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Südtiroler Schützen hissten in Bozen österreichische Flagge

Rund tausend Südtiroler Schützen haben am Vorabend des österreichischen Nationalfeiertags auf dem Waltherplatz in Bozen den Großen Österreichischen Zapfenstreich aufgeführt und die österreichische Flagge gehisst. Der Aufmarsch stieß auf heftigen politischen Widerspruch, da italienische Regierungspolitiker die Aktion als Provokation und Angriff auf die Autonomie werteten.

Aufmarsch der Schützen auf dem Waltherplatz in Bozen

Mit einer groß angelegten Kundgebung in der Bozner Innenstadt unterstrich der Südtiroler Schützenbund seine Verbundenheit mit der Republik Österreich am Vorabend des österreichischen Nationalfeiertags. Rund 1.000 Schützen aus verschiedenen Teilen Südtirols nahmen an dem Aufmarsch teil. Zahlreiche Schützen und Marketenderinnen sowie Fahnenabordnungen aus den verschiedenen Bezirken Südtirols waren angereist. Neben dem Kortscher Trommlerzug und der Musikkapelle Enneberg verliehen vor allem die Ehrenformationen der Schützenbezirke Bozen und Pustertal der Feierlichkeit ein militärisch-traditionelles Gepräge.

Die feierliche Zeremonie umfasste das Hissen der österreichischen Flagge sowie die Aufführung des traditionellen militärmusikalischen Zeremoniells. Zum Abschluss gedachten die Schützen mit einer Kranzniederlegung der Gefallenen.

Südtiroler Schützen hissten in Bozen österreichische Flagge
Foto: derstandard.at

Mit diesem Zapfenstreich will der Südtiroler Schützenbund seine kulturelle und historische Verbundenheit mit seinem Vaterland Österreich zum Ausdruck bringen. Der Große Österreichische Zapfenstreich ist eines der beeindruckendsten militärmusikalischen Zeremonielle in unserem Land, und deshalb wird er auch hier am Vorabend des österreichischen Nationalfeiertages aufgeführt.

Christoph Schmid, Schützen-Landeskommandant, über die Motivation der Zeremonie (via RaiNews)

Scharfe Kritik der Fratelli d’Italia und Gegenwehr der Südtiroler Volkspartei

Der Aufmarsch löste umgehend heftige politische Reaktionen aus. Urzì hielt den Organisatoren vor, durch den Aufmarsch die Autonomie Südtirols infrage zu stellen und jene internationalen Abkommen zu untergraben, auf denen sie basiert. In einem Facebook-Post stufte Urzì die Kundgebung als nationalistische Provokation ein und zog Parallelen zur nationalsozialistischen Anschlussideologie. Nach seiner Auffassung stellt die Autonomie eine Gegenleistung dafür dar, dass Wien die Unveränderlichkeit der Brenner-Grenze akzeptiert.

Die oppositionelle Süd-Tiroler Freiheit und Vertreter der regierenden Südtiroler Volkspartei wiesen diese Angriffe zurück. In seiner Entgegnung warf der Landtagsabgeordnete der oppositionellen Süd-Tiroler Freiheit Sven Knoll Urzi vor, die geschichtliche Identität der Südtiroler anzugreifen. Knoll betonte, dass die Autonomie auch auf Österreichs Schutzfunktion und dem Pariser Vertrag von 1946 beruhe. SVP-Landessekretär Harald Stauder stellte sich klar vor die Schützen.

Südtiroler Schützen hissten in Bozen österreichische Flagge
Foto: tt.com

Wer den großen Österreichischen Zapfenstreich mit dem nationalsozialistischen Anschluss gleichsetzt, betreibt keine sachliche politische Auseinandersetzung, sondern Geschichtsklitterung.

Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit (via Oe24)

Behördenstreit und Appell an die Schutzmacht Österreich

Landeskommandant Christoph Schmid nutzte den Festakt auch für deutliche Worte gegenüber staatlichen Behörden und forderte Österreich auf, sich stärker für die Rechte der Südtiroler einzusetzen. Schmid betonte, dass die Verbundenheit mit Österreich und die Pflege des überlieferten Brauchtums kein Anlass für behördliche Auseinandersetzungen sein dürften. Auf der Gästeliste befanden sich neben dem österreichischen Generalkonsul in Mailand, Wolfgang Lukas Strohmayer, auch die Südtiroler Landeshauptmann-Stellvertreterin Rosmarie Pamer (SVP) und der ehemalige Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP).

Nach dem offiziellen Festakt auf dem Waltherplatz fand die Veranstaltung im Waltherhaus bei einem gemeinsamen Imbiss und Umtrunk ihren kameradschaftlichen Ausklang.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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