Wahlen über die Kontrolle des US-Kongresses entscheiden werden.
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