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Unternehmen

SpaceX plant 80.000 Funkstandorte für Mobilfunknetz

SpaceX plant den Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes mit mindestens 80.000 Funkstandorten in den USA und verhandelt dafür laut Marktberichten mit Infrastrukturbetreibern wie Crown Castle. Die Nachricht löste an den Börsen deutliche Kursreaktionen bei etablierten Telekommunikationskonzernen und Turmbesitzern aus.

Die Pläne von SpaceX für ein eigenes terrestrisch-satellitiales Mobilfunknetz nehmen konkrete Formen an. Das Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmen strebt mindestens 80.000 Funkstandorte in den Vereinigten Staaten an, um den Aufbau eines vierten landesweiten Mobilfunkanbieters voranzutreiben.

Gespräche mit Crown Castle und Investitionen in Frequenzen

Um dieses Ziel zu erreichen, führt das Unternehmen nach Angaben von Vertrauten Gespräche mit großen Turmbetreibern, darunter Crown Castle Inc., American Tower Corp. und Vertical Bridge Holdings. Crown Castle betreibt rund 40.000 Funktürme in den USA, während American Tower 41.764 Standorte in den USA und Kanada betreibt.

Zudem meldeten sich Wall-Street-Analysten zu Wort. Laut Berichten von Barchart und Pivotal Research stufte Pivotal Research die Aktie mit einem „Buy-Rating ein und erhöhte das Kursziel von 220 auf 230 US-Dollar. Morgan Stanley bekräftigte das Kursziel von 300 US-Dollar.

Die Ambitionen stützen sich auf Investitionen in Frequenzrechte. Anfang Oktober kündigte das Unternehmen an, ein landesweites Portfolio von Low-Band-800-MHz-Frequenzlizenzen von Grain Management im Wert von rund 8 Milliarden US-Dollar zu erwerben. Niedrigband-Frequenzen gelten als essenziell, da sie Signale weiter tragen lassen und Gebäude besser durchdringen.

Und dann natürlich braucht man das Low-Band-Spektrum, das 800-MHz-Spektrum, um im Grunde in Gebäude einzudringen. Wenn man also nicht im WLAN ist, kann man das Signal trotzdem empfangen.

In einer Bilanzvorlage merkte Elon Musk an, dass die Dimensionen des Mobilfunkgeschäfts den Rahmen einer regulären Quartalskonferenz sprengen. Dennoch wies Michael Hodel, Director of Communication-Services Equity Research bei Morningstar, im Podcast „The Morning Filtermit Host Dave Sekera darauf hin, dass der Aufbau eines eigenen Netzes von Grund auf enorme Investitionen erfordert – sowohl für Frequenzen als auch für Kundengewinnung und Endgerätefinanzierung.

Reaktionen an der Börse und Skepsis bei etablierten Netzbetreibern

Die Marktteilnehmer reagierten unmittelbar auf die Aussicht auf neue Mietverträge für die Infrastruktur. Aktien von Crown Castle verzeichneten Kursgewinne von über 6,5 Prozent, während American Tower um mehr als 3 Prozent zulegten. Umgekehrt gaben die etablierten Branchengrößen nach, da Investoren die Konkurrenz durch einen finanzstarken Neueinsteiger bewerteten.

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Foto: RCR Wireless News

Dennoch zeigen sich die etablierten Anbieter unbeeindruckt von den Ausbauplänen. AT&T-Chef John Stankey erklärte während einer Telefonkonferenz zum dritten Quartal, Analysten sollten sich von einem einzelnen Frequenzträger nicht übermäßig beeindrucken lassen.

Ich würde mich nicht zu sehr auf das fixieren, was ich einen Frequenzträger im niedrigen Band nenne.

Stankey verwies darauf, dass ein funktionierendes Mobilfunknetz weit mehr erfordert als reine Frequenzrechte. Insbesondere in Ballungsräumen wie Chicago stammen 40 bis 45 Prozent des mobilen Datenverkehrs aus Gebäuden, was eine dichte terrestrische Infrastruktur voraussetzt. Den Aufbau eines entsprechenden Netzes bezeichnete er als langwierig und kapitalintensiv. Gleichzeitig meldete AT&T solide Finanzzahlen für das dritte Quartal: Der Umsatz stieg um 5,3 Prozent auf 32,3 Milliarden US-Dollar, womit die Schätzungen von Analysten übertroffen wurden.

Finanzzahlen und der strategische Zeitplan

Die Ankündigung begleitete ein Quartalsergebnis von SpaceX. Das Unternehmen wies für das Quartal einen Umsatz von 14,6 Milliarden US-Dollar aus, was einem Anstieg von 161 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Weltweit operieren bereits über 400 Satelliten mit Direct-to-Cell-Ausstattung in einer Umlaufbahn von 540 bis 570 Kilometern Höhe.

SpaceX plant 80.000 Funkstandorte für Mobilfunknetz
Foto: Yahoo Finance

Dennoch wird ein flächendeckender Start des Dienstes Zeit beanspruchen. So können die im Zuge einer früheren Vereinbarung mit EchoStar erworbenen Frequenzen erst nach dem formalen Abschluss der Transaktion genutzt werden, der für 2027 angesetzt ist. Die FCC erteilte zudem Ausnahmegenehmigungen für den Satelliteneinsatz von Frequenzen und gab 15.000 Satelliten für die Konstellation frei, von denen die Hälfte bis Oktober 2032 betriebsbereit sein muss. Marktbeobachter wie Mark Bayliss, Mitglied eines Beratergremiums der FCC, wiesen darauf hin, dass der globale Wettlauf um Satellitenkonnektivität zunehmend zu einer geopolitischen Frage der Netzkontrolle wird.

SpaceX plant 80.000 Funkstandorte für Mobilfunknetz
Foto: Bloomberg.com

Präsidentin Gwynne Shotwell bestätigte zudem die terrestrischen Ausbaupläne offiziell und betonte, dass SpaceX aktiv Antennen auf Türmen und Dächern installieren will, um die Hybrid-Architektur zu vervollständigen.

Im Bereich der Infrastruktur treibt SpaceX zudem die Startkadenz für die Starship-Rakete voran, um die Transportkapazität für die geplanten Satellitenkonstellationen bereitzustellen. Branchenanalysten gehen davon aus, dass ein voll ausgebautes Starlink-Mobile-Netz bis zum Jahr 2036 rund 50 Millionen US-Kunden erreichen könnte.

Während SpaceX seine Strategie auf separaten Präsentationen weiter erläutern will, blicken die etablierten Mobilfunkriesen und Infrastrukturbetreiber gespannt auf die kommenden regulatorischen Entscheidungen und die physische Umsetzung der Frequenzkäufe.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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