US-Präsident Donald Trump beschuldigt Vandalen, das Lincoln Memorial Reflecting Pool in Washington D.C. durch Chemikalien und Sabotage beschädigt zu haben. Nach einer 14,2-Millionen-Dollar-Renovierung zeigt das Wasserbecken erneut Algenbildung und abblätternde blaue Beschichtung, was zu der Festnahme eines ehemaligen Olympionikers und politischen Debatten führte.
Sabotagevorwürfe und die Behauptung von Chemikalienangriffen
US-Präsident Donald Trump hat die Ursache für die jüngsten Probleme am berühmten Lincoln Memorial Reflecting Pool in der US-Hauptstadt eindeutig benannt. Über seine Plattform Truth Social bezeichnete er die Zustände als das Werk von Schreckliche Vandalen</wp:inline>, die angeblich ätzende und zerstörerische Chemikalien in das Becken</wp:inline> gegossen hätten. Nach Berichten von n-tv.de geht der Präsident sogar so weit, von einem etwa 45 Meter langen Riss in der Oberfläche zu sprechen, der mit einer Art Messer oder Klinge verursacht worden sein soll.

Der Präsident betonte, dass die Sanierung des Beckens zuvor perfekt funktioniert</wp:inline> habe. Er sprach zudem von schweren Straftaten</wp:inline> im Zusammenhang mit der Zerstörung nationaler Denkmäler und forderte für die Verantwortlichen Jahren im Gefängnis</wp:inline>. Während die Regierung die Schäden auf gezielte Sabotage zurückführt, deuten die physischen Beweise – wie die Algenwolken und die sich lösenden blauen Farbschichten – auf ein komplexeres Problem hin, das möglicherweise tiefer in der technischen Umsetzung der Sanierung verwurzelt ist.
Festnahme eines ehemaligen Olympionikers nach Untersuchung der Schäden
Im Zentrum der polizeilichen Ermittlungen steht eine Festnahme, die Fragen über die Grenze zwischen Bürgerinteresse und Sachbeschädigung aufwirft. Wie RP Online berichtet, wurde der 67-jährige David Hearn, ein ehemaliger Olympia-Kanute, festgenommen, nachdem er das Wasserbecken untersucht hatte.

Hearn gab gegenüber der Nachrichtenagentur AP an, dass er auf einer Radtour angehalten habe, um die abblätternde neue Beschichtung des Bodens zu inspizieren. Er verteidigte sein Handeln mit den Worten: Ich bin ein neugieriger Bürger</wp:inline>. Er habe lediglich nach unten gegriffen, um zu fühlen, wie sich das Material anfühlt. Die Konsequenzen für diesen Griff waren jedoch massiv: Hearn wurde von der Parkpolizei und der Nationalgarde fünf Stunden lang festgehalten. Ein Gerichtstermin für den Mann ist für den 9. Juli angesetzt.
Kritik an der 14,2-Millionen-Dollar-Sanierung
Das Debakel um das 600 Meter lange Wasserbecken, das zwischen dem Lincoln Memorial und dem Washington Monument liegt, wirft ein Schlaglicht auf die kontroversen Entscheidungsprozesse der US-Regierung. Für die Erneuerung des Wahrzeichens, das bereits 1963 als Kulisse für Martin Luther Kings berühmte Rede diente, wurden rund 14,2 Millionen US-Dollar aufgewendet.
Kritiker bemängeln, dass bei der Sanierung wesentliche Schutzmaßnahmen versäumt wurden. Das Becken ist vergleichsweise flach, was im Sommer zu einer starken Erwärmung des Wassers führt – ein idealer Nährboden für Algen. Zudem gab es politische Diskussionen darüber, dass die Regierung die Aufträge ohne öffentliche Ausschreibung an ausgewählte Unternehmen vergab. Die Begründung der Regierung lautete Zeitdruck, um die Arbeiten vor den Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA am 4. Juli abzuschließen.
- **Investitionsvolumen:** 14,2 Millionen US-Dollar
- **Vergabeverfahren:** Keine öffentliche Ausschreibung (begründet durch Zeitdruck)
- **Zieltermin:** 4. Juli (250. Jahrestag der Unabhängigkeit)
- **Technische Details:** Dunkelblaue Bodenbeschichtung zur optischen Aufwertung
Ökologische Folgen und die Reaktion der Staatsanwaltschaft
Die Problematik des Reflecting Pools hat mittlerweile auch eine ökologische Dimension erreicht. Während die Algenplage das Wasser grün färbt, traten erste Todesfälle von Tieren auf. Laut einem Bericht von n-tv.de veröffentlichte der Journalist Rob Crilly Bilder eines verendeten Entenküken, das leblos in den Algen an der Wasseroberfläche trieb.

Die rechtliche Härte der Reaktion wird durch die Stellungnahme der US-Staatsanwältin für Washington, D.C., unterstrichen. Jeanine Pirro, die von Trump ins Amt erhoben wurde, warnte über den Sender Fox News vor den Konsequenzen für potenzielle Täter.
Jeder, der bei Beschädigungen erwischt wird oder auch nur beim Versuch, muss mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen.
Jeanine Pirro, via Spiegel Die Behörden planen nun, einen Großteil des Wassers abzulassen, um die notwendigen Reparaturen durchzuführen. Ob die Ursache tatsächlich in Sabotage durch Chemikalien liegt oder ob die Kombination aus Zeitdruck bei der Vergabe, mangelnder Ausschreibung und natürlichen Algenwachstumsprozessen das Projekt scheitern ließ, bleibt Gegenstand der laufenden Untersuchungen.Find more reporting in our Welt section.