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Trump fordert Rücktritt von US-Botschafterin Kimberly Guilfoyle

Präsident Donald Trump hat die US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle, am 13. Oktober 2026 aufgefordert, von ihrem Amt zurückzutreten. Die Entscheidung folgt auf Vorwürfe der Einflussnahme, den mutmaßlichen Versuch, Schulden in Höhe von 100.000 US-Dollar durch politische Gefälligkeiten zu begleichen, sowie Berichte über ein unangemessenes Verhalten gegenüber ihrem Personal in Athen.

Die Nachricht über die geforderte Rücktrittsforderung wurde am Dienstag durch die neue Pressesprecherin des Weißen Hauses, Katie Zacharia, in ihrem ersten offiziellen Briefing bestätigt. Zacharia erklärte: Wir haben Botschafterin Guilfoyle gebeten, zurückzutreten. Sie fügte hinzu, dass Guilfoyle ein wunderbares Asset für das Team war und wir ihr alles Gute wünschen. Zuvor hatte Trump bereits am Montag gegenüber Reportern angedeutet, dass er eine Entlassung prüfe, da er mit der Situation nicht glücklich sei.

Die 100.000-Dollar-Forderung und der Vorwurf des Quid-pro-quo

Im Zentrum der Kontroverse steht eine Anschuldigung des Trump-Spenders Eric Deters. Laut Berichten des Wall Street Journal und Bestätigungen durch ABC News soll Guilfoyle im Juli 2025, kurz vor ihrer Bestätigung durch den Senat, Deters gedrängt haben, eine Kreditkartenrechnung bei American Express über 100.000 US-Dollar zu begleichen.

Trump fordert Rücktritt von US-Botschafterin Kimberly Guilfoyle
Foto: Nbcnews

Deters, ein ehemaliger Anwalt und konservativer Medienpersönlichkeit, der als Trump-Spender bekannt ist. In einer Nachricht an Deters soll sie geschrieben haben: Schatz, bitte, ich brauche dich, dass du das heute für mich erledigst.

Sie war so verzweifelt nach diesen 100.000 Dollar. Es war ein Quid pro quo, sagte Eric Deters gegenüber NBC News.

Er lehnte die Zahlung der 100.000 Dollar jedoch ab und erfand eine Ausrede, seine Frau sei nicht einverstanden. Die Rechtsvertreter von Guilfoyle, David Schwartz und Jesse Binnall, bestreiten jegliches Fehlverhalten. Sie argumentieren, dass es sich bei dem geforderten Betrag um ausstehende Zahlungen für Redeauftritte und Beratungsleistungen in Höhe von bis zu 150.000 Dollar gehandelt habe, die vor ihrer Nominierung stattfanden.

Vorwürfe über luxuriösen Lebensstil und Personalmissbrauch in Athen

Neben den finanziellen Vorwürfen sieht sich Guilfoyle mit Berichten über ihr Verhalten in Griechenland konfrontiert. Das State Department hat eine Untersuchung eingeleitet, nachdem Beschwerden über ihren Führungsstil und ihren Lebensstil eingegangen waren. Mitarbeiter der Botschaft beschrieben ihre Herrschaft als tyrannisch.

Trump fordert Rücktritt von US-Botschafterin Kimberly Guilfoyle
Foto: CBS News
  • Die Demütigung eines Sicherheitsagenten, der angeblich herabgestuft wurde, weil er ihr um 4 Uhr morgens auf Mykonos kein Eis geliefert hatte.
  • Die Herabstufung zweier Fahrer, Petros und Dimitris, weil Guilfoyle die Art und Weise, wie sie links abbogen, nicht gefiel.

Berichten zufolge soll Guilfoyle Mitarbeiter wiederholt mit den Worten bedroht haben: Erledige es verdammt noch mal, oder du bist verdammt noch mal gefeuert! Zudem berichtete das Wall Street Journal, dass Guilfoyle Verbindungen zu einem griechischen Energielobbyisten unterhalte. Sie soll zudem mit Verbindungen zu griechischen Tykonen geprahlt haben, während sie versuchte, eine Einladung zu einem privaten Abendessen für Eric Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu erhalten. Ein Sprecher der US-Botschaft in Athen betonte hingegen, dass die Botschafterin die Ethikrichtlinien des State Department befolgt habe.

Reaktionen im Weißen Haus und im Senat

Die politische Unterstützung für Guilfoyle innerhalb der Trump-Administration ist geschwunden. Vance äußerte sich am 8. Oktober zu dem hypothetischen Szenario, dass Regierungsbeamte Zugang verkaufen, mit den Worten: Offensichtlich liebe ich das nicht. Rubio bezeichnete Guilfoyle in einer ersten Reaktion auf die Berichte als unglaublich effektive Fürsprecherin für die Agenda des Präsidenten, wies jedoch spätere Fragen schroff zurück und erklärte, er wisse nicht einmal, ob die Berichte wahr seien.

Trump fordert Rücktritt von US-Botschafterin Kimberly Guilfoyle
Foto: CNBC

Im Senat wächst der Druck auf eine formelle Untersuchung. Senator John Barrasso (R-Wyo) bezeichnete die Berichte als sehr beunruhigend und äußerte die Erwartung, dass sowohl das State Department als auch der Senatsausschuss für auswärtige Angelegenheiten die Vorfälle prüfen werden. Rep. Gregory Meeks bat zudem das Office of the Inspector General (OIG) des State Department um eine eigene Untersuchung und verlangte, dass Guilfoyle unter Eid vor dem House Foreign Affairs Committee aussagt.

Guilfoyle, die früher mit Donald Trump Jr. verlobt war – die Beziehung endete 2024 –, wurde von Präsident Trump einst mit Evita Perón verglichen. Trump nannte sie bei einem Besuch im Weißen Haus auch scherzhaft Kim-ber-lay. Nun bleibt unklar, wer die strategisch wichtige Position in Athen, einem NATO- und EU-Mitgliedstaat, übernehmen wird. Guilfoyle war im September 2025 vom Senat bestätigt worden und trat ihr Amt am 4. November 2025 offiziell an.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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