Strictly Come Dancing kehrte mit einem neuen Moderatorentrio zurück, das nach gemischten Kritiken zum Start mittlerweile langsam in seine Rollen hineinfindet.
Wie hat das neue Moderatorentrio von Strictly Come Dancing gestartet?
Der Wechsel an der Spitze der BBC-Samstagabendshow war von Beginn an kein Spaziergang. Das bewährte Duo Tess Daly und Claudia Winkleman durch einen dreiköpfigen Ersatz mit verteilten Aufgaben zu ersetzen, brachte das gewohnte Rhythmusgefühl der Show spürbar durcheinander. Als die aktuelle Staffel vor einem Monat an den Start ging, fiel die Resonanz äußerst gemischt aus.
Die Pressestimmen nach den ersten Ausgaben fielen teilweise vernichtend aus. So bezeichnete Carol Midgley von der Times das Team als TV’s most awkward ménage à trois
, während Chris Bennion vom Daily Telegraph das neue Dreiergespann als absolutes Desaster einstufte und als a mess, a muddle, a confusing pudding
beschrieb.
Strictlys neues „Throuple“ ist eine absolute Katastrophe. Es ist ein Durcheinander, ein Schlamassel, ein verwirrender Pudding.
Chris Bennion, The Daily Telegraph
Warum steht besonders Josh Widdicombe in der Kritik?
Im Zentrum der Diskussionen stand vor allem der Comedian Josh Widdicombe. Er fungiert in den Live-Shows als Partner von Emma Willis und soll kurz vor und nach jedem Tanz für humoristische Auflockerung sorgen. Kritiker bemängelten jedoch, dass er auf dem Bildschirm wie ein awkward spare part
oder wie the work experience boy
wirkte, so die Beobachtung von Sasha Morris im Daily Express.

Isobel Lewis analysierte, dass Widdicombe vor allem anfangs zu sehr wie ein Comedian und zu wenig wie ein klassischer Moderator agierte. Wenn es darum gehe, durch das strenge Zeitfenster von etwa 20 Sekunden pro Interview zu führen, wirke seine Spontaneität oft hektisch.
Dennoch gibt es laut Lewis Anzeichen der Besserung. Sobald er und Emma Willis feste, skripte Passagen vom Teleprompter ablesen, wirken beide deutlich sicherer.
Wie beurteilen Experten die Entwicklung von Johannes Radebe und Emma Willis?
Während Widdicombe und Willis als Doppelpack auf der Hauptbühne stehen, hat der frühere Profitänzer Johannes Radebe die Nachfolge von Claudia Winkleman auf dem Mezzanin-Rang angetreten. Dort führt er die Gespräche mit den Prominenten nach deren Auftritten. Radio-Times-Redakteurin Caroline Frost stellt fest, dass sich das gesamte Trio allmählich an seine neuen Aufgaben gewöhnt.
Frost kritisiert jedoch, dass insbesondere Widdicombe und Willis zu starr an ihren Drehbüchern festhalten. Josh is very likeable, and we know he’s a very funny man,
sagt Frost über den Comedian. He doesn’t need the shackles of the script that he’s currently handcuffed to, and I would love to see him take off those cuffs and become more spontaneous.
Auch bei den Zuschauern hat sich das Bild gewandelt. Flo Sayers, Co-Host des Podcasts Strictly on the Sofa, lobt Radebes Arbeit auf der oberen Ebene: JoJo has been really brilliant up in… I guess the Claudatorium, but I’m not sure what we call it now.
Welche Zukunftsaussichten gibt es für die Moderatoren im weiteren Verlauf der Staffel?
Obwohl die Rollen der drei Protagonisten zu Beginn als flexibel angekündigt wurden – Widdicombe verglich das Konzept zuvor im Podcast The Rest Is Entertainment scherzhaft mit einem System wie total football
–, haben sich feste Arbeitsbereiche herausgebildet. Experten wie Caroline Frost regen an, Radebes tänzerische Expertise künftig noch stärker als eine Art technischer Experte im Probenraum zu nutzen.
Trotz anfänglicher Reibungspunkte zeigt die Tendenz bei Kritikern wie Publikum nach oben. Die Macher und Moderatoren müssen sich jedoch daran gewöhnen, dass das Publikum im Gegensatz zu den Prominenten auf dem Parkett niemanden per Telefonabstimmung aus der Show wählen kann.
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