Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Vereinigten Staaten am Montag vorgeworfen, die Lieferung von bereits bezahlten Flugabwehrraketen des Typs Patriot absichtlich zu verzögern.
Am Montag erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor US-Senatoren, dass das US-Verteidigungsministerium die Bereitstellung von Abfangraketen wissentlich und absichtlich zurückhält. Die betreffenden Flugkörper seien von europäischen Verbündeten über das prioritäre Rüstungsprogramm PURL bereits vollständig bezahlt worden.
🤬 “Another Russian ballistic missile attack in several waves overnight, and once again, no warning from our partners,” — ZelenskyRussian forces launched 16 ballistic missiles and more than 200 drones of various types at Ukraine, including jet-powered Shahed drones.The main… pic.twitter.com/Ltbb4P6dD6
Patriot-Lieferungen und fehlende Unterschriften in Washington
Einer Auswertung des Washington Post-Berichts zufolge hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die erforderlichen Freigabeschritte bislang weder offiziell abgelehnt noch vollzogen.
Hochrangige ukrainische Offizielle und Militärs präzisierten gegenüber The Kyiv Independent, dass die entsprechenden Verträge auf dem Schreibtisch des Verteidigungsministers liegen, dieser jedoch die nötige Unterschrift verweigert.
NEW: Ukrainian officials continue to report disruptions to US assistance to Ukraine.Other Key Takeaways: Devastating Russian drone and missile strikes on the night of October 18 to 19 heavily damaged energy and civilian infrastructure across Ukraine — killing at least four… pic.twitter.com/avkDy4tDB8
Die Raketen sind bereit, und sie könnten bereits in der Ukraine sein. Doch leider gibt es nach wie vor keine Genehmigung.
Zusätzlich zu den Direktkäufen über das PURL-Programm hatten laut Deutsche Welle mehrere europäische Staaten ihre Bereitschaft signalisiert, eigene Patriot-Systeme abzugeben. Auch diese Transfers sind an die US-Exportgenehmigung geknüpft und warten auf grünes Licht aus Washington. Dabei sieht sich die US-Regierung auch mit konkurrierenden Anforderungen konfrontiert, da im Nahen Osten erhebliche Mengen an fortschrittlichen Abfangraketen für dortige Operationen verbraucht wurden.

Im Zuge der diplomatischen Bemühungen traf sich Wolodymyr Selenskyj am 19. Oktober 2026 zudem mit Vertretern des Rüstungskonzerns Lockheed Martin, um die Bereitstellung von Luftverteidigungssystemen weiter zu beschleunigen. Währenddessen betonte ein offizieller Vertreter der NATO, dass die Lieferungen im Rahmen der PURL-Initiative unverändert fortgeführt werden und weiterhin Luftverteidigungsausrüstung in die Ukraine fließt.
Angriffe auf Kiew bei erschöpften Abfangraketen
Erst kürzlich wurde bekannt, dass die ukrainischen Bestände an US-gefertigten Patriot-Abfangraketen vollständig erschöpft sind.
Trump: We’ve given Ukraine a lot. They’ve given us nothing. Remember thatJournalist: Zelensky says you’re on the wrong side of history.Trump: Zelensky doesn’t know what he’s talking about.Other statements by Trump:📌It’s time for someone else to negotiate on Ukraine’s… pic.twitter.com/Pfl0F0vJbk
Präsident Selenskyj kritisierte scharf, dass Kiew im Vorfeld dieses Angriffs keinerlei Vorwarnungen von seinen westlichen Partnern erhalten habe, obwohl das Land auf die Aufklärungskapazitäten der US-Geheimdienste angewiesen ist, um schnelle ballistische Flugkörper rechtzeitig zu orten. Kiews leitender Diplomat in Washington, Denys Sienik, erklärte, dass sich die Geschwindigkeiten der Starshield-Verbindungen zwar verbessert hätten, jedoch noch immer nicht vollständighergestellt seien.
Rolle der USA im Streit um Verhandlungen
Zelensky weiß nicht, wovon er spricht. Um ehrlich zu sein, denke ich, dass es an der Zeit ist, dass jemand anderes im Namen der Ukraine verhandelt.
Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten
Während US-Außenminister Marco Rubio betonte, dass die Geheimdienstkooperation mit Kiew nicht ausgesetzt wurde, gehen die Auffassungen über den Status militärischer Unterstützung diametral auseinander. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, die Vereinigten Staaten spielten weiterhin eine konstruktive Rolle bei den Bemühungen um ein Ende des Krieges, während US-Gesandte wie Steve Witkoff für weitere Verhandlungsrunden nach Europa reisen.
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