Trotz sommerlicher Temperaturen und Schneemangels am Rettenbachgletscher laufen die Vorbereitungen für den Ski-Weltcup-Auftakt in Sölden auf Hochtouren. Dank eingelagertem Altschnee aus dem Vorjahr und geplanten Kunstschnee-Ergänzungen bei sinkenden Temperaturen halten die Organisatoren am Termin vom 24. und 25. Oktober 2026 fest.
Schneemanagement am Rettenbachgletscher
Die Bedingungen auf dem Söldener Rennhang präsentieren sich aktuell herausfordernd, wie der Streckenchef Isidor Grüner gegenüber oe24 einräumte. Der Ötztaler Streckenchef versichert dabei: „Wir sind mit unseren Arbeiten voll im Plan.
Grüner zeigt sich trotz der warmen Witterung gelassen und betont, dass das derzeit sichtbare Gestein kein Grund sei, „Alarm zu schlagen“. Sobald die Temperaturen wie prognostiziert Mitte nächster Woche sinken, sollen die Schneekanonen den Altschnee mit frisch produziertem Material ergänzen. Die offizielle Schneekontrolle durch den Internationalen Skiverband (FIS) ist für den 15. Oktober angesetzt. FIS-Renndirektor Markus Waldner bestätigte gegenüber dem ORF, dass bereits genügend Material vorhanden sei, um die Rennstrecke vorzubereiten.”

Wettkampfprogramm und Favoriten
Der Weltcup-Auftakt beginnt am Samstag, den 24. Oktober 2026, mit dem Riesenslalom der Frauen, gefolgt von den Männern am Sonntag, den 25. Oktober. Die Rennen finden traditionell auf knapp 3000 Metern am Rettenbachgletscher statt. Am Freitagabend vor den Rennen findet an der Talstation Giggijoch die traditionelle Weltcup-Party mit der Startnummernauslosung der Damen statt.
Bei den Frauen steht die Steirerin Julia Scheib im Fokus. Die Lokalmatadorin gewann am 25. Oktober 2025 mit 0,58 Sekunden Vorsprung auf die US-Amerikanerin Paula Moltzan und beendete damit eine Durststrecke von fast zehn Jahren für den ÖSV. Scheib sicherte sich in der vergangenen Saison mit 720 Punkten die kleine Kristallkugel, klar vor der Schweizerin Camille Rast (511 Punkte) und der Schwedin Sara Hector (479 Punkte). In Sölden tritt sie nun als Gejagte an, was für die Österreicherin eine neue Rolle darstellt. Hinter ihr ist die rot-weiß-rote Riege im Riesentorlauf jedoch dünn besetzt; Stephanie Brunner belegte im Vorjahr lediglich den 17. Rang in der Disziplinenwertung.
Im Herrenfeld ist die Ausgangslage eine andere. Die Riesentorlauf-Kugel ging im Vorjahr an den für Brasilien startenden Lucas Pinheiro Braathen (547 Punkte), gefolgt von Marco Odermatt (495) und Loïc Meillard (486). Der ÖSV hofft auf Stefan Brennsteiner, der mit 431 Punkten Vierter wurde, sowie Marco Schwarz, der den fünften Platz belegte. Dass zwei Österreicher in den Top fünf der Disziplinenwertung landeten, war lange nicht der Fall. Auch Weltmeister Raphael Haaser, der auf seine Rhythmus-Stärke setzen kann, gehört zum erweiterten Favoritenkreis. Ein Podestplatz ist für dieses Trio realistisch, wenngleich ein Sieg gegen die internationale Konkurrenz als Sensation gelten würde.

Trainingsbedingungen und Saisonvorbereitung
Die Vorbereitungen der Athleten gestalten sich in diesem Jahr schwierig. Da Zermatt den ausländischen Teams für Sommertrainings eine Absage erteilen musste, rückte der Rettenbachgletscher in den Fokus. Marco Odermatt hat bereits erste Riesenslalom-Läufe auf Schweizer Schnee absolviert. Die Schweizer Stars um Odermatt mussten jedoch ihr Training im Pitztal aufgrund der Witterung abbrechen und wichen auf die Diavolezza im Engadin aus, wo das Technikerteam der Frauen bereits unter Cheftrainer Beat Tschuor trainierte.
Ein ehemaliger Kadertrainer der österreichischen Skifahrer kommentierte die Situation kritisch: „Die Entwicklung der Gletscher ergibt kein schönes Bild.“ Während die Weltcuprennen dank Snowfarming und moderner Anlagen gesichert seien, sei das Angebot für Skifahrer außerhalb der Rennpiste aufgrund der hohen Temperaturen aktuell prekär. Dennoch bleiben die Verantwortlichen zuversichtlich, den Saisonstart am 24. Oktober erfolgreich über die Bühne zu bringen.”
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