Menschen in der Steiermark sparen monatlich durchschnittlich 296 Euro, lassen das Kapital jedoch häufig unverzinst auf Girokonten oder in bar liegen. Finanzexperten warnen vor dieser Praxis, da die Inflation das Vermögen schleichend entwertet, und empfehlen stattdessen eine gezielte Veranlagung in Wertpapiere zur langfristigen Absicherung.
Sparverhalten und Inflationsrisiko in der Steiermark
Trotz der wirtschaftlich herausfordernden Lage bleibt das Sparen für die Steirerinnen und Steirer eine Priorität. Laut einer aktuellen Sparstudie legen die Menschen im Durchschnitt 296 Euro pro Monat zur Seite. Dabei stehen finanzielle Sicherheit und Vorsorge im Vordergrund: 92 Prozent der Befragten sparen für Notfälle, während 78 Prozent ihr Geld zur allgemeinen Absicherung sowie für größere Anschaffungen oder Reisen zurücklegen.
Dennoch zeigen die Ergebnisse eine Präferenz für traditionelle, aber oft renditeschwache Anlageformen. Sparbücher und Sparkonten führen die Liste der beliebtesten Methoden an, während ein erheblicher Teil des Kapitals auf Girokonten oder in bar zu Hause gelagert wird.
Das ist unserer Meinung nach keine gute Idee, weil es hier zu keiner Verzinsung kommt. Man hat den Effekt der vollen Inflation, der Geldentwertung, man hat auf der anderen Seite keine Verzinsung, man verliert sozusagen täglich Geld. Wir reden hier in der Steiermark geschätzt sicher von einem zweistelligen Milliarden Euro-Betrag, der entweder auf Girokonten bei Banken liegt oder in bar zuhause liegt.
Oliver Kröpfl, Vorstandsmitglied der Steiermärkischen Sparkasse
Vermögensaufbau durch Wertpapiere und Finanzbildung
Im Vorfeld der Weltsparwoche rückt die Notwendigkeit einer aktiven Veranlagung stärker in den Fokus. Georg Bucher, Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Sparkasse, betont die Bedeutung von Wertpapieren, um die Inflationsrate langfristig zu übertreffen. Aktuell investieren bereits 37 Prozent der Steirerinnen und Steirer in Aktien oder Investmentfonds, wobei der langfristige Vermögensaufbau und die Altersvorsorge die Haupttreiber sind.
Besonders für junge Menschen zwischen 20 und 25 Jahren könne bereits ein monatlicher Sparbetrag von 70 Euro in Fonds über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren zu sechsstelligen Beträgen führen, so Bucher. Um dieses Potenzial besser zu nutzen, fordert er eine stärkere Verankerung der Finanzbildung an Schulen.
Wir müssen deutlich über der Inflation liegen, und über der Inflation liegen eben Aktienfonds oder gemischte Rentenfonds, wo sie Anleihen haben, Aktien oder Gold.
Georg Bucher, Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Sparkasse
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