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Gesundheit

Jo Goldsmith ruft nach schwerer RSV-Erkrankung ihrer Tochter zur Impfung auf

Die walisische Mutter Jo Goldsmith ruft nach einer lebensbedrohlichen Erkrankung ihrer Tochter Phoebe zur Impfung gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) auf. Die walisische Regierung bietet die Impfung routinemäßig für Schwanginnen ab der 28. Woche sowie für Erwachsene über 75 Jahre an, um schwere Verläufe bei Neugeborenen und Senioren zu verhindern.

Jo Goldsmith, eine Kinderkrankenpflegerin und Gesundheitsbesucherin aus Haverfordwest, Pembrokeshire, musste miterleben, wie ihre Tochter Phoebe nur wenige Tage nach der Geburt schwer erkrankte. Die Diagnose am Heiligabend: eine RSV-positive Bronchiolitis. Da die Impfung zum Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft noch nicht verfügbar war, beschreibt Goldsmith die Erfahrung heute als das traumatischste, was wir durchmachen mussten.

„Ich möchte nicht, dass eine andere Familie das durchmachen muss, was wir durchgemacht haben.“

Jo Goldsmith, Mutter und Kinderkrankenpflegerin

Phoebe war erst fünf Tage alt, als Goldsmith bemerkte, dass das Kind sehr schnell atmete und kämpfte. Die Situation eskalierte schnell, und das Kind musste auf die Intensivstation. Die Ärzte bereiteten die Familie auf das Schlimmste vor. Obwohl Phoebe überlebte, litt sie unter langfristigen Folgen, darunter Hörschäden und mehrfache Krankenhausaufenthalte wegen Brustproblemen.

RSV-Risiken und Impfberechtigung in Wales

Das Respiratorische Synzytial-Virus zirkuliert jeden Winter und verursacht meist milde Symptome. Bei Säuglingen, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem kann es jedoch zu schweren Erkrankungen wie Pneumonie oder Bronchiolitis führen. In Wales führt die Infektion bei Kindern unter zwei Jahren in einer normalen Saison zu etwa 2.300 bis 2.600 Krankenhausaufenthalten und 7.000 bis 9.500 Arztbesuchen.

Die walisische Regierung hat die Impfstrategie seit September 2024 ausgeweitet.

  • Schwangere: Routinemäßige Impfung ab der 28. Woche, um Neugeborene zu schützen. Die Impfung sollte bei jeder Schwangerschaft erfolgen.
  • Senioren: Alle Erwachsenen ab 75 Jahren haben Anspruch auf die Impfung (einmalige Gabe).
  • Risikogruppen: Seit diesem Herbst ist das Angebot auf Erwachsene im Alter von 65 bis 74 Jahren ausgeweitet worden, sofern sie immunsupprimiert sind oder an chronischen Atemwegserkrankungen leiden.

Nerys Evans, stellvertretende Ministerin für öffentliche und präventive Gesundheit, bezeichnete die Geschichte von Jo Goldsmith als kraftvolle Erinnerung daran, wie ernst RSV sein kann. Sie betonte, dass die RSV-Impfung separat von der Grippeimpfung zu betrachten ist.

Präventive Maßnahmen während der Schwangerschaft

Impfung Empfohlener Zeitraum / Zweck
Keuchhusten (Pertussis) Zwischen der 27. und 36. Woche (vorzugsweise im früheren Teil dieses Zeitraums); schützt Neugeborene, die zu jung für eine eigene Impfung sind.
Grippe (Flu) Jährlich, idealerweise bis Ende Oktober; reduziert schwere Verläufe bei Schwangeren, die aufgrund von Veränderungen der Immun-, Herz- und Lungenfunktionen anfälliger sind.
COVID-19 Während der Schwangerschaft; schützt vor schweren Krankheitsverläufen, da Schwangere im Vergleich zu Nicht-Schwangeren ein höheres Risiko für schwere Erkrankungen tragen.
RSV Zwischen der 32. und 36. Woche (September bis Januar).

Die Übertragung von Antikörpern vom Mutterleib auf das Kind bietet eine kurzfristige Frühprävention, insbesondere gegen Keuchhusten, bei dem etwa 7 von 10 Todesfällen bei Säuglingen unter zwei Monaten auftreten. Diese Kinder sind zu jung für eine eigene Impfung und müssen bei einer Erkrankung häufiger im Krankenhaus behandelt werden, wobei die Krankheit bei Säuglingen oft ohne Husten verläuft.

Zudem empfiehlt die CDC, dass Frauen, die internationale Reisen planen, mindestens 4 bis 6 Wochen vor der Abreise mit einem Arzt über notwendige Impfungen sprechen sollten. In einigen Fällen können Impfungen auch unmittelbar nach der Geburt empfohlen werden, da der Körper etwa zwei Wochen Zeit benötigt, um Antikörper zu entwickeln.

Kombinierte Winterprävention und Appelle

Die Gesundheitsbehörden warnen davor, die verschiedenen Impfstoffe zu verwechseln oder zu vergessen. Da die Viren unterschiedliche Mechanismen haben, ist ein kombinierter Schutz entscheidend, um den Unterschied zwischen einer milden Erkrankung und einem Krankenhausaufenthalt zu bewirken.

„Ich fordere alle, die berechtigt sind, aufzufordern, sich ihre Grippeimpfung, ihren COVID-19-Booster und ihre RSV-Impfung holen zu lassen.“

Nerys Evans, Stellvertretende Ministerin für öffentliche und präventive Gesundheit

Für Senioren über 75 Jahre in Wales ist die statistische Belastung hoch: Jährlich werden dort 7.000 bis 9.000 Arzttermine und 700 bis 1.000 Krankenhausaufenthalte durch RSV verursacht, was zu 400 bis 600 Todesfällen führt.

Bei Fragen zu Impfungen sollten Betroffene qualifizierte Gesundheitsdienstleister konsultieren.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

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