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Sachsen: Sprengvorrichtungen nahe Umspannwerken in Görlitz entdeckt

Spreng- und Brandvorrichtungen sind am Freitag im Landkreis Görlitz und im Landkreis Bautzen in Sachsen nahe Umspannwerken und Hochspannungsleitungen entdeckt worden. Die sächsischen Ermittler schlugen nach jüngsten Sabotageakten an Stromleitungen in mehreren Bundesländern Alarm, während die Polizei einen größeren Einsatz im Kreis Bautzen und an der Staatsstraße 126 bei Schleife bestätigte.

LEAG Braunkohle und Kraftwerke Jänschwalde und Boxberg

Nach Sabotageakten an der kritischen Infrastruktur in mehreren deutschen Bundesländern hat sich die Sicherheitslage in Ostdeutschland weiter zugespitzt. Einsatzkräfte fanden am Freitag in Sachsen an mehreren Stellen verdächtige Vorrichtungen nahe wichtiger Umspannwerke und Freileitungen. Betroffen sind nach Angaben aus dem Landkreis Görlitz und dem Landkreis Bautzen vor allem Anlagen im Lausitzer Tagebaugebiet, in dem der Konzern LEAG Braunkohle fördert und in den Kraftwerken Jänschwalde und Boxberg (Sachsen) verstromt. Die Umspannwerke liegen nach BILD-Informationen an der Grenze zu Brandenburg im Lausitzer Tagebaugebiet.

Die „Bild“-Zeitung berichtete, dass entsprechende Vorrichtungen nahe zweier Anlagen im Landkreis Görlitz gefunden wurden. Die Tatorte liegen bei den Gemeinden Schleife und Lohsa. Der MDR berichtete unterdessen von einer Suchaktion von Einsatzkräften in einem Waldstück an der Staatsstraße 126 bei Schleife im Landkreis Görlitz nahe der Grenze zu Brandenburg. Bereitschaftspolizisten suchen die Hochspannungsleitungen nach Spuren und weiteren möglichen Sprengvorrichtungen ab. Zahlreiche Polizeikräfte sind im Wald vor Ort, suchen nach Spuren. Die Polizei bestätigte einen größeren Einsatz in der Region, machte zunächst aber keine weiteren Angaben.”

Polizeidirektion Görlitz und Sprecherin Anja Leuschner

Aus polizeitaktischen Gründen können wir uns dazu nicht äußern“, zitierte die „Bild“ eine Polizeisprecherin. Aus polizeitaktischen Gründen können wir uns dazu nicht äußern.“ Ein Sprecher der Polizeidirektion Görlitz bestätigte der Nachrichtenagentur AFP einen „großen Einsatz“ im Kreis Bautzen, wollte aber keine Angaben dazu machen, wonach die Einsatzkräfte suchten und wo genau der Einsatz stattfand. Ob der Einsatz mit den Ermittlungen zu den jüngsten Sabotageakten an Stromleitungen zusammenhängt, ließ die Polizei demnach offen. Weitere Einzelheiten sollen demnach am Samstag bekanntgegeben werden.””””

Die sächsischen Ermittler schlugen Alarm, da auf Freileitungen bei Umspannwerken im Landkreis Görlitz und Bautzen offenbar Anschläge verübt werden sollten. Bereits am Dienstag, den 2. September 2026, waren Anschläge auf Umspannwerke bei Jänschwalde in Brandenburg und Bergheim in Nordrhein-Westfalen verübt worden. Eine Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln ist nach ersten Erkenntnissen der Polizei vorsätzlich verursacht worden. Polizisten suchen in der Umgebung des Umspannwerkes des Netzbetreibers Amprion in Bergheim ein Rübenfeld ab. Weitere verdächtige Vorrichtungen wurden später in Dormagen und Weisweiler entdeckt.

Netzbetreiber Amprion in Bergheim

Bereits am 2. September 2026 waren am etwa 50 Kilometer entfernten Umspannwerk in Turnow-Preilack (Brandenburg) Schäden an Freileitungen entdeckt worden. Sie wurden mit raketenähnlichen Sprengvorrichtungen attackiert, die beim Einschlag in Hochspannungsleitungen einen Kurzschluss verursachen sollten. Am selben Tag gab es einen Sabotage-Anschlag auf das Umspannwerk Bergheim bei Köln. Diese raketenähnlichen Sprengvorrichtungen wurden in Umspannwerk in Turnow-Preilack (Brandenburg) gefunden.

Sachsen: Sprengvorrichtungen nahe Umspannwerken in Görlitz entdeckt
Photo: BILD

Die Ermittler fahnden nach einem 48-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen, der wegen zweier als authentisch eingeschätzter Bekennerschreiben ins Visier geraten ist. Nach BILD-Informationen bekannte sich ein Mann aus NRW zu den Taten. Daniel V. (49) unterzeichnete das mehrseitige Schreiben mit vollem Namen. In dem Schreiben behauptet der Verfasser, für Kurzschlüsse an mehreren Standorten verantwortlich zu sein. Die Polizei durchsuchte seine Wohnung in Gevelsberg, doch er ist untergetaucht. Das Kraftwerk Boxberg ist im Bekennerschreiben durchgestrichen, Jänschwalde drübergeschrieben. Die aktuellen Tatorte sind in der Nähe vom Kraftwerk Boxberg.

Kraftwerk Boxberg und Jänschwalde

Der mutmaßliche Saboteur bezeichnet die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen als Ursache „unsäglichen Leids“ und wirft Politik und Medien vor, die Problematik nicht ernst genug zu behandeln. Deshalb habe er sich nach eigenen Angaben zum Handeln gezwungen gesehen. Innerhalb weniger Tage waren an mehreren Standorten in Deutschland Anschläge auf Umspannwerke verübt worden.”

Sabotageverdacht: Sprengvorrichtungen in Görlitz entdeckt
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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