Präsident Donald Trump hat am Sonntag bei einer Kundgebung in Port Huron, Michigan, den demokratischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed scharf attackiert und ihn mit den Attentätern des 11. September verglichen. Die Äußerungen im umkämpften US-Bundesstaat lösten heftige Kontroversen und scharfe Kritik von arabisch-amerikanischen Verbündeten aus.
Die Tonlage im US-Senatsrennen in Michigan hat eine neue, scharfe Wendung genommen.
Vergleiche mit dem 11. September und scharfe Angriffe auf Abdul El-Sayed
Trump holte bei seiner Rede in der Grenzstadt weit aus, um den demokratischen Kandidaten zu diskreditieren.
Um die Dringlichkeit für seine Basis zu unterstreichen, brachte Trump den Vater von Todd Beamer auf die Bühne – jenem Passagier, der am 11. Fünfundzwanzig Jahre später müsse Michigan aufstehen und kämpfen, erklärte der Präsident mit Blick auf die bevorstehenden Halbzeitwahlen am 3. November.
Die Kundgebung in Port Huron war die erste Visite eines amtierenden Präsidenten in der Geschichte des Bezirks. Vor Ort versammelten sich sowohl zahlreiche Unterstützer in MAGA-Kleidung, deren Schlange sich über mehrere Blöcke erstreckte, als auch Demonstrierende. Neben Trump trat auch die Rapperin Nicki Minaj bei der Veranstaltung auf, deren Auftritt von dem Präsidenten öffentlich gelobt wurde. Ebenfalls vor Ort war der republikanische Senatskandidat Mike Rogers, der in dem entscheidenden Rennen gegen El-Sayed antritt. Rogers geriet zuvor im Fernsehen selbst in die Kritik, als er zu seiner eigenen Haltung aus dem Jahr 2012 befragt wurde, in der er Gespräche mit Mitgliedern der Muslimbruderschaft befürwortet hatte. Trump seinerseits nutzte den Auftritt zudem für Angriffe auf die Gouverneurskandidatin Jocelyn Benson, der er grundlos Wahlbetrug vorwarf.
Bruch mit arabisch-amerikanischen Unterstützern nach scharfen Tönen
Die Eskalation der Rhetorik blieb nicht ohne politische Folgen im eigenen Lager.
Die Äußerungen des Präsidenten gehen zu weit. Sie überschreiten eine rote Linie. Ich meine, kein klar denkender Mensch würde so etwas sagen.

In Regionen wie Dearborn, wo viele Wähler bei der Präsidentschaftswahl 2024 wegen der Politik der damaligen Regierung zu Trump gewechselt waren, stießen die Angriffe auf tiefe Entrüstung. Frühere Verbündete betonten, dass Aussagen gegen eine Person aufgrund ihrer Religion inakzeptabel seien und die Menschen dies bei der Stimmabgabe nicht vergessen würden.
Gegenreaktion der Demokraten in Grand Rapids und das enge Rennen in den Umfragen
El-Sayed, der im Falle eines Wahlsiegs der erste muslimische Senator in der Geschichte der Vereinigten Staaten werden würde, reagierte auf einer Kundgebung in Grand Rapids auf die Angriffe. Bei der Veranstaltung in Grand Rapids trat auch der Bernie Sanders auf, der die Wahlen in Michigan als extrem wichtig für die amerikanische Geschichte bezeichnete und den politischen Kurs der Republikaner kritisierte.
Unabhängige Recherchen und Faktenchecks betonen jedoch, dass für solche Vorwürfe keine Belege vorliegen und El-Sayed jegliche Verbindungen sowie Zweifel an seiner Loyalität zu den Vereinigten Staaten konsequent zurückgewiesen hat.
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