Starke Gewitter haben am Wochenende und Montag, den 8. Juni 2026, im Bezirk St. Veit an der Glan massive Schäden angerichtet. Während in Brückl bereits am Sonntag Murenabgänge und überflutete Keller die Einsatzkräfte banden, sorgten am Montag heftige Sturmböen in Liebenfels für zahlreiche Baumstürze und Straßensperren.
Chaos in Liebenfels: Baumstürze und Dauereinsätze der Florianis
Photo: kaernten.ORF.at
Am Montagabend verwandelte sich die Lage im Bereich Liebenfels innerhalb kürzester Zeit in ein operatives Chaos. Ein kurzes, aber extrem heftiges Unwetter riss Bäume entwurzelt aus dem Boden und blockierte wichtige Verkehrswege. Die Freiwillige Feuerwehr Liebenfels sah sich mit einer Flut an Einsätzen konfrontiert, die ein koordiniertes Vorgehen mehrerer Wehren erforderte.
„Unsere Einsatzkräfte standen im Dauereinsatz, um die Schäden rasch zu beseitigen“
Freiwillige Feuerwehr Liebenfels, via meinbezirk.at
Die Intensität des Sturms zwang die lokale Wehr, Unterstützung aus den umliegenden Gemeinden anzufordern. Die Feuerwehren Sörg, Treffelsdorf und Zweikirchen rückten aus, um die blockierten Straßen wieder passierbar zu machen. Besonders im Bereich Pulst war die Situation kritisch, wo umgestürzte Bäume in St. Veit den Verkehr komplett zum Erliegen brachten.
Die Feuerwehr Treffelsdorf entsandte etwa 15 Einsatzkräfte an die Unfallstelle. Der Zeitplan der Operation verdeutlicht die Heftigkeit des Ereignisses:
20:00 Uhr: Alarmierung der Feuerwehr Treffelsdorf zur Unterstützung in Pulst.
20:00 bis 21:30 Uhr: Intensive Räumarbeiten zur Entfernung entwurzelter Bäume.
21:30 Uhr: Rückkehr der Kräfte ins Rüsthaus.
„Gestern kurz nach 20.00 Uhr wurden wir zur Unterstützung der Feuerwehr Liebenfels in den Bereich Pulst alarmiert, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu entfernen. Gegen 21:30 Uhr konnten wir wieder ins Rüsthaus einrücken.“
Feuerwehr Treffelsdorf, via meinbezirk.at
Brückl unter Wasser: Muren und Straßensperren auf der B82
27.05.2026 Entstehung eines Gewitters mit Downburst bei St.Veit/Glan (Zeitraffer)
Bereits am Sonntagabend hatte das Unwetter in einem anderen Teil des Bezirks zugeschlagen. Im Ortsgebiet von Brückl führte Starkregen zwischen 21:15 und 22:00 Uhr zu einer gefährlichen Kombination aus Überflutungen und geologischen Instabilitäten. Die FF Brückl kämpfte primär gegen das Wasser in den Kellern der Anwohner.
Die kritischste Entwicklung ereignete sich jedoch an der Infrastruktur. Laut Berichten von kaernten.ORF.at kam es zu Murenabgängen in Brückl, die insbesondere die Seeberg Straße (B92) und die B82 betrafen. Die B82 wurde durch kleinere Murenabgänge teilweise verlegt und musste bis 00:20 Uhr halbseitig gesperrt bleiben. Erst der Einsatz von Baggern und Kehrmaschinen der Straßenmeisterei Eberstein konnte die Fahrbahn wieder reinigen.
Zusätzlich wurde der Magdalenenweg in Fahrtrichtung Süden komplett gesperrt. Die Gründe hierfür waren ein weiterer Murenabgang sowie eine unterspülte Fahrbahn, was die Zufahrt nach Hart auf eine einspurige Befahrbarkeit reduzierte.
Lagebericht: Orange Warnstufe und regionale Auswirkungen
Photo: Kleine Zeitung
Die Ereignisse in St. Veit an der Glan sind Teil einer größeren Wetterlage, die ganz Kärnten in Alarmbereitschaft versetzt hat. Während die Schäden in Liebenfels primär durch Wind und in Brückl durch Starkregen und Erdrutsche geprägt waren, bleibt die Gefahr für die Region bestehen.
Für Osttirol, Oberkärnten und Teile Mittelkärntens gilt weiterhin eine orange Wetterwarnung. Dies deutet darauf hin, dass die Atmosphäre weiterhin instabil ist und mit weiteren Regenschauern sowie Sturmböen zu rechnen ist.
Ein Vergleich der Vorfälle zeigt die unterschiedliche Gefährdung innerhalb eines einzigen Bezirks:
Ort
Hauptursache
Primäre Schäden
Einsatzschwerpunkt
Liebenfels
Sturmböen
Entwurzelte Bäume
Straßenräumung
Brückl
Starkregen
Muren / Überflutungen
Kellerpumpen / Baggerarbeiten
Die Koordination zwischen den verschiedenen Freiwilligen Feuerwehren erwies sich als entscheidend. Dass die Feuerwehr Treffelsdorf mit 15 Kräften innerhalb von 90 Minuten die Verkehrswege in Pulst klären konnte, unterstreicht die Bedeutung der gegenseitigen Unterstützung in ländlichen Regionen bei Extremwetterereignissen.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die instabile Wetterlage zu weiteren Murenabgängen führt, da die Böden in Gebieten wie Brückl durch die vorangegangenen Niederschläge bereits gesättigt und damit anfällig für weitere Rutschungen sind.
Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.
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