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Technik und Wissenschaft

Microsoft Teams integriert künstliche Intelligenz zur Phishing-Erkennung

Microsoft Teams führt Anfang November 2026 eine kontextsensitive Phishing-Erkennung auf Basis künstlicher Intelligenz ein. Die Funktion analysiert Chat-Inhalte, um Social Engineering, Angriffe durch Imitation und betrügerische Absichten in externen Erstkontakten frühzeitig zu erkennen, ohne dabei klassische Indikatoren wie bösartige Links vorauszusetzen.

Rollout-Zeitplan für die KI-Phishing-Erkennung im Dezember abgeschlossen

Die Sicherheitsfunktion startet nach Angaben aus einer Update-Meldung im Microsoft 365 Message Center (Message Center notice MC1519866) Anfang November 2026 in eine gezielte Testphase. Diese erste Phase soll Mitte November abgeschlossen sein. Die weltweite allgemeine Verfügbarkeit wird für den Zeitraum zwischen Anfang und Mitte Dezember 2026 erwartet.

Für die Aktivierung müssen IT-Administratoren keinerlei Konfigurationen vornehmen laut offiziellen Angaben. Der Schutz greift automatisch, wobei der Schwerpunkt für die meisten Anwender auf Chats mit neuen externen Kontakten liegt.

Die geplante Aktualisierung gibt Organisationen einen Anlass, die Schulungen zur Sicherheit und die Abläufe bei Zwischenfällen in Microsoft Teams zu überprüfen, bevor das neue Schutzelement flächendeckend verfügbar ist.

Kontextanalyse erkennt Bedrohungen ohne schädliche Links

Herkömmliche Schutzfilter suchen vor allem nach bekannten Gefahrenmerkmalen wie infizierten Anhängen oder bösartigen Internetadressen. Die neue Teams-Funktion geht einen anderen Weg, indem sie den Gesprächskontext untersucht, um verdächtiges Verhalten aufzudecken.

Microsoft erklärte im Microsoft 365 Message Center Update: „Microsoft Teams führt eine KI-gestützte, kontextsensitive Phishing-Erkennung ein, um dabei zu helfen, Phishing, Social Engineering, Identitätsdiebstahl und betrügerische Absichten zu erkennen.

Microsoft teams phishing
Foto: BleepingComputer

Klassische Filter suchen üblicherweise nach bekannten Indikatoren wie schädlichen Verknüpfungen oder angehängten Dateien, während die neue Teams-Funktion das Verhalten in Unterrichten anhand der Absicht bewertet. Eine Nachricht von einem unbekannten externen Kontakt kann somit anhand ihrer Intention statt anhand von Anhängen beurteilt werden.

Die Erkennung unterstützt laut einem Roadmap-Eintrag weltweit Android, iOS, Mac, Desktops sowie die Webversion.

Ein von Microsoft veröffentlichtes Beispiel zeigt einen externen Account namens MOD Administrator, der über Berechtigungsprobleme spricht und schließlich fragt: Können Sie zuerst Ihre Anmeldedaten mitteilen? In solchen Situationen zeigt Teams eine Warnung an, dass es sich um einen Phishing-Versuch handeln könnte.

Fälschlicher IT-Support als etablierter Angriffsvektor

Die Sicherheitsneuerung reagiert auf dokumentierte Angriffe, bei denen Täter die Vertrautheit von Teams und das Vertrauen in technische Hilfe ausnutzen. Die Täter verwendeten dabei legitime Funktionen wie Quick Assist, um nach gefälschten Support-Interaktionen Zugriff auf Endgeräte zu erhalten.

Weitere Kampagnen wurden von Sicherheitsfirmen dokumentiert.

Phishing
Foto: TechRadar

Datenschutz und technische Grenzen des Systems

Um Bedenken bezüglich der Privatsphäre zu entkräften, betonte Microsoft, dass die Protokollierung streng begrenzt bleibt. Kundennachrichten werden vom Erkennungssystem nicht für das Training von KI-Modellen oder für andere sekundäre Zwecke gespeichert.

Laut der Support-Guidance von Microsoft wird diese Funktion ausschließlich zum Schutz der Sicherheit verwendet und nicht für Produktivität, Zusammenfassungen, Werbung, Nutzerüberwachung oder andere Zwecke, die nicht der Sicherheit dienen.

Das Erkennungssystem behält keine Nachrichteninhalte für eine spätere Verwendung. Die Neuerung greift nicht in bestehende Regelungen zur Protokollierung, Compliance oder Aufbewahrung von Chat-Verläufen ein.

Ob das System im Alltagsbetrieb zuverlässig arbeitet, ist unklar, da konkrete Erkennungsraten oder Fehlalarm-Quoten in den bisher veröffentlichten Dokumenten nicht genannt werden. Zudem ist unklar, ob die kontextsensitive Überwachung über die Absicherung von Erstkontakten mit externen Personen hinaus erweitert wird.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.