Der Taifun Noul traf am Sonntag, den 27. Juli 2026, an der Küste von Huidong in der chinesischen Provinz Guangdong auf Land. Der Sturm, der als stärkster Taifun des Jahres in China gilt, zwang über 715.000 Menschen zur Evakuierung und führte in Hongkong zum Einsturz massiver Baugerüste.
Die Naturgewalt traf die Region mit einer zerstörerischen Präzision. Laut dem nationalen Wetterzentrum Chinas erfolgte der Landfall in der Stadt Huizhou in der Provinz Guangdong gegen 3:50 Uhr morgens am Sonntag. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua bezeichnete Noul als den stärksten Taifun, der in diesem Jahr auf chinesischem Boden landete.
Bambusgerüste in Hongkong: Dramatische Einstürze an der Cheung Sha Wan Road
Noch bevor der Sturm das Festland erreichte, verursachte er in Hongkong schwere Sachschäden. Am Samstagnachmittag rissen heftige Windböen ein mehrstöckiges Baugerüst an einem Hochhaus entlang der Cheung Sha Wan Road förmlich aus der Fassade. Videoaufnahmen zeigen, wie das traditionelle Bambusgerüst heftig schwankte, bevor es innerhalb von Sekunden in sich zusammenbrach und eine Wolke aus Staub und Trümmern hinterließ. Laut Berichten von News18 peelte sich die gesamte Struktur innerhalb von Sekunden von der Fassade des Gebäudes ab und stürzte herab, während Trümmer durch die Luft flogen.
Die Polizei meldete zahlreiche Notrufe nach dem Vorfall. Trotz der Wucht des Einsturzes gab es laut offiziellen Berichten keine Verletzten bei diesem spezifischen Vorfall. Insgesamt wurden jedoch im gesamten Stadtgebiet von Hongkong während des Taifun-Zeitraums mindestens neun Menschen verletzt, so die örtlichen Behörden.
Evakuierungen und Verkehrschaos in Guangdong
In der Provinz Guangdong waren die Sicherheitsmaßnahmen massiv. Laut state-owned China National Radio wurden mehr als 715.000 Menschen evakuiert, um sie in Sicherheit zu bringen. Die Region befand sich in höchster Alarmbereitschaft, während in der gesamten Provinz die Zugverbindungen für Sonntag gestrichen wurden, wie der China News Service berichtete.
Auch der Luftverkehr kam fast vollständig zum Erliegen. Die Flughafenbehörde von Hongkong gab an, dass etwa 350 Flüge am Sonntag annulliert wurden, während andere Berichte von rund 360 gestrichenen Passagierflügen sprechen.
Wetterdaten und regionale Auswirkungen
Das Observatorium von Hongkong bezifferte die maximalen anhaltenden Windgeschwindigkeiten im Zentrum von Noul auf 110 km/h (68 mph). Der Sturm bewegte sich am Sonntag ins Landesinnere von Guangdong und schwächte sich dabei progressiv ab. China erklärte zudem die höchste Alarmstufe für Sturzfluten in mehreren Provinzen.

Die Auswirkungen erstreckten sich über mehrere Regionen:
- In Teilen von südlichen Guangdong und südöstlichen Fujian wurden schwere Regenfälle und starke Winde über das Wochenende erwartet.
- Lokale Schäden: In der Küstenregion Huilai in der Provinz Guangdong wurden laut dem staatlichen Sender CCTV zahlreiche entwurzelte Bäume gesichtet.
- Weitere betroffene Gebiete: Staatliche Medien gaben an, dass Noul bei seinem Vordringen ins Landesinnere auch starke Winde und heftige Regenfälle in die Provinzen Jiangxi und Hunan bringen werde, wobei die Regenfälle voraussichtlich bis Dienstag anhalten.
Ein problematischer Juli: Die Serie der Zyklone
Noul war nicht das erste extreme Wetterereignis in diesem Monat. Er stellt den zwölften tropischen Zyklon des Jahres und den dritten in diesem Monat dar, der China traf. Der Name Noul bedeutet im Koreanischen „das Leuchten des Sonnenaufgangs oder Sonnenuntergangs“.”
| Taifun | Landfall-Datum | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Maysak | 3. Juli 2026 | Südchina |
| Bavi | 11. Juli 2026 | Ostchina; über 2 Millionen Evakuierte |
| Noul | 27. Juli 2026 | Südchina; stärkster Landfall 2026 |
Zum Vergleich: Der am 11. Juli eingetroffene Taifun Bavi führte zu weitaus größeren Evakuierungen. Bavi machte gegen 23:10 Uhr Ortszeit in der Küstenstadt Taizhou in Ostchina Landfall. Laut dem National Meteorological Center hatte Bavi maximale anhaltende Windgeschwindigkeiten von etwa 144 km/h (90 mph), was Kategorie 1 auf der Saffir-Simpson-Skala entspricht. In der Provinz Zhejiang, wo Taizhou liegt, wurden laut staatlichen Medien mehr als 1,7 Millionen Menschen evakuiert, sowie über 100.000 Personen in der benachbarten Provinz Fujian und in Peking.
Die Behörden haben lokale Regierungen nun angewiesen, besonders auf flutgefährdete Gebiete wie Bergregionen, Flusstäler, Brücken und Baustellen zu achten, da die Regenfälle bis Dienstag anhalten könnten.
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