Deutsche Krankenhäuser zählten im vergangenen Jahr 17,7 Millionen stationäre Behandlungsfälle, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Dies entspricht einem Anstieg von 1,2 Prozent oder 203.000 Fällen im Vergleich zum Vorjahr, während die Zahl der verfügbaren Betten leicht sank.
Das Vorkisend-Niveau aus der Zeit vor der Corona-Pandemie, das bei 19,4 Millionen Fällen lag, wurde laut Angaben des Statistischen Bundesamtes nicht erreicht. Zudem erfasste die Behörde zwar jede stationäre Aufnahme, allerdings nicht, ob Patientinnen und Patienten im Jahresverlauf mehrfach behandelt wurden, wie das Bundesamt dem Evangelischen Pressedienst erläuterte.
Innere Medizin verzeichnet die meisten Fälle und Bettenabbau
Die Verteilung der Behandlungen zeigt deutliche Schwerpunkte in bestimmten medizinischen Fachbereichen. Die Innere Medizin erfasste mit 5,0 Millionen beziehungsweise 28,1 Prozent die meisten stationären Behandlungsfälle. Auf dem zweiten Platz folgte die Allgemeinchirurgie mit 2,7 Millionen Fällen oder 15,3 Prozent.
Parallel dazu ging die Kapazität der stationären Versorgung in Deutschland zurück. In den insgesamt 1.807 deutschen Krankenhäusern standen im vergangenen Jahr 468.803 Betten zur Verfügung, was einem Rückgang von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Sinkende Verweildauer und moderate Bettenauslastung
Obwohl die Fallzahlen stiegen, wuchs die Bettenauslastung lediglich moderat an. Das Statistische Bundesamt begründet dies unter anderem mit einer weiter sinkenden Verweildauer der Patientinnen und Patienten, die sich um 0,1 Tage auf durchschnittlich 7,0 Tage verringerte. Im Jahr 1991 hatte ein durchschnittlicher Klinikaufenthalt mit 14,0 Tagen noch doppelt so lange gedauert.
Durch den gleichzeitigen Rückgang der Bettenanzahl und die kürzere Verweildauer stieg die Bettenauslastung der Kliniken im Jahresvergleich lediglich um 0,6 Prozentpunkte auf 72,6 Prozent an.