Donald Trump hat das Risiko eines globalen Wirtschaftsschocks in Kauf genommen. Nach dem endgültigen Scheitern der Friedensgespräche in Pakistan hat der US-Präsident die sofortige Blockade der Straße von Hormus durch die US-Marine angeordnet. Diese Entscheidung markiert eine drastische Eskalation in einem Krieg, der die Weltmärkte bereits in Atem hält. Trump setzt nun auf eine Strategie des maximalen Drucks, um den Iran zur Aufgabe seiner Positionen zu zwingen, während die Ölpreise bereits die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke durchbrochen haben.
„Alles oder Nichts“: Die Blockade als letztes Mittel
Die diplomatischen Bemühungen in Islamabad sind abrupt zu Ende gegangen. Vizepräsident JD Vance beendete die Marathon-Gespräche mit der klaren Botschaft, dass der Iran die US-amerikanischen Bedingungen nicht akzeptiert habe. Trump reagierte prompt über Truth Social. Er befahl der US-Navy, jede Bewegung in der strategisch wichtigsten Wasserstraße der Welt zu kontrollieren. Sein Ziel ist es, den Iran wirtschaftlich auszubluten und dessen Hebelwirkung im Krieg zu brechen.
Besonders aggressiv geht die US-Regierung gegen das sogenannte „Maut-System“ des Iran vor. Die US-Marine soll jedes Schiff in internationalen Gewässern abfangen, das Gebühren an den Iran gezahlt hat, um eine sichere Durchfahrt zu erhalten. Trump kündigte zudem an, iranische Minen in der Meerenge zu zerstören. Wer gegen die US-Streitkräfte oder friedliche Schiffe feuere, werde „in die Luft gejagt“, so die drastische Wortwahl des Präsidenten.
Das US Central Command (CENTCOM) versuchte jedoch, die erste Schockwelle abzufedern. Während Trump von einer totalen Blockade sprach, präzisierte das Militär, dass Schiffe, die zu oder von nicht-iranischen Häfen fahren, nicht behindert werden sollen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen begann offiziell am Montag um 10 Uhr Ortszeit (ET).
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Ölpreis-Schock und die Angst vor der Inflation
Die Finanzmärkte haben die Nachricht mit Panik quittiert. Nordseeöl der Sorte Brent stieg um rund acht Prozent auf 102,80 Dollar pro Barrel, während US-Leichtöl (WTI) auf 104,88 Dollar kletterte. In Tokio reagierte der Nikkei-Index mit Verlusten. Experten warnen nun vor einer Kettenreaktion, die weit über die Tankstellen hinausgeht.
Christian W. Röhl, Chefökonom von Scalable Capital, sieht die Gefahr einer verfestigten Inflation. Wenn die Preise für langfristige Lieferverträge steigen, könnten die Teuerungsraten weltweit anhalten. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka, glaubt hingegen nicht an einen dauerhaften Crash. Er erwartet, dass sich die Märkte auf einem niedrigeren Bewertungsniveau einpendeln, sobald die Weltwirtschaft die neuen energetischen Realitäten akzeptiert hat.
Professor Andreas Löschel von der Uni Bochum bleibt skeptisch gegenüber einer baldigen Entspannung. Die Hoffnung auf sinkende Preise habe sich nicht bestätigt, und die Blockade werde die Preise vermutlich weiter nach oben treiben. Ob jedoch die alten Rekordwerte erreicht werden, bleibt abzuwarten, da die Kommunikationskanäle zwischen Washington und Teheran formal noch existieren.
Internationale Gegenreaktionen und die Front im Libanon
Europa beobachtet die Lage mit großer Sorge. Frankreich und Großbritannien planen bereits eine Konferenz, um eine mögliche Mission in der Straße von Hormus vorzubereiten. Präsident Emmanuel Macron betonte auf X, dass es sich hierbei um eine „strikt defensive Mission“ handle. Ziel sei es, die freie Schifffahrt unabhängig von den Kriegsparteien wiederherzustellen. Ein Dutzend Länder zeige bereits Interesse an dieser Initiative.
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Parallel zur maritimen Eskalation verschärfen sich die Kämpfe an Land. Die israelische Armee hat im Südlibanon die Hisbollah-Hochburg Bint Dschubail vollständig eingekreist. In heftigen Nahkämpfen und durch Luftangriffe wurden laut Angaben des israelischen Militärs über 100 Mitglieder der Miliz getötet. Dutzende Kämpfer sitzen derzeit noch in dem Ort fest, während die Zivilbevölkerung bereits zuvor aufgefordert wurde, das Gebiet zu verlassen.
Warum blockiert Trump die Straße von Hormus ausgerechnet jetzt?
Die Entscheidung ist die direkte Folge gescheiterter Friedensgespräche in Pakistan. Da der Iran die US-Forderungen ablehnte, will Trump nun den wirtschaftlichen Druck massiv erhöhen, indem er den Iran daran hindert, durch illegale Mautgebühren von der Schifffahrt zu profitieren.
Was genau ist mit den „Tolls“ oder Mautgebühren gemeint?
Der Iran hat über seine Revolutionsgarden (IRGC) ein System etabliert, bei dem Schiffe für eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge Gebühren zahlen müssen. Einige dieser Zahlungen erfolgten bereits in chinesischen Yuan. Die USA betrachten dies als Erpressung und wollen Schiffe, die diese Gebühren zahlen, abfangen.
Welche Auswirkungen hat die Blockade auf die Weltwirtschaft?
Kurzfristig führt die Blockade zu einem Anstieg der Ölpreise, die bereits die 100-Dollar-Marke überschritten haben. Experten warnen vor einer erhöhten Volatilität an den Rohstoffbörsen und einer möglichen Verfestigung der Inflation, falls die Lieferengpässe über Monate anhalten sollten.