Die Jahresinflation in der Schweiz hat im Oktober 2026 einen spürbaren Sprung nach oben gemacht und ist auf 1,5 Prozent gestiegen. Grund für den rasanten Anstieg sind vor allem massiv verteuerte Erdölprodukte und Energiekosten, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte.
Höher lag die Jahresinflation zuletzt im Dezember 2023. Im September lag die Teuerung noch bei 1,0 Prozent. Der von der Behörde erhobene Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) kletterte im Monatsvergleich um 0,2 Prozent auf 101,7 Punkte. Damit übertraf der Anstieg die Erwartungen von Ökonomen, die in einer Umfrage der Nachrichtenagentur AWP im Vorfeld eine Teuerungsrate zwischen 1,1 und 1,4 Prozent prognostiziert hatten.
Erdöl und Energie treiben Preise
Erdölprodukte kosteten im Oktober 2026 ganze 40 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres, wie das SRF unter Berufung auf das BFS berichtete. Haupttreiber hinter der Beschleunigung sind fossile Brenn- und Treibstoffe. Insbesondere Heizöl, Benzin und Diesel schlugen stark zu Buche.
Die Schweizer Inflation ist im Oktober auf 1,5 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit fast einem Jahr. Schuld sind vor allem Erdölprodukte. https://t.co/hDVHaA0ATE
Laut Angaben von 20 Minuten kostete Heizöl im Jahresvergleich rund 81,4 Prozent mehr, während die Preise für Benzin um 26,5 Prozent und für Diesel um 36,9 Prozent kletterten. Ein Liter Benzin kostete durchschnittlich 2.11 Franken, Diesel schlug mit 2.40 Franken zu Buche. So stieg der Preis für Heizöl Ende September auf rund 70 Prozent über dem Vorjahreswert, bevor er Mitte Oktober 173.50 Franken pro 100 Liter erreichte, wie Blick dokumentiert. In absoluten Zahlen zeigt sich die Belastung für Haushalte deutlich.
Der Krieg im Iran und die damit verbundene Blockade der Strasse von Hormus beeinträchtigen die weltweiten Erdöllieferungen schwer, während der diesjährige Hitzesommer zu einem tiefen Rheinpegel führte, der den Binnenschiffstransport von Erdölprodukten in die Schweiz empfindlich erschwert und verteuert, so die Analyse von Blick. Hauptgrund für die massiv gestiegenen Energiekosten sind internationale und klimatische Faktoren.

Ökonomen analysieren die Lage
Die Wohnungsmieten, die einen grossen Teil des Warenkorbs ausmachen, stiegen um 1,6 Prozent gegenüber Oktober 2025. Neben den Energiepreisen verteuerten sich im Oktober auch Damen- und Herrenschuhe sowie ambulante ärztliche Leistungen im Spital. Günstiger wurden hingegen Pauschalreisen ins Ausland, Hotelübernachtungen und Behandlungen in Arztpraxen.
Reto Cueni, Chefökonom der Genfer Privatbank Syz, betonte gegenüber 20 Minuten, dass die Kernteuerung tief bleibe, weshalb er nicht erwarte, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) sofort im Dezember mit einer Leitzinserhöhung reagieren wird. Die Kerninflation, die volatile Güter wie Energie, Treibstoffe sowie frische und saisonale Produkte ausklammert, blieb von diesen Ausschlägen unberührt und stagnierte im Monatsvergleich unverändert bei 0,5 Prozent.
Die Teuerung in der Schweiz hat im Oktober angezogen. Höhere Erdölpreise trieben die Inflation auf 1.5 Prozent.https://t.co/S4vPZYotNP
Trotz des rasanten Anstiegs bewegt sich die Gesamtinflation weiterhin innerhalb des von der SNB definierten Zielbandes für Preisstabilität, das eine Bandbreite von 0 bis 2 Prozent umfasst.