Ein illegaler Steinpilz-Deal auf einem Parkplatz in Maria Saal ist am 12. Oktober 2026 gescheitert. Die Kärntner Bergwacht stellte über sechs Kilogramm getrocknete Pilze im Wert von 1.500 Euro sicher. Der italienische Staatsbürger wurde angezeigt, während die beschlagnahmte Ware an ein Pflegeheim übergeben wurde.
Weil das Wetter die Pilze sprießen lässt, verzeichnet die Kärntner Bergwacht ein hohes Aufkommen an Hinweisen aus der Bevölkerung. Seit dem offiziellen Ende der Pilzsaison am 30. September greift ein strenges Sammelverbot. Dennoch versuchen Händler immer wieder, die Bestände im großen Stil zu veräußern.
Das illegale Angebot aufwillhaben und der fingierte Treffpunkt in Maria Saal
Über die Online-Verkaufsplattform willhaben und soziale Netzwerke hatte ein Anbieter unbegrenzte Mengen an Steinpilzen offeriert. Ein Einsatzleiter der Bergwacht reagierte auf das Inserat und nahm per E-Mail Kontakt auf. Der Verkäufer biss sofort an. Die Beteiligten vereinbarten ein Treffen auf einem Parkplatz im kärntnerischen Maria Saal. Vor dem Zugriff verständigte die Bergwacht die örtliche Polizeiinspektion, wie die Berichterstattung des Online-Portals schildert.

Der Verdächtige reiste mit dem Zug an und trug zwei schwere Rucksäcke bei sich. Statt des erwarteten Kunden traf er jedoch auf die Kontrollkräfte. Entgegen der ursprünglichen Annahme handelte es sich bei dem Mann um einen italienischen Staatsbürger. Bei der Konfrontation verhielt sich der Beschuldigte unkooperativ und zeigte sich fast aggressiv, als ihn die Behörden über die geltende Rechtslage aufklärten.
Vakuumierte Ware und die enorme Menge von sechzig Kilogramm
Die sichergestellte Menge verdeutlicht die gewerbliche Dimension des versuchten Online-Handels. Die Bergwacht beschlagnahmte exakt 6,6 Kilogramm getrocknete und abgepackte Steinpilze. Die Ware war professionell vakuumiert und trug ein eigenes Firmenlogo. Der Verkäufer führte zudem eine Waage mit sich und forderte 1.500 Euro für die Ladung.
Da getrocknete Pilze im Gewicht stark schrumpfen, entspricht diese Menge einem Frischgewicht von rund 60 Kilogramm. Laut der gesetzlichen Pilzverordnung liegt die Freimenge in Kärnten bei maximal zwei Kilogramm pro Person und Tag. Der Transport sowie das gewerbsmäßige Feilbieten im Internet sind strikt untersagt.
Rechtliche Konsequenzen und die Übergabe an ein Pflegeheim
Die Einsatzkräfte hoben vor Ort eine Sicherheitsleistung in Höhe von 300 Euro ein und leiteten ein Strafverfahren gegen den Italiener ein. Die beschlagnahmten Pilze verbleiben nicht bei den Behörden, sondern finden eine soziale Verwendung. Medienberichten zufolge kommt die gesamte Ware einem Pflegeheim zugute.

Die Kärntner Bergwacht fordert unterdessen eine Anpassung der gesetzlichen Umrechnungsmengen. Bislang sieht der Gesetzgeber vor, dass zwei Kilogramm getrocknete Pilze rechtlich wie frische Mengen behandelt werden, obwohl der reale Faktor bei der Trocknung ein gänzlich anderer ist. Die Bergwächter kontrollieren die Wälder weiterhin täglich, um den illegalen Raubbau an der Natur zu unterbinden.
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