Das kanadische Entwicklungsstudio BioWare stellt nach über dreißig Jahren seinen Betrieb in Edmonton ein. Mutterkonzern Electronic Arts schließt das traditionsreiche Studio und bricht im Zuge einer Entlassungswelle von rund 400 Mitarbeitern auch die Entwicklung eines neuen Serienteils der Reihe Mass Effect
ab.
Electronic Arts Schließt das Studio in Edmonton
Die dreißigjährige Geschichte von BioWare ist beendet. Electronic Arts schließt das traditionsreiche Entwicklungsstudio in Edmonton, wie das Unternehmen und das Studio selbst bekannt gaben. Die Entscheidung folgt auf Berichte von Bloomberg und betrifft insgesamt rund 400 Stellen beim Mutterkonzern, darunter etwa 50 Arbeitsplätze direkt bei BioWare.
Mit der Schließung endet auch die Arbeit an einem neuen Mass Effect, das sich in der frühen Entwicklung befand. EA-Führungskräfte Cam Weber und David Tinson erklärten in einer Mitteilung, dass ein kleines Team in Edmonton an der Frühphase des Titels gearbeitet hatte, dieser Weg jedoch nicht weiterverfolgt werde. Auch der Standort im Epcor Tower in der Innenstadt von Edmonton, den das Team nach einem Umzug im Jahr 2019 auf 75.000 Quadratmetern verteilt über drei Etagen mit einzigartigen Elementen wie einer Spielhalle und einem Motion-Capturing-Studio bezogen hatte, schließt endgültig.
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Drei Jahrzehnte Rollenspielgeschichte
BioWare wurde im Jahr 1995 von Greg Zeschuk, Ray Muzyka und Augustine Yip gegründet und wuchs von einer kleinen Gruppe von Entwicklern zu einem der bekanntesten Namen der Videospielbranche heran. In seiner Blütezeit beschäftigte das Unternehmen bis zu 600 Angestellte. Das Studio prägte das Genre der computerbasierten Rollenspiele durch wegweisende Titel wie das ursprüngliche Baldur’s Gate, Star Wars: Knights of the Old Republic und Neverwinter Nights.
Trent Oster, Mitgründer von BioWare, sagte, dass sie vor über 30 Jahren etwas aufgebaut haben, das ziemlich großartig war, und es ist traurig, das Ende des Traums zu sehen.

Electronic Arts übernahm das Studio im Jahr 2007. In dieser Ära entstanden die großen Sci-Fi- und Fantasy-Epen wie Mass Effect und Dragon Age, die das erzählerische Rollenspiel maßgeblich prägten.
Neue Eigner und Umbruch bei Electronic Arts
Die Schließung erfolgt in einer Phase des Umbruchs für den gesamten Mutterkonzern. Im August schlossen Saudi-Arabiens Public Investment Fund, die Beteiligungsgesellschaft Silver Lake und das von US-Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner gegründete Unternehmen Affinity Partners ihre Übernahme des Spieleredakteurs ab privat. Die Transaktion hatte ein Volumen von 55 Milliarden US-Dollar. Zu den Entlassungen teilten Vertreter von EA auf Nachfragen zunächst keine Stellungnahme mit.
In einem firmeninternen Memo erklärten die EA-Führungskräfte Cam Weber und David Tinson die strategische Neuausrichtung des Unternehmens:.
Cam Weber und David Tinson, Führungskräfte bei Electronic Arts, erklärten, dass sich die Branche schnell verändere. Spieler hätten mehr Auswahl als je zuvor für ihre Zeit und Aufmerksamkeit, der Wettbewerb intensiviere sich, und einige der größten Wachstumschancen lägen jenseits der Märkte, Plattformen und Geschäftsmodelle, in denen EA traditionell am stärksten sei.
Reaktionen in der Spielergemeinde
BioWare, offizielle Erklärung via Social Media, betonte, dass das, was Generationen von BioWare gemeinsam aufgebaut haben, gefeiert und in Erinnerung behalten werden sollte. Die Spiele seien zu so viel mehr geworden, weil die Spieler sie gespielt, über ihre Entscheidungen debattiert, sich in Charaktere verliebt und diese Welten zu eigenen gemacht hätten.
In den vergangenen Jahren hatte das Studio mit schwierigen Veröffentlichungen zu kämpfen.
Electronic Arts konzentriert seine Ressourcen nach dem Umbau auf etablierte Marken wie Battlefield, EA Sports, Apex Legends, The Sims und Skate sowie kommende Projekte wie Marvel’s Iron Man und ein neues Star Wars Jedi-Spiel, während unklar bleibt, wie die neue Eigentümerstruktur aus Saudi-Arabien die langfristige Ausrichtung des Publishers weiter prägen wird.
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