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Technik und Wissenschaft

Schottischer Spürhund als Tier des Jahres geehrt

Eine sechsjährige schwarze Labradorhündin namens Sgiath aus den schottischen Highlands wurde von einer Wohltätigkeitsorganisation zum Tier des Jahres ernannt. Sie unterstützt als Großbritanniens erster bekannter Spürhund den Schutz der Küsten, indem sie bei Ebbe das invasive Meerestier Didemnum vexillum aufspürt.

Ausgezeichnete Hündin spürt invasive Seescheiden auf

Die schwarze Labradorhündin Sgiath arbeitet bei Ebbe gemeinsam mit ihrer Besitzerin Dr. Texa Sim an Küstenabschnitten, um Hunderte von Kolonien einer invasiven Meerestierart aufzuspüren. Das Organismus trägt den Spitznamen Meerkotze und wird auf Deutsch als Teppich-Seescheide oder Didemnum vexillum bezeichnet. Ohne Kontrolle kann dieser marine Organismus einheimische Arten ersticken und abtöten.

Dr. Sim beschreibt ihre Hündin als Naturtalent. Sgiath, deren Name als Skee-ah ausgesprochen wird, gilt als Großbritanniens erster Seescheiden-Spürhund.

Schottischer Spürhund als Tier des Jahres geehrt

Die sechsjährige Labradordame wurde als Welpe zunächst für die Bergrettung ausgebildet. Da sich die Hündin dabei als äußerst geschickt erwies, prüfte Dr. Sim, ob deren Fähigkeiten auch im Meeresschutz nützlich sein könnten. Heute erkennt Sgiath den Geruch der Teppich-Seescheide verlässlich wieder.

Herkunft und Gefahren der Teppich-Seescheide in britischen Gewässern

Marine Experten gehen davon aus, dass die Teppich-Seescheide ursprünglich aus Japan stammt. Sie erreichte im Jahr 2008 die Küsten im Süden von England sowie Wales und hat sich seither an mehreren Badeorten im Vereinigten Königreich ausgebreitet. Das Tier tritt in verschiedenen Farbtönen von orange bis creme auf und ist zwischen Algen, an Pontons sowie an Austernkäfigen nur schwer zu erkennen, da es dort wie Schleim wirkt.

Dr. Martyn Kurr, Meeresbiologe von der Bangor University, erklärte gegenüber BBC News, dass solche nicht-einheimischen beziehungsweise Biofouling-Arten einheimische Wildtiere bei wertvollen Nährstoffen verdrängen können. Zudem verstopfen sie Aquakulturanlagen, marine Infrastruktur und Maschinen wie Boots propeller. In den wärmeren Sommermonaten pflanzt sich der Organismus rasant fort, und durch wärmer werdende Meere befürchten Fachleute eine weitere Ausbreitung.

Ausbildung und künftige Perspektiven für den Meeresschutz

Die Ausbildung für zwei so unterschiedliche Aufgaben wie Bergrettung und Meeresschutz erforderte viel harte Arbeit und lange Stunden. Während Sgiath bei vermissten Wanderern im Gebirge bellt und herumspringt, ist in der Naturschutzarbeit eine ruhigere Herangehensweise gefragt. Dr. Sim trainierte der Hündin daher eine sogenannte passive Anzeige an, bei der sie bei einem Fund reglos verharrt oder einen fixierenden Blick zeigt.

Dr. Texa Sim sagte: Sgiath ist unglaublich clever. Ihre Problemlösungskompetenz und ihre Fähigkeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen und so schnell zu lernen, sind einfach phänomenal, und es ist so erstaunlich, dabei zuzusehen.

Wissenschaftler beginnen laut Dr. Kurr erst zu verstehen, dass solche Tiere Wasserveränderungen riechen können, die andernfalls unbemerkt bleibende marine Invasionen ankündigen. Der Meeresbiologe bezeichnete die Auszeichnung für Sgiath als wohlverdient und äußerte sich gespannt auf weitere Projekte mit Spürhunden. Die Verleihung des Titels als Tier des Jahres erfolgt durch den International Fund for Animal Welfare bei dessen 26. jährlicher Preisverleihung am Donnerstag, dem 15. Oktober.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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