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U5: Strecken und Haltestellen Volkspark, Lurup und Osdorf stehen fest

Der Hamburger Senat hat am Dienstag den finalen Streckenverlauf der neuen U-Bahn-Linie U5 in den Westen der Stadt festgelegt. Die Trasse führt von den Arenen im Volkspark über Lurup bis zum Osdorfer Born. Erste Fahrten in diesen Stadtteilen sind für das Jahr 2040 geplant, zeitgleich mit einer angestrebten Olympischen Bewerbung.

Die Route durch Lurup und Osdorf

Nach Jahrzehnten der Planung ist nun Gewissheit für die Bewohner im Hamburger Westen eingekehrt. Wie SZ.de berichtete, führt die sogenannte Vorzugstrasse von den Arenen im Volkspark über den Eckhoffplatz in Lurup bis zum Osdorfer Born. Die Entscheidung beendet eine lange Phase der Unsicherheit, in der zwischenzeitlich sogar eine S-Bahn-Anbindung in Erwägung gezogen wurde.

Die Route durch Lurup und Osdorf
cluster (priority): t-online – Hamburg
  • Lurup: Die Station am Eckhoffplatz wird vor dem Lurup Center am Lüttkamp entstehen.
  • Osdorf: Im Osdorfer Born ist eine Haltestelle in Ost-West-Ausrichtung am Born Center in der Straße Kroonhorst geplant.

Die Zeitersparnis für die Pendler ist massiv. Laut Angaben der MOPO reduziert sich die Fahrzeit von Lurup zu den Arenen von derzeit acht Minuten auf nur noch zwei Minuten. Für Fahrgäste aus Osdorf sinkt die Reisezeit zu den Arenen von 17 auf vier Minuten.

Schutz der Forschung: Warum Variante A siegte

Der Weg zur finalen Trassenführung war ein Prozess des Ausschlussverfahrens. Mehrere Alternativrouten wurden geprüft, doch zwei südlichere Varianten scheiderten an der Nähe zu hochsensiblen wissenschaftlichen Einrichtungen. Die Stadt wollte sicherstellen, dass weder beim Bau noch beim Betrieb der U-Bahn Einschränkungen für das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY oder den Röntgenlaser European XFEL entstehen.

Schutz der Forschung: Warum Variante A siegte
cluster (priority): WELT

Letztlich entschied man sich für die sogenannte Variante A. Diese stellt die kürzeste Verbindung zwischen den Arenen und dem Osdorfer Born dar und wurde zudem von der Mehrheit der Bürger im Beteiligungsverfahren befürwortet. Durch diese Wahl werden über 30.000 Menschen in Lurup und Osdorf neu an das Schnellbahnnetz angeschlossen.

Olympia als Finanzspritze für den Ausbau

Die zeitliche Dimension des Projekts ist eng mit dem sportlichen Ehrgeiz der Hansestadt verknüpft. Die Inbetriebnahme für 2040 ist nicht zufällig gewählt; sie soll rechtzeitig zu den Olympischen Spielen erfolgen, für die sich der rot-grüne Senat bewerben möchte. Diese Bewerbung ist laut t-online weit mehr als eine Prestigefrage – sie ist ein strategisches Instrument zur Sicherung von Bundesmitteln.

Verlängerung der U5 im Hamburger Westen: Haltestellen für Lurup und Osdorf präsentiert

Tjarks betonte, dass es bei der Vergabe von Fördermitteln entscheidend sei, in der nationalen Priorität vorne dabei sein. Die Olympischen Spiele würden somit als Katalysator dienen, um die Finanzierung dieses „Jahrhundertprojekts“ zu beschleunigen und abzusichern. Die Hamburger Bürger entscheiden bereits am kommenden Sonntag in einem Referendum über die Bewerbung der Stadt.

Zeitplan und die 51-Millionen-Euro-Planung

Um die Theorie in die Praxis zu überführen, hat der Senat bereits konkrete finanzielle Weichen gestellt. Wie die WELT berichtet, fließen 51 Millionen Euro in die nächsten Planungsphasen des westlichen Abschnitts. Dieses Geld soll vor allem die Vorplanung und technische Untersuchungen finanzieren, sofern die Bürgerschaft im Juni zustimmt.

Zeitplan und die 51-Millionen-Euro-Planung
cluster (priority): SZ.de
Zeitraum Meilenstein
Bis Ende 2026 Abschluss der Vorplanungen für die gewählte Trasse
Ab 2027 Start der Entwurfs- und Genehmigungsplanung
Anfang 2030er Voraussichtlicher Baustart für den Abschnitt Osdorf
2040 Geplante Inbetriebnahme der Strecke

Während im Westen die Planung beginnt, ist im Osten bereits Realität: Seit 2022 wird an der ersten Teilstrecke von Bramfeld bis in die City Nord gearbeitet, wobei die ersten Züge dort bereits 2029 rollen sollen.

Strategische Kontrolle und der Blick nach Schenefeld

Die Entscheidung für die U-Bahn gegenüber einer S-Bahn-Lösung hat eine tiefere politische und organisatorische Komponente. Bürgermeister Peter Tschentscher machte deutlich, dass die Planung nun in den Händen der Hochbahn und damit der Stadt liegt. Dies sei ein entscheidender Vorteil gegenüber der Deutschen Bahn, auf die wir weniger Einfluss haben.

Zudem ist die neue Trasse zukunftssicher konzipiert. Die MOPO hebt hervor, dass die Linienführung eine spätere Fortführung der U5 über die Landesgrenze nach Schenefeld in Schleswig-Holstein ermöglichen würde. Damit schafft Hamburg eine Infrastruktur, die über die Stadtgrenzen hinauswachsen kann.

Insgesamt rechnet die Hochbahn durch die gesamte U5-Linie mit zusätzlichen 345.000 täglichen Fahrgästen. Allein im westlichen Ausbau werden 19.000 Nutzer in Lurup und 14.000 in Osdorf erwartet. Damit wird ein Stadtteil angebunden, der seit rund 50 Jahren auf eine leistungsfähige Schnellbahnverbindung wartet.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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