Zum Inhalt springen
Technik und Wissenschaft

Sparkassen ermöglichen Handel mit Bitcoin und weiteren Kryptowerten

Ab diesen Montag können Kunden der Sparkassen über die bestehende App Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum handeln. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband rollt das Angebot schrittweise aus. Zunächst sind fünf Kryptowerte verfügbar, während eine Anlageberatung laut Verband ausdrücklich nicht vorgesehen ist.

Lange Zeit galten Kryptowährungen bei den Sparkassen als zu riskant. Nun reagieren die Institute auf die Nachfrage ihrer Kunden und ermöglichen den Einstieg in den Krypto-Handel. Ab diesem Montag steht das neue Angebot den ersten teilnehmenden Häusern zur Verfügung, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband mitteilte. Pro Monat sollen schrittweise 30 bis 40 weitere Institute dazukommen. Das Angebot umfasst in der ersten Phase fünf Kryptowerte: Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana und Polygon.

Dekabank stellt das Angebot bereit

Bereitgestellt wird der Dienst vom Sparkassen-Wertpapieranbieter Dekabank, wobei die Verwahrung der Kryptowerte in Kooperation mit der Börse Stuttgart erfolgt. Einen einheitlichen bundesweiten Starttermin gibt es nicht, wie Joachim Schmalzl als geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV erläuterte. Wann eine Sparkasse startet, entscheidet sie selbst, sagte Schmalzl. Das Interesse innerhalb der Gruppe sei groß, und im ersten Halbjahr 2027 soll bereits ein großer Teil der interessierten Sparkassen angebunden sein.

Mit diesem Schritt folgen die Sparkassen anderen Marktteilnehmern. Smartphone-Banken wie N26, Trade Republic und Revolut bieten den Handel mit Bitcoin und Co. bereits seit geraumer Zeit an, und zuletzt stiegen auch die Volksbanken in dieses Geschäftsfeld ein. Bei den Sparkassen gab es wegen der starken Kursschwankungen und des Risikos von Spekulationsblasen jedoch lange Bedenken. Wir haben sehr genau abgewogen, ob und wie ein Krypto-Angebot zu uns passt, erklärte Schmalzl. Entscheidend seien letztlich die Kundennachfrage und ein verlässlicher europäischer Rechtsrahmen gewesen.

Keine Beratung und deutliche Warnung vor Risiken

Das neue Angebot richtet sich gezielt an Kundinnen und Kunden, die ihre Krypto-Anlagen eigenständig kaufen, verkaufen und verwahren möchten. Eine aktive Bewerbung oder Beratung durch die Sparkassen in der Breite ist laut DSGV nicht vorgesehen. Ziel sei es lediglich, interessierten Kunden den Zugang in einem regulierten Umfeld zu ermöglichen.

Kryptowährungen bleiben aus Sicht der Sparkassen hochspekulative Anlagen.

Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV)

Kunden werden vor starken Kursschwankungen und dem Risiko eines Totalverlusts ausdrücklich gewarnt. Für die breite und langfristige Vermögensbildung stehen nach wie vor klassische Wertpapieranlagen, Sparpläne und persönliche Beratungsangebote im Vordergrund.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.