Die SCL Tigers haben am Dienstag, 28. Oktober 2026, in der Emmental Versicherung Arena den amtierenden Schweizer Meister HC Fribourg-Gottéron mit 4:2 bezwungen. Nach einem frühen Rückstand drehten die Emmentaler die Partie im Schlussdrittel und kletterten in der National League auf den dritten Tabellenplatz.
Fribourger Startvorteil und die Führung durch Henrik Borgström
Der Meister aus Freiburg drückte der Partie von Beginn an den Stempel auf und erwischte in Langnau vor 5374 Zuschauerinnen und Zuschauern den besseren Start. Die Gäste agierten druckvoll und erspielten sich im ersten Drittel mehrere hochkarätige Chancen, scheiterten jedoch wiederholt an SCL-Torhüter Luca Boltshauser. Auch in den beiden Überzahlspielen im ersten Abschnitt liessen die Gäste ihre Effizienz vermissen. In der 18. Minute wurde der Schlussmann der Emmentaler dann aber doch bezwungen.
Gottéron wurde seiner Favoritenrolle in der Anfangsphase gerecht, während die Emmentaler zunächst Mühe mit dem Forechecking der Gäste bekundeten. Fribourg hatte die Partie lange im Griff und schien die Kontrolle zu besitzen, während Langnau nach dem fulminanten 9:3-Kantersieg am Vortag auswärts in Lausanne phasenweise den Rhythmus suchte. Die Schiedsrichter Michaël Tscherrig und Mikael Sjöqvist, unterstützt von den Linienrichtern Dominik Bichsel und Nicola De Paris, leiteten die Partie.
Auch zu Beginn des zweiten Drittels blieb die Begegnung umkämpft. Ludvig Johnson verlor im Spielaufbau die Scheibe an Hannes Björninen, der blitzschnell schaltete und Dario Allenspach mit einem perfekt getimten Pass in die Tiefe schickte. Allenspach ließ sich nicht zweimal bitten, erwischte Goalie Loïc Galley zwischen den Schonern und glich in der 24. Minute (exakt nach 23:03 Minuten) zum 1:1 aus.

Doch die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten. Nur rund anderthalb Minuten später (in der 24:35. Spielminute) leistete sich Arno Nussbaumer hinter dem eigenen Tor einen folgenschweren Fehlpass. Henrik Borgström traf zum 2:1 und bezwang dabei Boltshauser. Für den Finnen war es der zweite Treffer des Abends, womit er die Gäste erneut in Front brachte.
Bis zur zweiten Drittelpause verteilten die Unparteiischen mehrere Strafen – unter anderem traf es auf Seiten der Tigers Tim Mathys und Phil Baltisberger wegen Tripping beziehungsweise Stockschlags. Fribourg agierte diszipliniert, hatte jedoch in der 32. Minute grosses Pech, als die Gäste innerhalb weniger Sekunden gleich zweimal am Aluminium scheiterten.
Tim Mathys und André Petersson leiten die Wende im Schlussdrittel ein
Das letzte Drittel startete zunächst eher unspektakulär, und die SCL Tigers kamen lange Zeit nicht richtig gefährlich vor das gegnerische Tor. Fribourg verlor mit fortschreitender Spieldauer im Schlussabschnitt jedoch zunehmend die Kontrolle über das Geschehen.
Zu Beginn des Schlussdrittels vergab Phil Baltisberger noch eine grosse Chance auf den Ausgleich, doch nur wenige Augenblicke später machte es Tim Mathys in der 49. Minute deutlich besser. Mathys erhielt die Scheibe im Slot, hatte alle Zeit der Welt und suchte sich die Ecke aus. Sein Handgelenkschuss schlug herrlich im linken Lattenkreuz ein, wobei Galley die Sicht durch zwei eigene Spieler verstellt war. Von diesem Moment an spielten die SCL Tigers den Gegner an die Wand und übernahmen komplett das Kommando.
Sechs Minuten später, in der 55. Minute, legten die Emmentaler entscheidend nach. Emil Pettersson trug die Scheibe mit viel Tempo in die Offensivzone und legte mustergültig quer.
Jérôme Bachofner besiegelt den 4:2-Heimsieg ins leere Tor
In der Schlussphase drückte Fribourg-Gottéron vehement auf den Ausgleich. Der Fribourg-Trainer nahm sein Time-Out, und das Team versuchte alles, um ohne Torhüter den Ausgleich zu erzwingen. Die Gäste agierten zwischen der 57:59 und der 59:53 Minute konsequent ohne Goalie und ersetzten diesen durch einen sechsten Feldspieler.
Kurz vor dieser Phase verpasste der 20-jährige Fribourger Youngster Jamiro Reber eine Topchance und verfehlte das verwaiste Tor der Langnauer. Dieser Fehlschlag sollte sich rächen: Nur sieben Sekunden vor der Schlusssirene (exakt in der 59:53. Spielminute) nutzte Jérôme Bachofner den Raum aus, profitierte von der Vorarbeit von Flavio Schmutz und Dario Allenspach und besiegelte mit seinem Schuss ins leere Tor den 4:2-Endstand für das Heimteam.
Tabellenkletterei und die nächsten Aufgaben in der National League
Langnau verbesserte sich durch diesen Erfolg auf Kosten von Fribourg-Gottéron auf den dritten Tabellenplatz der National League und hält nun nach 18 Partien 29 Punkte. Fribourg rangiert nach 17 Spielen mit 27 Punkten direkt dahinter auf Platz 4, wobei der amtierende Meister in einer bisher sehr unkonstanten Saison seit Anfang Monat beziehungsweise Anfang Oktober nie mehr zwei Partien in Folge gewinnen konnte.

Für die SCL Tigers geht es in der National League bereits am Freitag, 30. Oktober 2026, weiter: Die Emmentaler reisen auswärts zum EV Zug und wollen dort eine perfekte Woche krönen. Fribourg-Gottéron empfängt zu Hause Genève-Servette. Personell mussten die SCL Tigers in dieser Partie ohne die verletzten Spieler Erni, Lapinskis, Gian Meier und Salzgeber sowie den kranken Dahlen auskommen, während Fribourg ohne die ebenfalls verletzten Glauser, Marchon, Nemeth, Taibel und Walser antreten musste.
Im Kader der Tigers standen neben Torhüter Boltshauser auch Noah Meier, Riikola, Kinnunen, Nussbaumer, Mathys, Baltisberger, Lehmann, Allenspach, Björninen, Mäenalanen, André Petersson, Emil Petersson, Bachofner, Julian Schmutz, Flavio Schmutz, Eggenberger, Petrini, Ramsauer und Wagner. Bei Fribourg liefen Galley, Jecker, Johnson, Streule, Seiler, Rathgeb, Kapla, Grangier, Bertschy, De la Rose, Schild, Sörensen, Borgström, Reber, Nicolet, Schmid, Richard, Boppart, Dorthe und Hedlund auf.
PostFinance-Topskorer waren auf Seiten der SCL Tigers Emil Petersson und für Fribourg-Gottéron Marcus Sörensen. Die Partie verzeichnete auf beiden Seiten jeweils drei Strafen à 2 Minuten.