Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance haben ein neues Betrugsbekämpfungsprogramm im Wert von 25 Millionen US-Dollar vorgestellt. Whistleblower sollen über die Website fraud.gov Hinweise einreichen und Prämien erhalten. Das Weiße Haus kündigte Höchstbeträge von 30.000 US-Dollar an, während Trump im Oval Office eine variable Entlohnung von einem Prozent versprach.
Regierung startet Programm WHIP für Hinweise
Die US-Regierung setzt mit dem Fraud Whistleblower Incentive Program (WHIP) auf Hinweise aus der Bevölkerung, um den Missbrauch von Bundesmitteln und Steuergeldern zu stoppen. Die Initiative verfügt über ein Volumen von 25 Millionen US-Dollar. Eingereichte Informationen sollen direkt an das Treasury Department übermittelt und verschlüsselt werden, während das Justice Department die administrative Leitung übernimmt.
Über die offizielle Website fraud.gov können Bürgerinnen und Bürger Informationen über Unregelmäßigkeiten einreichen. Das Weiße Haus stellte für erfolgreiche Hinweise, die zu strafrechtlichen Verurteilungen oder bedeutsamen Durchsetzungsmaßnahmen führen, Auszahlungen von bis zu 30.000 US-Dollar in Aussicht.
Trump stellt variable Prämien ohne Obergrenze in Aussicht
Während offizielle Regierungsportale Obergrenzen nennen, zeichnete Präsident Trump im Oval Office ein anderes Bild. Bei der Vorstellung am 20. Oktober 2026 erklärte er, dass Hinweisgeber Anspruch auf eine Provision in Höhe von 1 % des aufgedeckten Schadens haben könnten, selbst wenn sich das Volumen auf 100 Milliarden US-Dollar belaufe. Nach Angaben von CBS News betonte Trump zudem, es gebe keinerlei Obergrenze und strafrechtliche Anklagen seien für eine Kompensation nicht zwingend erforderlich.
Trump beanspruchte die finale Entscheidung über die Vergabe der Gelder persönlich für sich.
Vizepräsident JD Vance, der der behördenübergreifenden Task Force vorsteht, begleitete die Ankündigung und scherzte während der Präsentation über die Modalitäten.
YouTuber Nick Shirley erhält ersten Scheck
Erster Empfänger von Geldern aus dem neuen Umfeld war der 24-jährige YouTuber und konservative Influencer Nick Shirley. Er erhielt im Oval Office einen Scheck über 10.000 US-Dollar. Shirley hatte zuvor mit Videoaufnahmen über mutmaßliche Betrugsfälle bei Kinderbetreuungszentren in Minnesota bundesweit Aufmerksamkeit erlangt. Die Recherchen führten zu Ermittlungen und Festnahmen, darunter das Schuldbekenntnis von Fahima Mahamud wegen des Betrugs am Staat im Juli.
Die Administration begründet das neue Programm damit, dass bestehende gesetzliche Regelungen wie der False Claims Act nicht ausreichen. Dieser erlaubt zwar erfolgreichen Hinweishabern Anteile zwischen 25 % und 30 % einzufordern, knüpft dies jedoch an strenge rechtliche Hürden.
Nach Einschätzung von JD Vance fallen rund 99 % der durch die Task Force ermittelten Betrugsfälle nicht unter diese bisherigen Bestimmungen. Die neue Initiative soll es dem Staat ermöglichen, deutlich über diesen bisherigen Rahmen hinauszugehen.
Whistleblower Aid kritisiert das Vorhaben
Nicht alle Beobachter bewerteten den Vorstoß positiv. Die Organisation Whistleblower Aid äußerte scharfe Kritik an der Ausrichtung der neuen Initiative. Naomi Seligman, Präsidentin der Non-Profit-Organisation, warf der Administration vor, eher an der Verfolgung von Hinweisgebern interessiert zu sein.