Der multinationale Autokonzern Stellantis präsentiert sich auf dem Pariser Autosalon mit unkonventionellen Konzeptfahrzeugen und einer Neuausrichtung. Nach massiven Verlusten und dem Abgang von Ex-Boss Carlos Tavares setzt das Unternehmen weltweit auf vier Kernmarken und investiert 60 Milliarden Euro in neue Modelle, während Volkswagen mit konzeptionellem Stillstand kämpft.
Der Autokonzern Stellantis hat auf dem Pariser Autosalon mit einem Ideen-Feuerwerk ein bemerkenswertes Comeback hingelegt. Während der größte europäische Konkurrent Volkswagen mit braven Elektrofahrzeugen und wirtschaftlichen Klagen auffiel, setzte Stellantis auf Vielfalt statt Einheitsbrei, wie das Portal Blick berichtet.
Der schwere Weg aus der Krise nach dem Tavares-Abgang
Die turbulenten Zeiten des multinationalen Markensammelvereins, der aus der Fusion von Fiat/Chrysler und PSA hervorgegangen ist, kosteten den früheren Boss Carlos Tavares den Job. Ein rigides Sparprogramm, starker Fokus auf Elektrofahrzeuge sowie massive Qualitätsprobleme und Softwarechaos führten zu einem globalen Absturz der Verkaufszahlen. Im Jahr 2025 erreichte der Nettoverlust 22,3 Milliarden Euro.
Um das Ruder herumzureißen, setzt das Management künftig auf strategische Strenge. Global will sich Stellantis auf vier Kernmarken konzentrieren: Jeep, Fiat, Peugeot und RAM. Marken wie Chrysler, Dodge, Alfa Romeo, Citroën und Opel bleiben regional verankert, während insgesamt 60 Milliarden Euro in neue Modelle fließen sollen.
Kreative Konzeptfahrzeuge und das Comeback des V8 in den USA
In Paris präsentierte der Konzern zahlreiche Konzeptfahrzeuge. Darunter ist der Citroën 2CV Concept, der den Esprit des historischen Döschwo als modernes Elektro-Stadtauto für rund 15.000 Franken aufgreifen soll. Auch der F3EVER von Citroën-Edeltochter DS sowie eine 816 PS starke Neuinterpretation des Rallye-Peugeot 205 T16 und der Alfa Romeo Cuorerosso mit leistungsstarkem Verbrenner sorgten für Aufmerksamkeit.
In den Vereinigten Staaten vollzieht der Konzern derweil eine Kehrtwende bei der US-Marke Dodge. Da der Versuch, mit dem Dodge Charger EV ein vollelektrisches Muscle-Car zu etablieren, scheiterte, wurde die Produktion der Hemi-V8-Motoren wieder aufgenommen. Die Nachfrage ist so groß, weshalb die Fertigungskapazitäten enorm erhöht werden mussten.