Als Reaktion auf US-Präsident Donald Trumps umstrittene geografische Umbenennungen und das schnelle Einknicken von Tech-Konzernen haben die Macher von «South Park» ihre Zeichentrickserie für die kommende 29. Staffel in «South America» umbenannt. Die neuen Folgen starten am 16. September bei Comedy Central und Paramount+.
Die Macher Trey Parker und Matt Stone haben ihrer Satire über die US-Politik einen neuen Namen gegeben. September startende 29. Das Profil der Serie auf X benannten sie bereits um.
Der Titelwechsel ist ein direkter Protest gegen die geografischen Umbenennungen von US-Präsident Donald Trump und das Verhalten der großen Technologiekonzerne.
«Inspiriert vom Mut und Patriotismus von Apple und Google ändern wir den Namen von South Park in SOUTH AMERICA»
Trey Parker und Matt Stone, Schöpfer der Serie
Trumps Kartendekrete und die Rolle von Apple und Google
Ausgelöst wurde die Aktion durch Trumps Vorstöße, bekannte geografische Bezeichnungen im US-Interesse umzudeuten, um die Dominanz der USA zu demonstrieren. Ganz zu Beginn seiner zweiten Amtszeit ordnete er an, den «Golf von Mexiko» in «Golf von Amerika» umzubenennen, was zu Verwerfungen mit dem Nachbarland führte. Zudem schlug er am Sonntag zudem vor, den Bundesstaat New Mexico in «New America» umzubenennen.
Um diesen Entscheiden zu entsprechen, passten Apple und Google beide die Namen dieser Gewässer auf ihren Karten für amerikanische Nutzer umgehend an. Auf Google Maps wurden die politisch umstrittenen Umbenennungen schnell übernommen, und auch Apple integrierte die Umbenennungen in seinen Kartendiensten. Wer dort nach dem Golf von Mexiko oder dem Lake Ontario sucht, findet zwar noch die eigentlichen Namen, aber in Klammern daneben steht dann eben auch Trumps Sicht der Dinge. Außerhalb der USA erscheinen jedoch auch die bisherigen Namen noch.
Kritik an der eigenen Senderfamilie und der Skydance-Kapitulation
Neben den Tech-Giganten nahmen Parker und Stone auch ihre eigene Senderfamilie beziehungsweise Konzernmutter ins Visier. In ihrer Mitteilung dankten sie dem Unternehmen ironisch für dessen «Skydance-Kapitulation». Paramount hatte sich zuvor mit dem Medienunternehmen Skydance zusammengeschlossen, dessen Chef, David Ellison, als Trump-Anhänger gilt.
Auf CBS lief auch die TV-Show von Stephen Colbert. Die Sendung wurde allerdings eingestellt, nachdem der Comedian kritisiert hatte, dass Paramount 16 Millionen Dollar an Donald Trump gezahlt hatte, damit er die Nachrichtensendung «60 Minutes» nicht verklagt. Trump hatte dem Medienunternehmen mit Schadensersatzforderungen in Höhe von zehn Milliarden Dollar gedroht, weil er der Sendung vorwarf, ein Interview mit zu führen oder fehlerhaft darzustellen.

Die Serie läuft in den USA auf dem Sender Comedy Central, der zu CBS gehört, und ist zudem für die Rückkehr mit neuen Folgen angekündigt. Dem X-Beitrag von «South Park» war auch ein Bild der Namensänderung der Serie beigefügt, auf dem das Wort «America» über «Park» geschrieben ist. Ob «South America» tatsächlich länger als einen Tag der neue Titel sein soll, ist allerdings unklar.
Verbindung zu früheren Kontroversen und Staffeln
Die Namensänderung reiht sich in eine lange Geschichte satirischer Seitenhiebe ein. So nahmen Trey Parker (56) und Matt Stone (55) den US-Präsidenten in der Vergangenheit immer wieder aufs Korn. Vergangenes Jahr sorgten die Serienschöpfer unter anderem für Aufsehen, weil sie in einer «South Park»-Folge zeigten, wie US-Präsident Donald Trump mit dem Teufel ins Bett steigt. Trump hat in seiner zweiten Amtszeit seit 2025 immer wieder zum Mittel von geografischen Umbenennungen gegriffen.
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