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Welt

Selenskyj wirft USA absichtliche Verzögerung bei Patriot-Lieferungen vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Vereinigten Staaten am Montag vorgeworfen, die Lieferung von bereits bezahlten Flugabwehrraketen des Typs Patriot absichtlich zu verzögern.

Am Montag erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor US-Senatoren, dass das US-Verteidigungsministerium die Bereitstellung von Abfangraketen wissentlich und absichtlich zurückhält. Die betreffenden Flugkörper seien von europäischen Verbündeten über das prioritäre Rüstungsprogramm PURL bereits vollständig bezahlt worden.

Patriot-Lieferungen und fehlende Unterschriften in Washington

Einer Auswertung des Washington Post-Berichts zufolge hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die erforderlichen Freigabeschritte bislang weder offiziell abgelehnt noch vollzogen.

Hochrangige ukrainische Offizielle und Militärs präzisierten gegenüber The Kyiv Independent, dass die entsprechenden Verträge auf dem Schreibtisch des Verteidigungsministers liegen, dieser jedoch die nötige Unterschrift verweigert.

Die Raketen sind bereit, und sie könnten bereits in der Ukraine sein. Doch leider gibt es nach wie vor keine Genehmigung.

Zusätzlich zu den Direktkäufen über das PURL-Programm hatten laut Deutsche Welle mehrere europäische Staaten ihre Bereitschaft signalisiert, eigene Patriot-Systeme abzugeben. Auch diese Transfers sind an die US-Exportgenehmigung geknüpft und warten auf grünes Licht aus Washington. Dabei sieht sich die US-Regierung auch mit konkurrierenden Anforderungen konfrontiert, da im Nahen Osten erhebliche Mengen an fortschrittlichen Abfangraketen für dortige Operationen verbraucht wurden.

Volodymyr Zelenskyy
Foto: DW.com

Im Zuge der diplomatischen Bemühungen traf sich Wolodymyr Selenskyj am 19. Oktober 2026 zudem mit Vertretern des Rüstungskonzerns Lockheed Martin, um die Bereitstellung von Luftverteidigungssystemen weiter zu beschleunigen. Währenddessen betonte ein offizieller Vertreter der NATO, dass die Lieferungen im Rahmen der PURL-Initiative unverändert fortgeführt werden und weiterhin Luftverteidigungsausrüstung in die Ukraine fließt.

Angriffe auf Kiew bei erschöpften Abfangraketen

Erst kürzlich wurde bekannt, dass die ukrainischen Bestände an US-gefertigten Patriot-Abfangraketen vollständig erschöpft sind.

Präsident Selenskyj kritisierte scharf, dass Kiew im Vorfeld dieses Angriffs keinerlei Vorwarnungen von seinen westlichen Partnern erhalten habe, obwohl das Land auf die Aufklärungskapazitäten der US-Geheimdienste angewiesen ist, um schnelle ballistische Flugkörper rechtzeitig zu orten. Kiews leitender Diplomat in Washington, Denys Sienik, erklärte, dass sich die Geschwindigkeiten der Starshield-Verbindungen zwar verbessert hätten, jedoch noch immer nicht vollständighergestellt seien.

Rolle der USA im Streit um Verhandlungen

Zelensky weiß nicht, wovon er spricht. Um ehrlich zu sein, denke ich, dass es an der Zeit ist, dass jemand anderes im Namen der Ukraine verhandelt.

Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten

Während US-Außenminister Marco Rubio betonte, dass die Geheimdienstkooperation mit Kiew nicht ausgesetzt wurde, gehen die Auffassungen über den Status militärischer Unterstützung diametral auseinander. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, die Vereinigten Staaten spielten weiterhin eine konstruktive Rolle bei den Bemühungen um ein Ende des Krieges, während US-Gesandte wie Steve Witkoff für weitere Verhandlungsrunden nach Europa reisen.

Ukraine runs out of Patriot missiles as Zelensky feels betrayed by Trump

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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