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Unterhaltung

Simon Stephenson verklagt Alexander Payne wegen The Holdovers

Der Drehbuchautor Simon Stephenson hat den Regisseur Alexander Payne sowie Miramax, Universal und weitere Beteiligte vor einem Bundesgericht in Kalifornien wegen Urheberrechtsverletzung verklagt. Der Vorwurf lautet, das oscarnominierte Skript zu The Holdovers sei aus seinem unveröffentlichten Drehbuch Frisco plagiiert worden.

Die juristische Auseinandersetzung um einen der gefeiertesten Filme der US-Saison 2023 hat am Mittwoch das Bundesgericht in Kalifornien erreicht. Der britische Drehbuchautor Simon Stephenson, bekannt für seine Arbeit an Pixar-Produktionen wie Luca, wirft dem Regisseur Alexander Payne vor, wesentliche Elemente seines früheren Skripts für den Film The Holdovers übernommen zu haben. Neben Payne stehen zahlreiche Produktionsgesellschaften und Verleiher auf der Beklagtenliste, darunter Miramax, Focus Features, Universal Home Entertainment sowie der Ko-Autor David Hemingson und Produzent Mark Johnson.

Das Vorwurfsprofil und die parallelen Szenen in Frisco und The Holdovers

In der umfangreichen Klageschrift wird argumentiert, dass die Macher das Skript zu Frisco als grundlegenden Bauplan genutzt hätten. Screenplays seien häufig die Blaupause für einen Film, und im vorliegenden Fall sehe die Anklage genau dort den Ursprung. Stephenson führt an, dass unter Paynes Regie aus dem Kinderhospital ein Internat, aus dem zynischen Kinderarzt ein griesgrämiger Lehrer und aus dem frühreifen Patienten ein ebenso fordernder Schüler geworden sei.

Simon Stephenson verklagt Alexander Payne wegen The Holdovers
Foto: The Statesman

Die Dokumente listen exakt 46 übereinstimmende Handlungsabläufe auf, wobei 24 davon in identischer Reihenfolge vorkommen. Zu den angeführten stilistischen Spuren gehört unter anderem die Strukturierung des Textes durch Tageskarten wie Day 1 – December 18, 1970, die laut der Klage mit dem fehlerhaften Begriff Under Black statt Over Black eingeführt werden. Auch ein in einem früheren Entwurf von Mai 2021 auftauchender Verweis auf eine medizinische Konferenz, die im fertigen Film keine Rolle mehr spielt, wird von der Klägerseite als Überbleibsel aus Frisco gewertet.

Zugang zum Manuskript und die Stationen der Jahre 2013 und 2019

Im Zentrum der urheberrechtlichen Prüfung steht die Frage des Zugangs. Stephenson war im Jahr 2013 mit seinem Skript auf der renommierten Branchenliste The Black List gelandet, auf der die besten unveröffentlichten Drehbücher des Jahres gesammelt werden. Damals kam die Geschichte um einen erwachsenen Kinderarzt, der sich während eines Wochenendtrips um einen todkranken Teenager kümmert, auf den dritten Platz.

Alexander Payne's The Holdovers accused of plagiarism, writer calls screenplay 'forensically identic

Der Kläger dokumentiert Kontakte aus zwei verschiedenen Jahren, in denen das Material an den Regisseur herangetragen wurde. Im Januar 2013 reichte Stephensons Agentur das Skript an Paynes Produktionspartner Jim Burke weiter. Burke erklärte damals laut Aktenlage, dass Payne es zwar mochte, aber kein Interesse an einer Produktion oder Regie hatte. Eine zweite Prüfung erfolgte im Dezember 2019, als Netflix das Projekt an den Filmemacher herantrug und eine leitende Managerin das Manuskript erneut vorlegte. Damals hieß es in einer E-Mail, Payne habe es gelesen, aber es sei nicht ganz das Richtige für ihn gewesen, kurz bevor die Arbeit an The Holdovers begann.

Der Weg über die Autorenvereinigung und Paynes frühere Reaktionen

Bereits kurz vor der Verleihung der Academy Awards im März 2024, bei denen The Holdovers in fünf Kategorien nominiert war und Da’Vine Joy Randolph als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde, hatte Stephenson versucht, den Disput über die Writers Guild of America zu regeln. Die Gewerkschaft lehnte eine Schlichtung jedoch ab, da urheberrechtliche Ansprüche dort nicht arbitrierbar seien und ein ordentliches Gericht eingeschaltet werden müsse.

Simon Stephenson verklagt Alexander Payne wegen The Holdovers
Foto: The Hollywood Reporter

Payne hat die Vorwürfe in der Vergangenheit scharf zurückgewiesen. Er verwies stattdessen mehrfach auf den obskuren französischen Film Merlusse aus dem Jahr 1935, der ebenfalls einen Lehrer in einem Internat während der Weihnachtsferien zeigt, als eigene kreative Inspiration. Auf einem Filmfestival bezeichnete er die Anschuldigungen in einer Wortmeldung als das Stupideste auf der Welt.

Finanzielle Erfolge und die Forderungen im aktuellen Gerichtsverfahren

Während The Holdovers an den Kinokassen weltweit rund 46 Millionen US-Dollar einspielte, fordert Stephenson in seiner Klage nun konkrete rechtliche Schritte und finanzielle Wiedergutmachung. Die Forderungen umfassen Schadensersatz, die Übernahme der Anwaltskosten sowie eine gerichtliche Verfügung, die eine weitere Auswertung des Films untersagen soll.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

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