Wärmepumpen-Stromtarife kosten im Schnitt weniger als 22 Cent pro Kilowattstunde und liegen damit deutlich unter dem Haushaltsstrompreis von rund 30 Cent. Vier Monate lang sichtete die Stiftung Warentest die Preise, wie das Medienunternehmen N-TV am 8. Oktober 2026 berichtete. Je nach Einbaudatum und Zählerart winken so Ersparnisse von bis zu 30 Prozent.
Ob sich eine Wärmepumpe im eigenen Haus wirtschaftlich rechnet, hängt stark von den laufenden Stromkosten ab. Laut den Ergebnissen einer viermonatigen Marktbeobachtung durch die Stiftung Warentest, die am 8. Oktober 2026 veröffentlicht wurden, liegt der Durchschnittspreis für günstige Wärmepumpentarife bei unter 22 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Herkömmlicher Haushaltsstrom schlägt in der Regel mit etwa 30 Cent zu Buche.
Tausende Euro sparen: das Sparpotenzial im Rechenbeispiel
Ein konkretes Rechenbeispiel der Stiftung Warentest verdeutlicht die Einsparmöglichkeit. Würde ein Haushalt durch einen Tarifwechsel fünf Cent weniger pro Kilowattstunde zahlen, ergäbe sich bei einem Jahresverbrauch von 6000 Kilowattstunden eine Ersparnis von 300 Euro. Wie hoch der Betrag für den einzelnen Haushalt am Ende ausfällt, hängt allerdings vom persönlichen Verbrauch, dem Wohnort sowie dem gewählten Tarif ab.
Zählerart und Einbaudatum bestimmen den passenden Tarif
Seit Anfang 2024 ist der Tarifvergleich für Besitzer von Wärmepumpen anspruchsvoller geworden. Die Tarifwahl hängt seitdem auch vom Datum der Inbetriebnahme sowie der Art der Messung ab – und davon, ob der Netzbetreiber die Heizung steuern kann
, erklärt Alica Verwiebe, Expertin für Energietarife bei der Stiftung Warentest.
Zusätzlich spielt die Art der Strommessung eine entscheidende Rolle. Betreiber müssen wählen, ob die Wärmepumpe über einen gemeinsamen Zähler mit anderen Haushaltsgeräten oder über einen separaten Zähler läuft. Bei einer getrennten Messung mit einem separaten Wärmestromzähler zeigte die viermonatige Preiserhebung deutliche Unterschiede zwischen älteren und neueren Anlagen. Der durchschnittliche Kilowattstundenpreis lag bei Geräten, die vor 2024 installiert wurden, bei 21,83 Cent (erhoben im Tarif Simply Green 12
der Energy Market Solutions GmbH). Für neuere Anlagen lag der Schnitt bei 21,38 Cent im Tarif Wemag Ökostrom Wärmepumpe Modul 2
. In beiden Fällen wurde die monatliche Grundgebühr anteilig auf den Arbeitspreis umgelegt.
Paragraf 14a regelt steuerbare Wärmepumpen und Netzentgelte
Die vergünstigten Netzentgelte basieren auf Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes in seiner aktuellen Fassung für steuerbare Wärmepumpen, die nach dem 1. Januar 2024 installiert wurden. Haushalte können hierbei je nach Ausstattung ihrer Zähler verschiedene Module wählen. Bei Modul 1 erhalten sie eine pauschale Netzentgelt-Reduzierung, die laut Stand von 2023 zwischen 110 und 190 Euro pro Jahr liegt und direkt in der Jahresrechnung gutgeschrieben wird; dafür ist lediglich ein Zähler erforderlich.
Wer sich für einen Tarif mit integriertem Rabatt auf den Kilowattstundenpreis (Modul 2) entscheidet, benötigt hingegen einen separaten Zähler. Hier reduzieren sich die Netzkosten im Vergleich zum Haushaltsstrom um 60 Prozent. Eine dritte Variante (Modul 3) kombiniert den pauschalen Netzentgelt-Rabatt mit zeitvariablen Netzentgelten, wofür ein intelligentes Messsystem, ein sogenannter Smart Meter, zwingend notwendig ist. Zusätzliche Rabatte hängen davon ab, ob der Netzbetreiber die Stromzufuhr bei drohender Netzüberlastung steuern kann. Während ältere Anlagen vor Januar 2024 zeitweise komplett abgeschaltet werden durften, dürfen neuere Anlagen nur noch gedrosselt werden. Dabei erhalten sie während der Drosselung eine garantierte Mindestleistung von 4,2 Kilowatt.